Blau der Himmel, eher braun die Donau, eine Gruppe weiß-grauer Lachmöwen zieht vorbei am prächtigen Bau des Parlaments. Nur einer der Vögel schert aus und lässt sich nieder auf dem gewaltigen, neo-gotischen Prunkpalast, in dem seit rund zwölf Jahren die Fidesz-Partei von Regierungschef Viktor Orbán das Sagen hat; Baumeister Imre Steindl verbaute ab 1885 mehr als 40 Millionen Ziegel. Jetzt sitzt das Tier, völlig ungerührt, auf dem Gesims nahe der drei Fahnenstangen über dem Südportal. Stolz wehen dort zwei Fahnen im Wind, die ungarische Trikolore in Rot, Weiß und Grün, im Doppelpack.
Reportage
Wahl 2022: Diesmal muss Viktor Orbán um den Sieg kämpfen
Jahrelang galt Ungarns national-konservativer Premier als unbezwingbar. Doch das könnte sich ändern: Die Opposition hat einen Kandidaten aufgestellt, dem zugetraut wird, Orbán aus dem Sessel zu heben.
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