Nato-Russland-KriseKrisendiplomatie soll Invasion in der Ukraine verhindern

Russlands Präsident Putin fordert ein Ende der Nato-Osterweiterung und ließ dafür seine Truppen aufmarschieren. Mit einer ganzen Reihe hochrangiger Ost-West-Treffen soll diese Woche die Krise entschärft werden. Ein Überblick über die wichtigsten Streitpunkte und Fragen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Wladimir Putin
Putin ließ seine Truppen vor der Grenze der Ukraine aufmarschieren © AP
 

Drohen, abschrecken und den Einsatz für Verhandlungen erhöhen: Das scheint derzeit die Dynamik im sich zuletzt immer weiter zuspitzenden Konflikt zwischen Russland und der Nato beziehungsweise den USA zu sein. Mit einem massiven Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine versetzte der russische Präsident Wladimir Putin den Westen in den vergangenen Wochen in höchste Alarmbereitschaft.

Putins Wunschliste an die Nato

Vor dem Hintergrund einer befürchteten russischen Invasion akzeptierten die USA und ihre europäischen Verbündeten mit Moskau über Forderungen zu verhandeln, über die man bisher nicht einmal nachdenken wollte. Zwei Vertragsentwürfe hat der Kreml vorgelegt. Putins Wunschliste:

  • Die Nato soll sich nicht weiter nach Osten ausdehnen.
  • Das Bündnis reduziert seine militärischen Einrichtungen in jenen Nato-Staaten, die auf einst sowjetischem Gebiet liegen.
  • Die Ukraine erhält keine neuen Waffen.
  • Die USA stationieren keine Mittelstreckenraketen in Europa und ziehen von dort ihre Atomwaffen ab.


Gestern Abend begannen in Genf wichtige, zweitägige Gespräche von Unterhändlern aus Moskau und Washington. Die Erwartungen wurden allerdings im Vorfeld sowohl von russischer als auch von US-Seite gedämpft: "Es wird keine festen Verpflichtungen geben in diesen Gesprächen, die ernsthaft und konkret sein werden, aber einen Sondierungscharakter haben", sagte ein US-Regierungsvertreter. US-Außenminister Antony Blinken forderte eine "Deeskalation". Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow konterte: "Nach den Signalen, die wir in den vergangenen Tagen aus Washington und Brüssel vernommen haben, wäre es wohl naiv, einen Fortschritt – erst recht einen schnellen – vorauszusetzen."

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

zweigerl
2
0
Lesenswert?

Leichtgemachte Erpressung

Putin und seine Genossen wissen, dass der Westen keinen Krieg mehr riskiert. Mobilmachung in der EU? Bei der ersten Soldatenregistrierung sind Millionen Mütter auf der Straße. Und die männliche Jugend protestiert, weil sie in dem Glauben frohlockt , nun gäbe es bald eine Gratiserweiterung ihrer Computerkriegsspiele. Diese totale Ächtung des Krieges ist wahrlich ein zivilisatorischer Fortschritt, spielt aber den Russen und Chinesen in die Hände, die gezielt ihre geopolitische Eroberungspolitik in die Tat umsetzen können. Auch die USA, die den Russen den "Großen Vaterländischen Sieg" ermöglicht haben gegen den größenwahnsinnigen Mini-Napoleon, sind nun mit dem von Stalin gelernten russischen Neo-Imperialismus konfrontiert und werden scheitern. .