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Koalitionszwist um LockerungenWöginger kontert Mückstein: "Man braucht auch Hausverstand"

Die ÖVP lässt die Angriffe von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gegen Kanzler Sebastian Kurz weiter nicht auf ihrem Obmann sitzen. Nachdem sich am Samstag schon Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) verwundert gezeigt hatte, legt nun Klubchef Wöginger nach. Und auch der Kanzler stellt klar: "Die Richtung stimmt".

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PK MIT OeVP-KLUBOBMANN WOeGINGER - 'FEHLER UND FALSCHE ANNAHMEN DER WKSTA GEGENUeBER GERNOT BLUeMEL'
VP-Klubchef August Wöginger © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die ÖVP lässt die Angriffe von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gegen Kanzler Sebastian Kurz weiter nicht auf ihrem Obmann sitzen. Klubchef August Wöginger hielt Mückstein gegenüber der APA vor, dass dieser Menschen im Sommer eine Maske im Freien tragen lassen wolle. Zu diesem Kurs sage die Volkspartei ein klares Nein. Zahlen alleine zählten nicht: "Man braucht auch ein Gespür für die Menschen und Hausverstand."

Kurz selbst nahm sich aus den Zwistigkeiten heraus und ließ am Sonntag nur eine Aussendung verschicken, in der er sich über die Entwicklung der Pandemie freute: "Während Inzidenz und Ansteckungszahlen stetig sinken, steigt die Zahl der Geimpften schneller als erwartet." Und er stellte klar: "Die Richtung stimmt". Innerhalb der Regierung handle man stets nach dem Grundsatz "so viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkung wie notwendig". Über weitere Öffnungsschritte schon im Juni wolle man weiterhin beim Experten-Gipfel am kommenden Freitag mit den Landeshauptleuten beraten.

Dieser straffe Öffnungskurs, den der Kanzler seit Tagen fährt, ist Anlass für Unstimmigkeiten. Zunächst kündigte er für die kommende Woche eine Entscheidung über eine weitere Lockerung der Maskenpflicht an, am Freitag legte er dann nur zwei Tage nach den großen Öffnungsschritten bei einem Auftritt in Tirol mit der definitiven Ankündigung nach, bei Abstandsregeln, Quadratmeter-Beschränkungen und Sperrstunden Erleichterungen vornehmen zu wollen.

Mückstein missfiel das, ähnlich etwa dem Vorarlberger Experten Armin Fidler, der als Regisseur der Testregion in seinem Bundesland gilt und in der Corona-Kommission sitzt. In den "VN" meinte er am Samstag in Richtung Kurz, wenn dessen Experten gute Experten seien, würden sie den Bundeskanzler vor vorschnellen Entschlüssen warnen: "Ich würde bis 1. Juli gar nichts ändern. Bis dahin sehen wir, was in Österreich mit der Öffnung passiert."

Mückstein formulierte weniger freundlich und kritisierte "relativ unkonkrete Ankündigungen" des Regierungschefs, die die Bevölkerung verunsicherten. Mit ihm würden keine Luftschlösser gebaut, er entscheide auf Basis von Daten und Fakten.

Gleichzeitig dämpfte Mückstein die Euphorie, indem er ankündigte, dass es Masken wohl sogar noch kommenden Winter brauchen werde. Outdoor werde man aber darüber reden können.

Nachdem sich am Samstag schon Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) verwundert gezeigt hatte, legte nun Wöginger nach: "Dass die Grund- und Freiheitsrechte niemals Luftschlösser sein dürfen, sollte jedem klar sein, insbesondere all jenen, die einen Eid auf die österreichische Verfassung geschworen haben", richtete er Mückstein aus. Die Regierung sei schon bisher mit ihrer Maxime so viel Freiheit wie möglich und so wenig Einschränkung wie aus gesundheitlicher Sicht notwendig in der bisherigen Bewältigung der Pandemie sehr gut gefahren.

