Wie ging es den österreichischen Singles im vierten Lockdown? Trotz Pandemie insgesamt sehr gut, bestätigen 72 Prozent der Befragten in einer Studie im Auftrag der Online-Partneragentur Parship. Sie sind dankbarer geworden (77 %) – für ihre Gesundheit, ihre Familie, ihre Arbeit – und denken bei Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung wie Masken und Lockdown solidarisch ans Gemeinwohl (75 %).

Dennoch fehlt 58 Prozent der Singles eine Perspektive, es macht ihnen zu schaffen, dass kein Ende der Pandemie in Sicht ist. Fast die Hälfte der Befragten entscheidet sich wohl auch aus diesem Grund dafür, den Nachrichten zum Thema Corona nicht mehr zu folgen. Vier von zehn Singles haben aufgrund der äußeren Umstände die Hoffnung aufgegeben, bald einen Partner zu finden. Sie alle möchten zwar gerne wieder auf Dates gehen, aber der Gedanke, „in echt“ jemanden zu treffen, löst bei 39 Prozent der Singles Unbehagen aus. Das ergab eine repräsentative Studie unter 436 Singles, die Marketagent von 23. November bis 2. Dezember durchgeführt hat.

Unbehagen vor echten Dates

Die Frage nach den 2G – geimpft oder genesen – stellen 35 Prozent der Singles in jedem Fall ihrem potenziellen Date. Denn wer sie mit Nein beantwortet, hat keine Chance auf ein erstes Kennenlernen. Das gilt sowohl für weibliche als auch männliche Singles und erst recht für ältere Singles ab 60 Jahren. Hier erkundigen sich 53 Prozent nach dem Impfstatus, bevor sie einem Date einwilligen. Dafür sind sie deutlich entspannter, wenn es schließlich zum Date kommt: Während mehr als die Hälfte der Singles unter 30 Jahren nervös wird, wenn sie an ein „echtes“ Treffen denkt, bestätigen dies nur 30 Prozent der über 60-Jährigen.

Vor allem Männer geben Hoffnung auf

Junge Singles sind es auch, die sich in ihrem sozialen Umfeld eher rechtfertigen müssen, wenn sie trotz Corona neue Leute kennenlernen wollen (13 % vs. 5 % bei den über 60-Jährigen). Unter diesen Umständen haben vor allem Single-Männer (46 %) inzwischen die Hoffnung aufgegeben, bald eine Partnerin zu finden (Frauen: 38 %).
 
Caroline Erb, Psychologin bei Parship: „Die aktuelle Situation ist sehr herausfordernd, das Datingverhalten ist komplexer geworden. Noch bevor es zu einem ersten Treffen kommt, sind für viele Singles sehr persönliche Informationen wie der Impfstatus relevant. Hier gilt es, offen und transparent mit den eigenen Ansprüchen und Erwartungen umzugehen und diese auch zu kommunizieren. Es sorgt für Klarheit und Entspannung, wenn diverse Unsicherheiten und Fragen vorab geklärt werden.“

Psychische Probleme und Einsamkeit

Die Pandemie hat bei den meisten Singles eindeutig Spuren hinterlassen. Jedem zweiten Single fehlt der körperliche Kontakt mit Familie und Freunden. Jeder Dritte bestätigt, seit Beginn der Pandemie vermehrt unter psychischen Problemen wie Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen zu leiden. Und viele Singles (45 %) fühlen sich häufig einsam, gleich viele Männer wie Frauen. Wohl auch, um mit allen Herausforderungen klarzukommen, sagen 39 Prozent der Singles, dass sie derzeit mehr Zeit für sich allein brauchen.

Erb: „Es ist für viele der Befragten wichtig, zwischendurch zur Ruhe zu kommen und alle Informationen zu verarbeiten. Zwischen der Alltagshektik, diversen Sorgen und Gedanken, was die Pandemie betrifft, sind stille Momente fernab jeglicher Reizüberflutung wichtig, um seine Batterien wieder aufzuladen und sich auch von Dingen abzugrenzen, die einem womöglich nicht guttun.“