MedienberichteWirecard könnte bei ÖBB-Auftrag Insiderwissen gehabt haben

Aufgrund der E-Mail-Korrespondenz wird vermutet, dass der nun auf der Flucht befindliche damalige Wirecard-Vertriebschef Jan Marsalek Insiderwissen hatte.

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Interne Mails liegen dem Rechercheverbund von ORF, "Standard" und "profil" vor © AP
 

Der ORF, "profil" und "Standard" haben Zugriff auf E-Mails zwischen den ÖBB und dem mittlerweile insolventen deutschen Zahlungsabwickler Wirecard erhalten und vermuten, dass Wirecard bei einer Ausschreibung des ÖBB-Personenverkehrs 2015 mit Insiderwissen "getrickst" haben könnte, um den Zuschlag zu erhalten. Die ÖBB bestreiten das, der damalige ÖBB-Generaldirektor und spätere SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern war nach eigenen Angaben in die Auftragsvergabe nicht involviert.

Zahlungssystem für ÖBB

Bei der EU-weiten Ausschreibung im Mai 2015 mit einem Auftragsvolumen von 24 Mio. Euro ging es um die Abwicklung des elektronischen Zahlungssystems für den ÖBB-Personenverkehr. Das Angebot von Wirecard dürfte anfangs zu teuer gewesen sein. Die Personenverkehrstochter der ÖBB zog die Ausschreibung zurück und bei der neuen Ausschreibung erhielt Wirecard den Zuschlag. Aufgrund der E-Mail-Korrespondenz kann man vermuten, dass der nun auf der Flucht befindliche damalige Wirecard-Vertriebschef Jan Marsalek Insiderwissen hatte.

Der Einspruch eines Mitbewerbers blieb erfolglos. Mit der Erfüllung des Vertrags durch Wirecard waren die ÖBB später nicht zufrieden, den Berichten der in die Auswertung der Mails involvierten Medien zufolge bezahlte Wirecard bis 2019 Vertragsstrafen von mehreren Hunderttausend Euro.

Kern sei in den Deal nicht eingebunden gewesen

Den Kontakt zwischen ÖBB und Wirecard soll ein ÖVP-naher Berater hergestellt haben, der aber gegenüber den recherchierenden Medien erklärte, er habe dafür weder einen Vertrag gehabt noch Geld bekommen. Der damalige ÖBB-Chef und spätere SPÖ-Bundeskanzler Kern erklärte, er sei in den Deal nicht eingebunden gewesen.

Aus dem zuständigen Verkehrsministerium hieß es am Samstag, man habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Informationen reagiert und im Wege des Aufsichtsrats einen unabhängigen Bericht durch einen Wirtschaftsprüfer beauftragt. "Dieser soll alle Ereignisse und Vorgänge nochmals extern umfassend überprüfen", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

Kommentare (14)
dieRealität2020
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ich würde sofort den derzeit tagenden UsA anrufen in Kenntnis setzen

Dass er alle Angelegenheiten zu Wirecard sofort Mituntersuchen sollte, da Verdacht besteht das auch diese Causa mit Ibiza zusammenhängt. Erstens könnte man verlängern und könnte in noch mehr zwar bedeutungs- und wertlose SMS herumstochern um den persönlichen Geltungsdrang zu befriedigen. Aber vielleicht findet doch auch ein blindes Hendl (sprich Mitglied) ein Korn. Bis dato wird nur in der Kacke (lt. Duden zulässig) herumgetickt.

Horstreinhard
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Bezug hatte er zu den Neos

Keine Sorge, da kommt dann nichts in den Untersuchungsausschuss...

peso
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Was heißt ÖVP-nahe?

Ist er bei der ÖVP oder nur mit einem ÖVPler befreundet, wählt er sie regelmäßig oder ist vielleicht nur seine Frau die Tochter eines schwarzen Gemeinderates in Sticksenbach? Jetzt genügt allein der Ausdruck "nahe", um von den Medien die ganze Schuld zu bekommen.
Ich weiß zB, dass mehrere Beamte des Finanzministeriums immer Rot wählen, aber das wurde von den links gerichteten Medien nie ins Spiel gebracht, da ist immer nur vom Chef die Rede, wohingegen bei der ÖBB der Chef plötzlich nichts über einen 24 Mio Auftrag zu wissen braucht.....weil er ja ein roter ist und in Wien für die SPÖ ja grundsätzlich narrenfreiheit gilt. (siehe Bau-Politik Skandale)

schadstoffarm
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Du weißt mehr als wahr ist

Strasser Sekretär und für die övp im Stiftungsrat. Da das aber nur für bier&tschick langt muss dazuverdient werden.

knapp
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Warum flüchten Sie, wenn es um den Nahbereich der ÖVP geht, in SPÖ-Anschuldigungen?