Als Volkspartei werde man sicher keinem Vorschlag die Zustimmung geben, der es zum Ziel habe, Treffen in den kommenden Sommermonaten weiterhin auf vier erwachsene Personen zu beschränken. Diese Position werde durch die rapide steigende Zahl der Geimpften getragen und tagtäglich bestärkt. Die ÖVP habe sich als Ziel gesetzt, dem Vereinsleben, der Kultur und der Jugendarbeit wieder zum Aufblühen zu verhelfen. Denn diese hätten durch die Pandemie großen Schaden genommen, den es jetzt zu reparieren gelte.

"Als würden sich zwei Kerkermeister über Freiheit unterhalten"

FPÖ-Klubchef Herbert Kickl meinte in einer Aussendung Richtung Kurz, dieser müsse sich nicht wundern, dass Freiheitsbeschränkungen propagiert würden, wenn er sich einen "bekennenden Freund der Kommunisten" in die Regierung hole. Die Debatte erwecke ohnehin den Anschein, "als würden sich zwei Kerkermeister über Freiheit unterhalten". Gerade die ÖVP, die ganz Österreich in ihre Geiselhaft und unter Kontrolle genommen habe, werde hier keine Glaubwürdigkeit mehr erlangen.

Wie es inhaltlich weitergeht, könnte am Freitag feststehen. Denn für diesen Tag ist ein Austausch von Regierung und Landeshauptleuten mit Experten angesetzt.

Kommentare (99+)
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mahue
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Manfred Hütter: Kommentare

Manfred Hütter: voith60 und Co

Noch nicht kapiert, dass Ihr über Personen egal ob Politiker oder manche Poster abfällig sprechen. Dazu zählt Verniedlichung von Namen, auch andere Poster sind auf diesem Terrain Profis, kenn diese Sprache nur vom Fußballplatz, wenn Eltern von Mitspielern im Team meines Sohnes auszucken.

mahue
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Manfred Hütter: Zusatz

richtig "sprecht" habe zuerst auf voith 60 auf seinen Kommentar direkt geantwortet (kopiert) da war "Sie" und "sprechen".

Ichweissetwas
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Wöginger´s Stil ist

immer und überall: Angriff ist die beste Verteidigung...!

UHBP
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Wöginger kontert Mückstein: "Man braucht auch Hausverstand"

Und gleichzeitig stellt sich Wöginger die Frage: Woher soll ich den jetzt bekommen?

Ragnar Lodbrok
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Wöginger und Hausverstand in einem Satz...

...🤣

isogs
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Joeh!

Wieso redet er von was, das er nicht hat?

helmutmayr
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Wie recht der

Gustl hat. Er merkts Sekund um Sekund wie zach es ohne Hausverstand ist.

harri156
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Der Hausverstand sagt mir, dass es so nicht gutgehen kann…

Heute war ich in vier Lokalen. Nur bei einem einzigen musste ich den 3G Nachweis erbringen und die Registrierung ausfüllen. Bei den anderen bekam ich mein Getränk ohne weitere Fragen. Das Lokal mit der korrekten Kellnerin war das am schlechtesten besuchte. So wird das nichts…..

ilselampl
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ja, ja................

die Freiheit der Meinung..............

Mein Graz
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Wöginger kontert Mückstein: "Man braucht auch Hausverstand"

Und warum verwenden die Türkisen diesen nicht?

Mir sagt der Hausverstand, dass man nichts voraussagen kann...

ilselampl
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....aber bis jetzt hat alles gestimmt....

auch im September hätte es gestimmt..........

Mein Graz
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@ilselampl

....aber bis jetzt hat alles gestimmt....

Klar.

Bei einer WM der populistischen Aussagen oder auch beim Zurückrudern bzw. Relativieren wären die Türkisen Weltmeister...

satiricus
4
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Herr Wöginger - mein Hausverstand....

