Der Iran hat die Straße von Hormuz für die Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt freigegeben. Dies teilte der iranische Außenminister Abbas Araqchi am Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. US-Präsident Donald Trump hält an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel fest. Diese solle bestehen bleiben, bis die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen seien, schrieb er auf Truth Social.
Iran: Meerenge für Kriegsschiffe gesperrt
Kriegsschiffe dürfen die Straße von Hormuz nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren. Handelsschiffe könnten die Meerenge dagegen auf einer festgelegten Route und mit Erlaubnis der Marine der Revolutionsgarden durchqueren, zitierte das Staatsfernsehen den Vertreter.
Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, erklärte Araqchi. Die Ölpreise gingen nach der Ankündigung um mehr als acht Prozent zurück.
Die Reederei Hapag-Lloyd verzichtet vorerst weiter auf Fahrten durch die Straße von Hormuz. Das Unternehmen prüfe zunächst die Ankündigung, dass die Wasserstraße für die verbleibende Zeit der Waffenruhe geöffnet sei. Hapag-Lloyd bewerte die Situation und die damit verbundenen Risiken, teilt der Konzern mit. bis auf weiteres sehe man von einer Durchfahrt durch die Meerenge ab.
Der Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormuz wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Woche drastisch verteuert. In Paris berieten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte.
EU fordert von Iran Verzicht auf Transitgebühren
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte den Iran unterdessen auf, Pläne für Transitgebühren in der Straße von Hormuz aufzugeben. Nach internationalem Recht müsse die Durchfahrt durch solche Wasserstraßen ermöglicht und kostenlos bleiben, erklärte Kallas auf der Plattform X. Ein Gebührenmodell würde einen gefährlichen Präzedenzfall für globale Seerouten schaffen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßt die Ankündigung des Irans zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Dies gehe in die richtige Richtung, sagte Macron am Freitag in Paris. Die jüngsten Entwicklungen seien ermutigend, auch wenn man weiterhin vorsichtig bleiben müsse. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz forderte, die Öffnung müsse „zuverlässig“ und „dauerhaft“ sein. Die iranische Ankündigung sei eine gute Nachricht. „Aber dies muss in vollkommener Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht so ausgestaltet werden, dass es keinerlei Einschränkungen gibt“, fügte Merz hinzu.
Der Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die strategisch wichtige Meerenge faktisch blockiert. Durch die Straße von Hormuz wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert. Dies hat die Energiepreise in den vergangenen Woche drastisch verteuert. In Paris berieten am Nachmittag zahlreiche Staats- und Regierungschefs, wie die Route militärisch gesichert werden könnte.