In den ersten beiden Pandemiejahren ist die Zahl der Verkehrstoten gesunken. Heuer sind laut den Zahlen des Innenministeriums zwischen 1. Jänner und 13. April bereits 90 Menschen im Straßenverkehr gestorben. Im Osterreiseverkehr steigt das Risiko deutlich an. In den vergangenen 15 Jahren verunglückten an den Osterwochenenden 73 Menschen bei fast 4300 Unfällen tödlich. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Einschränkungen findet Ostern heuer wieder ohne Restriktionen statt.

Die beiden ersten Coronajahre waren verkehrsmäßig ruhiger. Die 90 Toten heuer sind ein Plus um 55 Prozent im Vergleich zu 2021, damals starben bis 13. April 58 Menschen auf den Straßen, 2020 waren es 78 gewesen. 50 Tote gab es bisher in Pkw, 26 Personen verunglückten als ungeschützte Verkehrsteilnehmende tödlich – also zu Fuß oder mit Fahrrad – und das, obwohl die "Outdoor"-Saison mit Mai erst so richtig beginnt, berichtet der ÖAMTC.

Im Vorjahr gab es am Osterwochenende 215 Unfälle, dabei wurden vier Menschen getötet und 218 verletzt. Ostern 2020 fiel mitten in den ersten Lockdown, der damals auch noch verstärkt eingehalten wurde. 2020 gab es am Osterwochenende 164 Unfälle, dabei wurden vier Menschen getötet und 171 verletzt. Im Jahr 2019 – vor Corona – waren es 406 Unfälle mit sieben Toten und 491 Verletzten. Die meisten Todesopfer seit Beginn der Aufzeichnungen gab es 1976 mit 39 zu Ostern, berichtet

der ÖAMTC.

 

Bisher ist der Osterreiseverkehr ausgeblieben, am kommenden Wochenende könnte sich das aber ändern. "Am Osterwochenende ist auf Österreichs Straßen immer viel los – zwischen Karfreitag und Ostermontag kommt es deshalb auch häufiger zu Unfällen, insbesondere wenn Ostern so spät fällt wie heuer", sagte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose.

Auch wenn die Wetter-Prognosen durchwachsen sind, erwartet Nose heuer aufgrund des späten Ostertermins ein höheres Verkehrsaufkommen und einen größeren Mix an Verkehrsteilnehmenden: "Da es zu Ostern erstmals seit zwei Jahren keine pandemiebedingten Einschränkungen mehr gibt, werden vermehrt Personen für Tagesausflüge unterwegs sein, darunter viele mit Motorrad oder Fahrrad." Gerade wer nach der Winterpause mit dem Zweirad wieder in die Saison startet, sollte es langsam angehen.

Die häufigsten Unfallursachen der vergangenen Jahre sind Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. "Fahrfehler in Kombination mit unzureichendem Sicherheitsabstand führen in der Regel zu schwersten Unfällen", sagte der Experte des Mobilitätsclubs. Nach Einschätzung des ÖAMTC sind die Wahl einer angepassten Geschwindigkeit sowie ausreichender Sicherheitsabstand die besten Mittel, um folgenschwere Unfälle zu vermeiden. "Auch wenn es unrealistisch klingt: Der Abstand auf städtischen Hauptstraßen sollte etwa fünf Autolängen entsprechen", betonte Nose.

Auch neigen viele Menschen in der wärmeren Jahreszeit und bei guter Wetterlage zur Selbstüberschätzung und zu unüberlegten Fahraktionen. Die Polizei verstärkt wie üblich zu Ostern die Präsenz, Schwerpunkteinsätze gibt es in ganz Österreich. Die sichtbare Präsenz der Exekutive erhöht die Aufmerksamkeit und fördert ein korrektes Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmenden, betonte der ÖAMTC.