Der US-Geheimdienst CIA versorgt exil-iranische Kurdengruppen im Irak mit Geld und Waffen, um sie in den Iran schicken zu können. Dort sollen sie mit einem Aufstand eine neue Front im Iran-Krieg eröffnen. Auf den ersten Blick könnte das als gute Idee erscheinen: Die Islamische Republik müsste sich mit einem neuen Problem herumschlagen und Waffen und Soldaten gegen die Kurden statt im Krieg gegen Israel und USA einsetzen. Aber gut ist die Idee nur auf den ersten Blick.
Ein Kurdenaufstand würde dem Regime helfen, weil die Kurden sogar bei Teilen der iranischen Opposition als Separatisten gelten. Unruhen würden den innenpolitischen Rückhalt für die Mullahs stärken, nicht schwächen.
Die CIA-Aktion birgt auch das Risiko, dass die iranischen Nachbarländer Irak, Aserbaidschan und Türkei in den Krieg hineingezogen werden. Das irakische Kurdengebiet und Aserbaidschan werden schon jetzt vom Iran beschossen. Die Türkei wird nicht tatenlos zuschauen, wenn sich Kurden ein eigenes Gebiet im Nordwesten Irans und damit in der Nähe der türkischen Grenze erkämpfen.
Die Kurden riskieren beim Einsatz für die CIA, im Regen stehen gelassen zu werden, wenn USA und Israel ihren Krieg im Iran beenden. Erst vor wenigen Wochen hatten die Amerikaner die syrischen Kurden nach jahrelanger Partnerschaft fallengelassen. Ein Kurdenaufstand auf Geheiß Amerikas ist das Letzte, was die Region jetzt braucht.