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CoronakriseBolsonaros Umfragewerte sinken auf Rekordtief

In einer Umfrage beurteilten 43 Prozent der Teilnehmer Jair Bolsonaros Amtsführung als "schlecht" oder "sehr schlecht".

Jair Bolsonaro
Jair Bolsonaro © APA/AFP/EVARISTO SA
 

Die Umfragewerte des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sind auf einen Tiefstand gefallen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage stuften 43 Prozent der Teilnehmer Bolsonaros Amtsführung als "schlecht" oder "sehr schlecht" ein. 33 Prozent der Brasilianer halten sie weiterhin für "gut" oder "sehr gut".

Der Anteil der Befragten, die Bolsonaros Amtsführung ablehnen, stieg damit innerhalb eines Monats um fünf Prozentpunkte und seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr um 13 Prozentpunkte.

Kritik an Umgang mit Coronavirus

Bolsonaro steht unter anderem wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie in der Kritik. Er bezeichnete die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als "kleine Grippe" und lehnt die von den Bundesstaaten angeordneten Corona-Beschränkungen ab, weil sie die Wirtschaft drosseln. Mit mehr als 25.000 Todesopfern ist Brasilien inzwischen eines der Epizentren der Pandemie.

Hinzu kommt eine schwere politische Krise. Am Mittwoch ließ der Oberste Gerichtshof Wohnungen und Amtsräume von dutzenden Vertrauten des Präsidenten durchsuchen, die der Mitgliedschaft in einem Netzwerk zur Verbreitung von Falschinformationen verdächtigt werden. Ziel dieses Netzwerkes sei es, Kritiker der Regierung sowie Mitglieder des Obersten Gerichtshofs zu diffamieren.

Gegen Bolsonaro selbst wird wegen des Verdachts der versuchten Justizbehinderung ermittelt. Im April war Justizminister Sergio Moro aus Protest gegen die Entlassung von Polizeichef Mauricio Valeixo zurückgetreten. Der ehemalige Anti-Korruptions-Richter Moro warf Bolsonaro unangemessene politische Einmischung in die Polizeiarbeit vor. Demnach soll der Präsident den Polizeichef und andere ranghohe Polizeivertreter gefeuert haben, um seine Familie vor Ermittlungen zu schützen.

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