Höchstwert seit 30 JahrenGroßer Anstieg bei Rad- und Mopedunfällen in Österreich

Im heurigen Jahr hat es einen deutlichen Anstieg an Radfahrunfällen in Österreich gegeben, Mopedunfälle haben sich gar verdreifacht.

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© Juergen Fuchs
 

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KVF) erwartet bis zum Jahresende gleich viel Todesopfer bei Verkehrsunfällen wie im Vorjahr. Für heuer werden 343 Verkehrstote prognostiziert, 2020 waren es 344. In der Verkehrssicherheit gibt es Rückschritte, so das KFV.

Ohne Lockdowns und dadurch eingeschränkter Mobilität wären die Zahlen wesentlich höher, so die Verkehrssicherheitsexperten. Neben einem deutlichen Anstieg von Radverkehrsunfällen und einer Verdreifachung von getöteten Menschen auf Mopeds, starben heuer bereits sechs Kinder auf Österreichs Straßen, 2020 waren es zwei gewesen.

Das KFV fordert die Umsetzung wichtiger Verkehrssicherheitsmaßnahmen für Österreich. Die österreichische Verkehrssicherheitsstrategie 2021 bis 2030 hat eine Reduktion der Verkehrstoten bis 2030 um 50 Prozent sowie 50 Prozent weniger Schwerverletzte zum Ziel, außerdem soll es keine tödlichen Kinderunfälle im Straßenverkehr mehr geben. "Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es weit größerer Anstrengungen für die Verkehrssicherheit als das, was in den letzten Jahren erarbeitet wurde", konstatierte Othmar Thann, Direktor des KFV.

So wurden beispielsweise "seit beinahe zehn Jahren keine konkreten bundesweiten gesetzlichen Maßnahmen zum Schutz von Kindern im österreichischen Straßenverkehr verordnet. Hier wären Temporeduktionen in Unfallrisikobereichen, Infrastrukturmaßnahmen zur Gefahrenentschärfung wichtig sowie die strenge Bestrafung von kindersicherheitsgefährdendem Verhalten im Straßenverkehr", forderte Thann. "Auf die Pandemie als stärksten Impact auf die Verkehrssicherheitsarbeit zu setzen, ist zu wenig", kritisierte der Experte.

Höchster Wert in 30 Jahren

Allein im ersten Halbjahr 2021 wurden 17.585 Personen bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen verletzt. Besonders stark stieg die Zahl unter den Radfahrerinnen und Radfahrern an: Hier gab es 4.079 Verletzte und damit den höchsten Wert der vergangenen 30 Jahre, im ersten Halbjahr 2020 waren es beispielsweise 3.640 gewesen. Bis zum 21. November starben heuer bereits 45 Radfahrende, darunter 17 E-Biker. Im gesamten Vorjahr gab es 40 getötete Radfahrer, 2019 waren es 33. Laut KFV werden zwar viele Anstrengungen zur Erhöhung des Radverkehrs per se unternommen, an Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit dieser fehlt es aber.

Oberösterreich trauriger Spitzenreiter

Auch bei den tödlich verunglückten Mopedfahrern ist ein deutlicher Anstieg im Jahr 2021 zu verzeichnen. Die Zahl hat sich verdreifacht: So stieg die Zahl der getötete Mopedlenker von vier im Jahr 2020 auf bereits zwölf heuer. Bereits seit Jahren fordert hier das KFV die Einführung einer praktischen Prüfung für Mopedlenker.

Besonders negativ sticht bei den Verkehrsunfällen Oberösterreich hervor, es ist das Bundesland mit den meisten Verkehrstoten. Bis 21. November starben bereits 83 Menschen bei Unfällen in Oberösterreich, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies laut KFV eine Steigerung um 41 Prozent.

Kommentare (9)
silent
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Nummertafel für Radfahrer unabdingbar!

