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Reaktionen

US-Präsident drückte persönlich sein Beileid aus

Europa steht nach dem Anschlag unter Schock. Der französische Präsident Francois Hollande sprach von einem "Terroranschlag" - hier die internationalen Reaktionen.

FRANCE CHARLIE HEBDO ATTACK
Der französische Präsident Francois Hollande © APA/EPA/PHILIPPE WOJAZER / POOL
 

Der französische Präsident Francois Hollande hat den Anschlag auf die Redaktionsräume der Satirezeitung "Charlie Hebdo" am Mittwoch als "Terroranschlag" bezeichnet. "Daran gibt es keinen Zweifel", sagte der Präsident am Mittwoch in Paris, als er am Ort der Bluttat im elften Arrondissement von Paris eintraf. Es handle sich um einen "Schock für Frankreich".

"Kein barbarische Handlung wird je die Pressefreiheit auslöschen können. Wir sind ein geeintes Land, das sich zu helfen wissen wird", schrieb der Staatschef auf Twitter. Sämtliche Zeitungsredaktionen in Paris wurden unter Polizeischutz gestellt.

Die Zeitung "Charlie Hebdo" hatte in der Vergangenheit mehrfach mit provokanten Mohammed-Karikaturen für Schlagzeilen gesorgt. Die Täter drangen am Mittwoch mit "Allah ist groß"-Rufen in die Redaktionsräume der Satirezeitung ein. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet.

Hier die Reaktionen im Überblick:

Obama: "Feiger, bösartiger Angriff"

Nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris hat US-Präsident Barack Obama seinem französischen Amtskollegen Francois Hollande in einem Telefonat am Mittwoch persönlich kondoliert. Nach Angaben des Weißen Hauses versprach Obama Frankreich die Solidarität der USA und bot Hilfe bei den Ermittlungen und bei der Fahndung nach den Tätern an.

Bereits zuvor hatte der US-Präsident die Attacke in einer Erklärung als "abscheulich" verurteilt. Vor Journalisten sprach er später im Weißen Haus von einem "feigen, bösartigen" Angriff. "Frankreich ist einer unserer ältesten Verbündeten, unserer stärksten Verbündeten", sagte Obama.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Anschlag

Der UN-Sicherheitsrat hat sich der internationalen Empörung angeschlossen. Die Mitgliedsstaaten des mächtigsten UN-Gremiums verurteilten in einer am Mittwoch in New York veröffentlichten Erklärung die "barbarische und feige Terrorattacke", die sich gegen "Journalisten und eine Zeitung" gerichtet habe. "Akte von Terrorismus sind kriminell und durch nichts zu rechtfertigen", hieß es weiter. Der Sicherheitsrat verlangte, die Verantwortlichen für den Anschlag zur Rechenschaft zu ziehen.

Der blutige Anschlag ist auch von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mit Bestürzung aufgenommen worden. "Es war ein entsetzliches, durch nichts zu rechtfertigendes und kaltblütiges Verbrechen", erklärte Ban am Mittwoch am UN-Sitz in New York. Die Tat sei ein Anschlag gegen die Medien und die Meinungsfreiheit, "zwei Säulen der Demokratie". Es gelte nun, sich überall in der Welt "den Kräften der Spaltung und der Gewalt" entgegenzustellen.

Iran: "Nichts mit Islam zu tun"

Der Iran hat den Terroranschlag verurteilt. Terroranschläge gegen unschuldige Menschen hätten nichts mit dem Islam zu tun und seien daher inakzeptabel, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in einer Presseerklärung. Gleichzeitig fügte sie jedoch hinzu, dass Beleidigung von Religion und religiösen Persönlichkeiten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit genauso inakzeptabel sei.

Der Westen muss sich nach Ansicht des Jüdischen Weltkongresses gegen islamistischen Terror zusammenschließen und für Meinungsfreiheit kämpfen. "Das Ziel des Angriffs von Paris waren die Medien, aber es geht uns alle an", sagte WJC-Präsident Ronald S. Lauder am Mittwoch in New York nach dem Terroranschlag auf die islamkritische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris. "Wir dürfen uns von solchen Aktionen nicht einschüchtern lassen und müssen unsere westlichen Werte hochhalten und verteidigen, auch das Recht auf Meinungsfreiheit", so Lauder.

Rushdie verteidigt Recht auf Religions-Satire

Der britische Autor Salman Rushdie hat den Anschlag verurteilt. "Ich erkläre mich solidarisch mit 'Charlie Hebdo', so wie wir alle es tun sollten, um die Kunst der Satire zu verteidigen, die seit jeher im Dienst der Freiheit gegen die Tyrannei steht", sagte der Schriftsteller am Mittwoch in London.

"Religionen verdienen wie alle anderen Ideen Kritik, Satire und auch furchtlose Respektlosigkeit." Das Attentat in Paris bezeichnete Rushdie als das Ergebnis eines "religiösen Totalitarismus". In Verbindung mit modernen Waffen werde Religion "zu einer echten Bedrohung für unsere Freiheit".

