Mit „Daham statt Islam“ machte die FPÖ jahrelang Wahlwerbung in Wien. Dies scheint sich nun ein wenig geändert zu haben. Im ZiB 2-Interview mit FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp startete Moderator Armin Wolf das Gespräch mit dem Hinweis darauf, dass der FPÖ-Politiker Leo Lugner dieses Jahr beim Fastenbrechen eines türkischen Vereins gewesen war. Bei demselben, den Herbert Kickl letztes Jahr noch verbieten wollte.

„Staatsbürgerschaft nicht verschenken“

Nepp konterte, dass Lugner privat dort gewesen sei und sich die Einstellung der FPÖ nicht geändert habe. Wolf wies Nepp darauf hin, dass der Politiker selbst den Verein als „radikal-islamischen Verein“ bezeichnet habe, der „in unserer Gesellschaft keinen Platz hat“.

Der Frage, ob es dann also ok sei, als Geschäftsmann dort zu sein, wich Nepp aus. Für ihn gäbe es eine Trennlinie zwischen Staatsbürgern, die sich integriert haben, und Vereinen und Personen, die sich aus religiösen Motivationen in die Politik einmischen wollen.

Wolf versuchte daraufhin, das Gespräch auf die Einkommensgrenze von 1100 Euro netto, nach Abzug der Fixkosten, zu lenken, die jemand verdienen müsse, um die Staatsbürgerschaft zu bekommen. Als Beispiel nannte Wolf die zahlreichen Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger aus anderen Ländern, die nie die Grenze erreichen könnten. Nach langem Hin und Her meinte Nepp: „Ich finde sie ok, aber ich bin gegen ein Verschenken der Staatsbürgerschaft“.

Die „Scheißblatt“-Debatte

Später lenkte Wolf das Interview noch auf den Tweet von Nepp, in dem dieser die Zeitung „Der Standard“ als „Scheißblatt“ bezeichnet hatte. Daraufhin entbrannte eine hitzige Diskussion. Wolf wollte wissen, ob es eines Politikers würdig sei, zu sagen, dass man Zeitungen, die kritisch berichten, die Presseförderung streichen solle. Auf die Fragen des ZiB-Moderators ging Nepp jedoch nicht ein und warf dem ORF stattdessen vor, dass Bürgermeister Michael Ludwig angeblich angerufen und Duelle der Spitzenkandidaten verhindert habe.