Ukraine-KonfliktEmil Brix: „Die Lage in Europa ist gefährlicher als im Kalten Krieg“

Russland setzt mit einem Truppenaufmarsch und einem Forderungskatalog die Nato unter Druck. Bei der Nato sieht man „schwer überbrückbare Differenzen“. Droht ein neuer Krieg in Europa? Emil Brix, Direktor der Diplomatischen Akademie, sieht einen drohenden Stellvertreter-Krieg – und fordert vom Westen ein entschlossenes Auftreten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Nato-Chef Stoltenberg empfängt die russische Delegation in Brüssel
Nato-Chef Stoltenberg empfängt die russische Delegation in Brüssel © AFP
 

Russland hat vor der Grenze der Ukraine Truppen zusammengezogen; viele befürchten eine Invasion. Seit dieser Woche führen Russland, die Nato und die USA Gespräche über einen Forderungskatalog Moskaus an die Nato, den Washington schon zurückgewiesen hat. Lässt sich die angespannte Lage mit Verhandlungen noch lösen?

EMIL BRIX: Wenn man an die russischen Forderungen in Bezug auf die Sicherheitspolitik in Europa denkt, haben wir eine gefährlichere Situation, als wir sie im Kalten Krieg hatten. Das muss man ehrlicherweise sagen. Und sie ist nicht leicht lösbar, weil diese beiden russischen Dokumente darauf hindeuten, dass es Russland in erster Linie darum geht, Stärke zu zeigen. Hier steht nicht im Vordergrund, bei Verhandlungen eine Lösung erreichen zu wollen. Trotzdem war es vernünftig, dass die USA bereit waren, in Verhandlungen einzutreten. Einen anderen Weg gibt es ja nicht. Der Westen hat sich klar entschieden, dass er im Ukraine-Konflikt nicht militärisch eingreifen wird. Es bleibt nur der Weg, über Verhandlungen zu schauen, welche bessere europäische Sicherheitsarchitektur wir herstellen können.

Kommentare (7)
Musicjunkie
0
0
Lesenswert?

Der Mensch, welch selten dämliche Spezies.

🙉🙈🙉

Peterkarl Moscher
3
5
Lesenswert?

Wahrheit tut weh !

Wie die DDR aufgelöst wurde war ursprünglich vereinbart keine Nato
Truppen in Ostdeutschland. Als der Warschauer Pakt aufgelöst wurde hat
die Nato es geschafft alle Länder wie Polen , Litauen, Lettland , Ungarn
Tschechien und die Slowakei einzuverleiben. Da wurde sicher keine weitere
Vertrauensbasis entwickelt sondern man hat Russland bedroht.
Und wenn sich Russland jetzt wehrt da darf man sich nicht wundern!

helmutmayr
10
33
Lesenswert?

Die Ukraine

Sollte neutral werden. Die Nato zieht seit Jahren ostwärts und wir wundern uns, dass Putin einfach stop sagt.
Er bräuchte eh nur das Gas für einige Wochen abdrehen. Dann ist Europa flach und die Amis würden auch nichts tun.
Europa braucht eine eigene Strategie.

SoundofThunder
2
23
Lesenswert?

Die Ukraine hat das Recht eigenständig Entscheidungen treffen zu dürfen.

Und muss niemanden fragen was es tun darf oder nicht.

helmutmayr
0
2
Lesenswert?

Sitzen die

Ukrainer jetzt am Verhandlungstisch ? Nicht mal ein Vertreter Europas ? Warum: Europa ist militärisch hilflos ? Und vom Gas abhängig . Schlechte strategische Lage.

GordonKelz
2
43
Lesenswert?

Wir in Europa haben anscheinend was

Kriege betrifft, NICHTS GELERNT!! Kaum sterben die Menschen die Kriege mitgemacht haben, langsam aus, ist alles Leid, Greuel, Hunger, Vernichtung....vergessen? Muss ständig alles
zerstört werden was in Jahrzehnten des Frieden aufgebaut wurde?
Ihr scheint aus der " Sonderschule " wohl nie aufgestiegen....
Gordon

landbader
12
10
Lesenswert?

Jedes Land

Hat eine Armee, die eigene oder eine fremde. Sollen wir jetzt als Pazifisten uns auf die Rote freuen ?