BurgenlandPolizei schoss auf Schlepperfahrzeug

Klein-Lkw war an Grenze bei Neckenmarkt auf Polizeikontrolle zugerast. Schlepper konnte entkommen, 30 Migranten suchten um Asyl an.

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© Juergen Fuchs
 

Polizisten haben am Donnerstag an der ungarisch-österreichischen Grenze nahe Neckenmarkt (Bezirk Oberpullendorf) auf ein mutmaßliches Schlepperfahrzeug geschossen. Laut ungarischer Polizei raste ein Klein-Laster auf den Grenzübergang und die Beamten zu, die das Fahrzeug stoppen wollten. Sie gaben Schüsse auf den Wagen ab, den der Fahrer noch nach Österreich lenkte, bis er nach einigen hundert Metern fahruntauglich wurde. Der Lenker ist flüchtig, 30 Migranten wurden gefasst.

Eine Polizeistreife hatte vor dem Anhalteversuch Alarm geschlagen, da sie in der Nähe des Grenzüberganges die Insassen eines Pkw mit litauischem Kennzeichen kontrollierten und dabei der Verdacht entstand, dass es sich um ein Sondierungsauto für Schlepperei handelt. Sie informierten eine nahe Polizeieinheit, die den Klein-Laster entdeckte.

Der Lenker fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf den Grenzübergang zu, auch die Schüsse konnten ihn zunächst nicht stoppen. Erst auf österreichischer Seite kam das Fahrzeug zu stehen.

Ermittlungen gemeinsam mit Ungarn

Das Landespolizeikommando Burgenland bestätigte am Freitag den Vorfall. Die Exekutive sei am Donnerstag gegen 14.00 Uhr auf einen abgestellten Klein-Lastwagen aufmerksam gemacht worden. Dieser stand auf einem Güterweg nahe Neckenmarkt und wies Einschusslöcher vom Anhalteversuch auf ungarischer Seite auf, erklärte Polizei-Sprecher Helmut Marban.

30 Flüchtlinge wurden in der Nähe aufgegriffen, über ihre Herkunft ist noch nichts bekannt. Sie beantragten Asyl und werden nun als Zeugen zu der Aktion und dem flüchtigen mutmaßlichen Schlepper einvernommen. Die Ermittlungen laufen gemeinsam mit den ungarischen Kollegen, so Marban.

Kommentare (6)
Raila
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Warum

Und warum werden sie nicht zurück nach Ungarn gebracht ?
Ist es da neuerdings unsicher ?

DieGrazerFamilie
1
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Höchste Zeit für besseren Schutz

Was muss noch alles passieren, bevor alle Grenzübergänge entsprechend gesichert werden und bessere Schutzausrüstung, sowie ausreichend gepanzerte Fahrzeuge für die Polizei und den Grenzschutz angeschafft werden?
Mit entsprechend einfachen und günstigen baulichen Maßnahmen (Sandsäcke und Betonleitwände als S-Kurve aufgestellt) könnte diese Art von höchst gefährlichen illegalen Grenzübertritten schnell und effektiv verhindert werden.
Und was die die Geschnappten betrifft: sofort abschieben, dazu lebenslanges Einreiseverbot. Ehrliche Leute könnten auf "normalen" Wege auch um Asyl ansuchen!

griesbocha
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Ganz schön riskant der Schussgebrauch,

wenn die Ladefläche mutmaßlich voller geschleppter Personen ist.

Popelpeter
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Hoffentlich alle

Pcr getestet und geboooostert!!!

Pelikan22
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Das versteht keiner!

Warum kann ich, wenn ich beim unerlaubten Grenzübertritt ertappt werde, einen Asylantrag stellen. Wenn ich eine Bank überfalle und dabei erwischt werde, kann ich dann auch Selbstanzeige machen und verlangen, dass mir die Bank Geld überweist?

GanzObjektivGesehen
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Eine Menge Asylanträge und ein Entkommener Schlepper.

Einerseits würde ich mir mehr und besser für solche Einsätze ausgebildete und ausgerüstete Beamte wünschen.

Andererseits blicke ich in solchen Situationen mit ein bisschen Wehmut auf die Zeit mit Grenzen zurück. Vieles war zwar langsamer und komplizierter, aber auch sicherer……