.... sagt mir, dass Sie als Politiker absolut fehl am Platz (im Parlament) sind!
Und mit dieser Meinung steh ich nicht alleine da!
Traurig, wenn der geistige Horizont bereits beim Brett vorm Kopf endet......

hakre
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?

sonst nichts Gescheiteres?

voit60
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der kleine Gusterl und Hausverstand

das ist wirklich eine lustige Geschichte vom Rot Kreuzler.

Irgendeiner
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Naja,man kann das so lesen,Wöginger ist ein Fels

der Taulosigkeit in der Brandung des Wissens und er steht eisern und nervt.

harri156
5
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Guter Vorschlag!

Ich finde Wöginger sollte mit gutem Beispiel voran gehen und sich im Falle einer akuten Blinddarmentzündung von einem Menschen mit gutem Hausverstand operieren lassen. Ärzte sind ausgenommen…..

brody1977
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Gibt's die Mutationen noch

Mit denen würde ja Angst gemacht und wieder zur Impfung aufgerufen. Jetzt hört man auf einmal nichts mehr davon, man liest nur mehr wieviel geimpft sind und wieviel sich testen lassen.
Über den Hauaverstand bei Wöginger und Kurz brauch ma net reden, der ist unter 0

Hako2020
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Hausverstand

sollte nicht mit einer Gabel gegessen werden.Fällt alles durch.

Miraculix11
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Wo wird eigentlich eine Maske im Freien getragen?

Da gibts doch ganz wenige Fälle, 95% der Leute brauchen bei dem was sie im Freien tun ohnehin keine Maske :-)

Henry44
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Wie kann man als Spitzenpolitiker

in der Öffentlichkeit derart ungeschickt und unprofessionell agieren? Das ist ein Armutszeugnis für alle Beteiligten.

Primär für den BK, der nicht abgesprochene Maßnahmen herausposaunt, um mit positiven Entwicklungen bei der Corona müden Bevölkerung zu punkten. Aber auch Herr Mückstein hätte seine Korrekturen inhaltlich gleich, aber geschmeidiger vorbringen können. Es ist selten gut, sofort die direkte Konfrontation zu suchen, vor allem in einer Koalition sehr unterschiedlicher Partner.

Die Herren Wöginger und Kickl sind ein eigenes Kapitel, über das es besser ist, zu schweigen.

schteirischprovessa
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Eine alter Grundsatz ist es, z. B. bei

Produktentwicklungen und - Verbesserungen neue Änderungen vorzunehmen, bevor nicht die letzten Anpassungen validiert und deren Wirksamkeit verifiziert sind.
Genau das hat Mückstein ausgedrückt und ich denke, er hat da vollinhaltlich recht.
Damit dauert die Rücknahme aller Maßnahmen zwar etwas länger, doch unliebsame Überraschungen, die einen neuen Lockdown notwendig machen könnten, sind unter Kontrolle.
Auch wenn es schwierig ist, dies einer Bevölkerung nach mehr als einem Jahr Einschränkungen schwer zu verkaufen ist.

voit60
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mit dem neuen Gesundheitsminister

tun sich diese türkisen Hacklwerfer doch ein wenig schwerer, der ist nämlich im Gegensatz zu den meisten, auch türkisen Politikern, nicht von dieser abhängig. Der ist kein Studienabbrecher, der hat eine sehr gute Ausbildung, und kann jederzeit in seinen Beruf zurück kehren. Wohin will der Kurz, die Köstinger oder der Wöginger zurück kehren?

kritik53
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Studienabbrecher

Ohne auf die Aussagen einzugehen, frage ich mich, was das mit Studienabbrecher zu tun hat.
Ich gehe davon aus, dass die meisten Kommentatoren über keine Matura verfügen, und daher nie in die Lage gekommen sind, ein Studium abzubrechen.

bimsi1
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Bei einer Inzidenzzahl von ca 50

Bei diese4 erfreulichen Zahl darf man freilich von neuen Erleichterungen sprechen, das sagt der Hausverstand.

Immerkritisch
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Wie oft denn

noch?????

 
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