Die Mitzitant wählt grün, der Huberbauer Pink und Beamte im Finanzministerium eventuell rot. Und wen interessierts? Ist doch schließlich privates Wahlgeheimnis. Wenn ich den Begriff "linksgerichtete Medien" schon lese, stellt es mir die Grausbirnen auf. Konsumieren Sie was Sie möchten, von mir aus Unzensuriert oder Wochenblick usw. Solange ein Beamter keine ungesetzlichen Dinge macht, geht das niemanden etwas an, auch keine "rechtsgerichteten Medien" (falls es sowas in Ihrem Wortschatz auch geben sollte). Xund bleiben!!

hortig
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Kern

Na der soll von so einem Deal nichts gewusst haben.... Ist noch schlimmer als Bluemel. Aber das wird sicher verschwiegen werden, ist ja ein SPÖ ler.

UHBP
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@hor....

Wenn du lesen und verstehen würdest, dann hättest dir deinen Kommentar ersparen können. So wie die meisten Türkisen hier.
Wo steht denn, dass Kern vom Deal nichts gewusst hat?
"Kern sei in den Deal nicht eingebunden gewesen"
Großer Unterschied, wenn man es versteht.

schadstoffarm
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Wird ziemlich laut verschwiegen

Was eigentlich? Glaubst dass der zund vom kern kam oder bei einem Umsatz von 4.4 Mrd die Ausschreibung eines zahlungsdienstleisters vom ceo überwacht werden muss?

hansi01
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Für was bekommen die Bosse von solchen Firmen ihr hohes Gehalt

Sie wissen nichts, waren nie für etwas verantwortlich usw.
Herr Kern geben sie ihr Gehalt welches sie als Chef der ÖBB erhalten haben zurück. Für das nichts Wissen und keine Verantwortung tragen genügt, dass sie ein warmes Büro zur Verfügung hatten.

schadstoffarm
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Hansl drah auf

Hast zwar keine Ahnung von Verantwortung deswegen muss man sie trotzdem einfordern.

iMissionar
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Wie kann Kern davon nichts wissen?

Entweder ist es eine Schutzbehauptung, wenn man als Chef von 24 Millionen Euro dubiosen Großaufträgen nichts weiß. Oder man ist als Chef unfähig, wenn man nicht mitbekommt was im Unternehmen für 24 Millionen Euro passiert. Was denn nun?

Landbomeranze
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Die Investigativen von Standard, Falter und ORF stecken hinter der Recherche

Das besagt alles. Da kann Kern einfach nichts wissen, der unterzeichnete wohl erst Deals fern dre 100 Millionen, aber wichtig ist der ÖVP-nahe Berater. Übrigens waren die damals zuständigen Infrastrukturminister der Reihe nach Bures, Stöger, Klug Leichtfried. S´wär nur wegen der politischen Verantwortung. Würde mich nicht wundern, wenn die bei der ÖVP landen würde. ÖVP naher Berater, eh schon wissen. Wie messen die Investigativen übrigens die Nähe zur ÖVP? Würde mich interessieren. Den Kurz freundlich grüßen, ihm die Hand geben oder gar ÖVP wählen? Hätte gerne Aufklärung! Wird es aber wohl nicht geben!

scionescio
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„ Den Kontakt zwischen ÖBB und Wirecard soll ein ÖVP-naher Berater hergestellt haben, der aber gegenüber den recherchierenden Medien erklärte, er habe dafür weder einen Vertrag gehabt noch Geld bekommen“

Wieder einer dieser zahllosen ÖVP Gutmenschen, die es sich leisten können, nur gut zu sein, weil sie anscheinend kein Geld verdienen müssen, um davon ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können .... aber wahrscheinlich bekommen, die alles „geschenkt“, weil sie ja so gut sind ...

Landbomeranze
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Fragens halt den Kern, ob er was erhalten hat!

Der wird ja wohl wissen, wofür die ÖBB 24 Mio ausgegeben hat und wer da mitgeschnitten hat.