Lawrow macht DruckNach Gesprächen mit dem Westen: Russland hält neue Manöver ab

Die Ukraine meldet unterdessen einen massiven Hackerangriff auf Regierungsseiten. Lawrow macht Druck: USA und NATO sollen Sicherheitsgarantien geben.

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er russische Außenminister erhöhte am Freitag bei seiner Forderung an USA und NATO nach Sicherheitsgarantien den Druck © AP
 

 Nach Krisengesprächen zwischen Russland und dem Westen hat das russische Militär neue Manöver abgehalten. Im Wehrbezirk Ost habe es eine nicht angekündigte Überprüfung der Gefechtsbereitschaft gegeben, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag in Moskau mit. Der russische Außenminister erhöhte am Freitag bei seiner Forderung an USA und NATO nach Sicherheitsgarantien den Druck. Die Ukraine meldete unterdessen einen massiven Hackerangriff auf Internetseiten der Regierung.

Man werde nicht ewig auf eine Antwort warten, sagte Lawrow am Freitag in Moskau. Seine Regierung bestehe auf einer schriftlichen Antwort aus Washington und Brüssel, in der auf jede einzelne Forderung Russlands eingegangen werden müsse. Sollten einzelne Punkte abgelehnt werden, erwarte er dazu eine Erklärung. Die Beziehungen zwischen beiden Seiten sind auf einem Tiefpunkt angelangt. Gespräche auf Spitzenebene in dieser Woche haben keine Annäherung gebracht.

Keine Entspannung

Die USA hatten Russland erst in dieser Woche vorgeworfen, im Ukraine-Konflikt bisher keine Bemühungen um eine Entspannung gezeigt zu haben. Russland habe weiterhin rund 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine im Einsatz, sagte die US-Botschafterin bei der NATO, Julianne Smith, dem US-Sender CNN. Der Westen befürchtet eine Invasion in die Ukraine, was die Regierung in Moskau zurückweist.

Russland seinerseits geht es um Sicherheitsgarantien. So fordert die Regierung in Moskau unter anderem eine Zusage der NATO, dass die Ukraine nicht in das transatlantische Militärbündnis aufgenommen wird. Dies lehnt die Allianz kategorisch ab.

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video, das Kolonnen von Militärfahrzeugen zeigte und wie Panzer auf Eisenbahnwaggons verladen wurden. Soldaten seien zu entfernten Übungsplätzen gebracht worden. Ein Augenmerk sei zudem auf der Infrastruktur gelegen, "um den Transport von Truppen innerhalb einer bestimmten Zeit zu gewährleisten", hieß es.

Bereits am Mittwoch begannen im Süden Russlands mehr als 10.000 Soldaten auf mehr als 20 Übungsplätzen mit Manövern. Am selben Tag führten Vertreter der 30 NATO-Staaten und Russlands das erste Mal seit zweieinhalb Jahren Gespräche. Dazu gab es am Donnerstag auch eine Sitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. Bereits am Montag wurde ein hochrangiges Treffen von Vertretern Russlands und der USA in Genf abgehalten.

Hackerangriff

Die Ukraine meldete indes einen "weltweiten Angriff" auf die Internetseiten ihrer Regierung in der Nacht auf Freitag. Laut dem Bildungsministerium in Kiew waren am Morgen etwa die Homepages des Außenministeriums, des Energieministeriums, der Regierung und des Rettungsdienstes nicht abrufbar. Eine auf Cyberangriffe spezialisierte Einheit bei der Polizei habe Ermittlungen aufgenommen, teilte das Energieministerium mit. Wer hinter dem Angriff steht, war zunächst unklar.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bezeichnete den massiven Hackerangriff als "wahnsinnig besorgniserregend". Cyberattacken seien mittlerweile "Teil der diplomatischen Realität", sagte Schallenberg beim EU-Außenministertreffen in Brest weiter mit Verweis auf einen Hackerangriff auf das Außenministerium in Wien. Es müsste "sehr genau" beobachtet werde, "woher kommt das und was ist das genaue Ziel des Angriffs?"

Kommentare (4)
schadstoffarm
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Die russ. Führung

Will ihre kriegsziele wenn möglich auf friedlichem weg erreichen. Mit drohen, überreden und hybrider kriegsführung. Letztendlich wird Ihnen aber nix überbleiben als die panzer vollzutanken und zu starten.

reschal
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Zustimmung

Russland hat 1997 schriftlich zugestimmt, dass die NATO bis an russische Grenzen heranreicht. Heute wollen sie davon nichts mehr wissen.

reschal
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Hackerangriffe gegen Ukraine

Wer will mit einem Land, das mit Hackerangriffen Krieg führt etwas zu tun haben und Handel betreiben? Heute die Ukraine, welches Land wird es morgen sein?

peso
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reschal

Sie haben vollkommen Recht, die USA sind wirklich nicht mehr tragbar