"Der Tod der Queen könnte dazu führen, dass London erstmals voll ist." So zitierte das Magazin "Politico" schon im Vorjahr aus einem vertraulichen Memo aus dem Umfeld des Buckingham Palace. Unter dem Code "Operation London Bridge" ist streng nach Protokoll minutiös durchgeplant, welche Schritte nach dem Tod von Queen Elizabeth II. wann und wo zu erfolgen haben.

Unter anderem bereitet man sich auf eine umfangreiche Sicherheitsoperation vor, um laut Memo "beispiellose Menschenmengen und Reisechaos" zu bewältigen.

Meistbesuchte Stadt

Nun ist London mit knapp 20 Millionen Touristen pro Jahr nach Bangkok (und noch vor New York und Paris) prinzipiell an Gäste-Anstürme gewohnt. Doch rund um die bevorstehenden Begräbnisfeierlichkeiten – laut "Operation London Bridge" hat dies am kommenden Wochenende zu erfolgen – dürfte die britische Hauptstadt vor einem noch nie dagewesenen Gästeansturm stehen.

Hotelpreise ziehen stark an

Die ersten Vorzeichen zeigen sich schon anhand der Hotelpreise. Bereits eine Stunde nach Bekanntwerden des Todes (Codename: "London Bridge is down") gab es für das Wochenende von Freitag, 16. September bis Sonntag, 18. September, auf der Buchungsseite Booking.com kaum noch Zimmer für unter 500 Euro (für zwei Nächte). Und wenn sie günstiger waren, dann handelte es sich meist um Hotelzimmer mit Gemeinschaftsbad oder Zimmer ohne Fenster.

Der Preis für zwei Nächte in einem Zimmer ohne Fenster stieg binnen Stunden auf 865 Euro (ohne Rabatt)...
© UDU/Booking.com

Aber selbst bei Hotelzimmern ohne Fenster steigen die Preise rasant: Ein 14 Quadratmeter kleines Zimmer ohne Fenster im "Z Hotel Gloucester Place" kostete Freitagnachmittag (für zwei Nächte von 16. bis 18. September) bereits 865 Euro auf Booking.com (ohne Mitgliedsrabatt - mit Rabatt 779 Euro). Ein paar Stunden zuvor waren es 496 Euro.

Selbiges Zimmer ohne Fenster kostet für nur eine Nacht (von nächsten Samstag auf Sonntag) bereits 479 Euro....

Viele Zimmer über 500 Euro pro Nacht

Der Großteil der Londoner Zimmerpreise für das kommende Wochenende bewegte sich auf Booking.com Freitagfrüh zwischen 500 und 1000 Euro für zwei Nächte. Freitagnachmittag zogen die Preise vielfach bereits auf über 500 Euro für nur eine Nacht (von nächstem Samstag auf Sonntag) an.

Deutlich merkbar ist auch ein nochmaliger Preisanstieg von Donnerstagabend zu Freitagfrüh. Eines der günstigsten Hotels im Angebot, das "Point A in Shoreditch" zog mit den Preisen für ein Doppelzimmer von 356 Euro am Donnerstag auf 433 Euro am Freitag an.

Bei den auf Booking.com ganz oben angezeigten Hotels (diese zahlen meist für die obere Platzierung eine Extra-Gebühr) stiegen die Preise ebenso stark an:

Zimmerpreise im Fünfsternhaus "Royal Lancaster" haben sich seit Donnerstagabend verdoppelt
© UDU/Booking.com

Von 876 auf 1577 Euro binnen weniger Stunden

Im Fünfsterne-Haus "Royal Lancaster" zum Beispiel stiegen die Preise mit schwindender Verfügbarkeit von Zimmern von 788 Euro am Donnerstag auf 957 Euro am Freitag (bzw. ohne Stammkundenrabatt von 876 auf 1182 Euro für zwei Nächte). Freitagnachmittag kosteten dieselben zwei Nächte im "Royal Lancaster" ohne Rabatt bereits 1577 Euro.

Und es ist davon auszugehen: mit jedem Tag und jeder Stunde werden die Zimmer knapper – und teurer – werden ...