Es sind Tage der großen Feiern: Österreich begeht das „Fest der Freude“ zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, gefeiert wird auch im Rest Europas – und in Russland. Eigentlich feiern alle dasselbe Ereignis – und doch treten genau jetzt die Konfliktlinien unter neuen Vorzeichen an die Oberfläche. Mit einer großen Militärparade auf dem Roten Platz feiert Moskau den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“, wie in Russland der Zweite Weltkrieg genannt wird. Doch zu den martialischen Feiern reisen keine Gäste aus dem westlichen Ausland an, dafür aber der chinesische Staatschef Xi Jinping. Und der russische Botschafter in Wien beschwert sich über den österreichischen Bundespräsidenten, dieser habe in seiner Rede die Verdienste der Roten Armee um die Befreiung Österreichs 1945 zu wenig gewürdigt. Wird Russland Unrecht getan?