Jean-Claude Juncker: "Barbarei"

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den Terroranschlag als "unerträglichen Akt" und "Barbarei" verurteilt. Juncker erklärte am Mittwoch in einer Stellungnahme in Brüssel, er sei "zutiefst schockiert von der brutalen und inhumanen Attacke" auf die Redaktion von "Charlie Hebdo". Juncker sprach im Namen der EU-Kommission Frankreich seine Solidarität aus und erklärte, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien.

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi äußerte "Entsetzen und Bestürzung". "Die Gewalt wird immer verlieren gegen die Freiheit und die Demokratie", schrieb der 39-Jährige am Mittwoch auf Twitter. Der Sozialdemokrat drückte seinem Gesinnungsgenossen, Frankreichs Präsident Francois Hollande, seine "totale Nähe (...) in diesem schrecklichen Moment" aus.

Tusk: "Brutale Attacke gegen unsere Werte"

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat den Terroranschlag als "brutale Attacke gegen unsere grundlegenden Werte, gegen die Meinungsfreiheit, den Pfeiler unserer Demokratie" verurteilt. Tusk erklärte am Mittwoch in einer Stellungnahme: "Der Kampf gegen den Terrorismus in allen Formen muss unablässig fortgesetzt werden." Auch Tusk sicherte Frankreich im Namen der EU Solidarität zu und kondolierte den Familien der Opfer.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) verurteilte den Terrorangriff als Anschlag auf die Pressefreiheit. "Dies ist ein schwarzer Tag für die Meinungsfreiheit und für eine lebhafte Pressekultur. Aber vor allem ist es eine entsetzliche menschliche Tragödie", sagte der AI-Direktor in Paris, Stephan Oberreit.

Auch im EU-Parlament wurde der Terroranschlag mit mindestens zwölf Toten fraktionsübergreifend verurteilt. "Der Angriff auf Charlie Hebdo ist eine Attacke auf die Presse- und Meinungsfreiheit, die zentrale europäische Werte sind, zusammen mit der Religionsfreiheit. Europa muss diese Werte verteidigen", forderte EVP-Fraktionschef Manfred Weber. "Keine Religion oder kein politisches Bekenntnis kann dazu verwendet werden, um Mord zu rechtfertigen."

"Indem Journalisten angegriffen werden, wird auf die Meinungsfreiheit und die Demokratie gezielt", erklärte die französische Sozialistin Pervenche Berès. "Nichts kann eine solche Barbarei rechtfertigen."

Cameron: Abscheuliche Tat

Der britische Premierminister David Cameron hat sich  entsetzt gezeigt. Es handle es sich um eine abscheuliche Tat. Sein Land stehe beim Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs.

Auch der finnische Ministerpräsident Alexander Stubb verurteilte den Angriff. "Wir müssen uns alle für die Rede- und Meinungsfreiheit einsetzen", schrieb er am Mittwoch über Twitter. Europarats-Generalsekretär Thorbjörn Jagland teilte mit, er sei "schockiert" über den Vorfall.

Obama verurteilt "abscheulichen" Anschlag

US-Präsident Barack Obama hat den Anschlag scharf verurteilt und der Regierung in Paris die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert. Frankreich sei der "älteste Verbündete Amerikas" und habe mit den USA gemeinsam gegen die Bedrohung durch Terroristen in der Welt gekämpft, erklärte Obama am Mittwoch.

Er habe seine Regierung angewiesen, den französischen Behörden "jede benötigte Unterstützung" zukommen zu lassen, um die Verantwortlichen für die "abscheuliche Attacke" zur Rechenschaft zu ziehen. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern dieser Terrorattacke und der Bevölkerung Frankreichs in dieser schwierigen Zeit", fügte der US-Präsident hinzu. Zuvor hatte bereits Obamas Sprecher Josh Earnest im Fernsehsender MSNBC gesagt, dass die USA den Anschlag mit zwölf Toten "auf das Schärfste" verurteilen.

Auch im US-Kongress löste die Attacke Entsetzen aus. "Wir müssen aufpassen, dass dies keine abschreckenden Auswirkungen auf die freie Meinungsäußerung hat", sagte die demokratische Senatorin Claire McCaskill der Nachrichtenagentur AFP. "Das ist, was diese gestörten und verdorbenen Leute wollen."

Faymann: Unsere Werte werden siegen

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat nach der Attacke in Paris seine Anteilnahme geäußert. Ein solches Attentat könne die Werte der freien, aufgeklärten Gesellschaft nicht angreifen. "Unsere Werte - Demokratie und Menschlichkeit, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit - werden siegen", erklärte der Kanzler am Mittwoch laut einer Aussendung.

Medienminister Josef Ostermayer (SPÖ) hat den Anschlag scharf verurteilt. Dabei handle es sich um einen "Anschlag auf die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Medien, einen Anschlag auf die Werte der Aufklärung, der modernen freien Welt und die Grundwerte der Menschlichkeit", wie er in einer Stellungnahme festhielt. Den Familien, Freunden und Kollegen der ermordeten Journalisten sprach Ostermayer sein Mitgefühl aus und betonte gleichzeitig, dass Meinungsvielfalt und Medienfreiheit "durch die Pariser Schüsse nicht getötet werden" können.

Kurz: Nicht einschüchtern lassen

Außenministerin Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich in ersten Reaktionen erschüttert. "Demokratische Gesellschaften wie unsere dürfen sich dadurch nicht einschüchtern lassen. Wir müssen weiterhin unsere Grundwerte wie die Presse- und Meinungsfreiheit mit Nachdruck verteidigen.", sagte Kurz laut einer Aussendung am Mittwoch.

Nach Außenminister Kurz brachte auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sein Mitgefühl zum Ausdruck und verurteilte den Terrorakt. Er wünsche "den französischen Behörden viel Erfolg für eine rasche Ergreifung der feigen Mörder und ihrer Hintermänner."

Omar Al-Rawi, Funktionär in der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) und SPÖ-Mandatar, zeigte sich auf Twitter "entsetzt und wütend" über den Anschlag. "Wer immer diese Kriminellen Verbrecher waren. Ich verurteile sie aufs Schärfste", schrieb Al-Rawi.

Harte Worten kamen vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC): "Wir Journalisten lassen uns von solchen feigen Morden nicht in der Verteidigung der Pressefreiheit beeinflussen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der ermordeten Kollegen", so ÖJC-Präsident Fred Turnheim in einer Aussendung. Es sei unerträglich, wenn Journalisten ermordet werden, nur weil dem Leser die Meinung der Autoren nicht gefalle.

Merkel: Angriff auf Meinungsfreiheit

Die abscheuliche Tat sei nicht nur ein Angriff auf die Franzosen und die innere Sicherheit Frankreichs. "Sie stellt auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist", schrieb Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telegramm an Frankreichs Staatschef Francoise Hollande.

Das deutsche Innenministerium erklärt, es bleibe bei der abstrakt hohen Gefährdungslage durch islamistischen Terror. Hinweise über eine konkrete Gefahr in der Bundesrepublik lägen nicht vor. Für eine Entscheidung über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland sei es noch zu früh.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg teilte mit: "Dies war eine barbarische Tat und ein abscheulicher Angriff auf die Pressefreiheit. (...) Terrorismus in all seinen Arten und Erscheinungsformen kann niemals toleriert oder gerechtfertigt werden."

Putin spricht Mitgefühl aus

Nach dem Anschlag hat Russlands Präsident Wladimir Putin jede Art von Terrorismus verurteilt. Der Präsident drücke sein "tiefes Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer und auch für die Menschen von Paris und alle Franzosen" aus, sagte ein Kreml-Sprecher am Mittwoch. "Moskau verurteilt scharf jede Form von Terrorismus."

Papst Franziskus hat das "grausame Attentat" entschieden verurteilt. Die Tat habe Tod gesät, die gesamte französische Gesellschaft in Trauer gestürzt und alle Menschen, die Frieden liebten, tief aufgewühlt, heißt es in einer Mitteilung des Vatikans vom Mittwochabend.

"Was auch immer der Grund ist, tödliche Gewalt ist abscheulich und niemals zu rechtfertigen." "Papst Franziskus nimmt im Gebet an den Leiden der Verletzen und der Familien der Verstorbenen teil und fordert alle dazu auf, sich mit jedem Mittel der Verbreitung des Hasses und jeder Form der Gewalt entgegenzustellen", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Israel will Kooperation gegen Islamisten

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat Frankreich sei Beileid ausgesprochen und eine Kooperation gegen Islamisten gefordert. "Israel fühlt den Schmerz Frankreichs an diesem Tag mit", betonte Lieberman am Mittwoch. "Wir dürfen es den Terroristen nicht erlauben, in der freien Welt Angst zu verbreiten", sagte er den Angaben zufolge nach dem Anschlag mit mindestens zwölf Toten. "Der Westen muss stark und einig gegen den Terrorismus zusammenstehen."

Muslimvertreter: "Krimineller Angriff"

Der blutige Anschlag ist auch von französischen Muslimvereinigungen scharf verurteilt worden. Der französische Rat des muslimischen Glaubens (CFCM) verurteilte am Mittwoch im Namen der "Muslime Frankreichs" entschieden den "barbarischen" Akt "gegen Demokratie und Pressefreiheit".

Auch die den Muslimbrüdern nahestehende Union der islamischen Organisationen Frankreichs (UOIF) kritisierte den "kriminellen Angriff und diese schrecklichen Morde". Die Zahl der Muslime in Frankreich ist nicht genau bekannt. Schätzungen gehen von bis zu fünf Millionen Menschen aus.