Viele Radfahrer missachten sämtliche Verkehrsregeln und benützen auch alle zur Verfügung stehenden Verkehrsflächen. Erwiesenermaßen sind zwar an den meisten tödlichen Radlerunfällen andere KFZ (meist PKW und LKW) beteiligt, ursächlich verantwortlich ist aber in der Mehrheit der Fälle die Regel - Mißachtung der Radfahrer.
Die unbestrittene Vorrangstellung in der Umweltfreundlichkeit führt offenbar bei sehr vielen Radfahrern dazu, dass sie meinen, daraus auch Vorrechte ableiten zu können die jenseits der Straßenverkehrsordnung und jeglicher Vernunft liegen. Daher sind zum Schutz der anderen Verkehrsteilnehmer und auch der Radfahrer vor sich selbst unbedingt Nummertafeln für Radfahrer einzuführen! Es gibt auch kein vernünftiges Argument dagegen, die damit verbundenen geringen Kosten könnte man ja für die Errichtung von Radinfrastruktur zweckbinden, damit auch da keine Argumente an den Haaren herbeigezogen werden können.

HSterbenz
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@silent Worauf stütz sich ihre Aussage, ...

..., dass "ursächlich in der Mehrheit Radfahrer für Unfälle verantwortlich sind"?

Der einzige kausale Zusammenhang dürfte darin bestehen, dass die Radfahrer eben mit dem Rad gefahren sind, als sie in einen Unfall verwickelt wurden.

Hingegen werde ich als Radfahrer nahezu tagtäglich von Autos viel zu knapp überholt. Dabei ist es mir und dem Autofahrer völlig egal, ob das Auto ein Nummerntaferl hat oder nicht? Also was soll ihre Forderung?
Ein Radfahrer gefährdet desweitern größtenteils nur sich - von möglichen Kratzern beim Auto abgesehen. Autos führen zu schweren Verletzungen und Tod. Außerdem sind auch Radfahrer, zeitweise Autofahrer und umgekehrt -> was soll die Spaltung?
Das einzige was hilft ist Schutz für die Gefährdeten und gegenseitige Rücksichtnahme!

(wohin das Taferl, beim einem MTB oder Rennrad geschraubt werden soll, ohne die Funktionalität zu beinträchtigen und ein zusätzliches Verletzungsrisiko zu bergen red ich erst gar nicht).

stern000
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Egomanie

Gegenseitige Rücksichtnahme ALLER VERKEHRSTEILNEHMER ( einschließlich Fußgänger) sollte propagiert werden. Es geht nicht immer darum wer recht hat!

Jelineck
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Warum

Haben die Fahrräder noch immer keine Nummerntafel?

HSterbenz
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@Jelineck Glauben Sie im Ernst, ...

... dass Nummerntafeln für Radfahrer die Lösung sind?

Haben Sie verstanden, dass die Radfahrer sich verletzten und zumeist die Autofahrer dafür verantwortlich sind?
und wie sollen Nummerntafeln die gefährdeten Kinder schützen?

Die Autokolonnen vor Schulen, die zugeparkten Fahrradstreifen, das Vorrang nehmen, der fehlende Schulterblick, überhöhte Geschwindigkeit, fehlender Seitenabstand beim Überholen, etc.... - das sind die Probleme, denen wir uns alle stellen müssen. Ihr Nummerntafelvorschlag zeigt, dass Sie nicht an einer konstruktiven Lösung interessiert sind.

Klassische Opfer - Täter - Umkehr, dominiert von der fixen Idee, dass die Straße den Autofahrern gehört und die Radfahrer lediglich geduldete, unvernünftige Rowdies sind.

Mastermind73
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so wie @HSterbenz argumentiert....

.... scheint er/sie/es selbst zu der Gruppe Radfahrer gehören, die Kreuzungen hirnlos ohne Blick nach links oder rechts (am besten noch mit Headphones) überquert - ganz nach dem Motto "is eh der andere Schuld, weil ich bin ja am Rad unterwegs."
Tipp: Einfach mal einen Tag lang alle Radfahrer zw. Neue Technik und Augarten in den div. Verbindungsstraßen beobachten. Sie werden staunen wie viele Radler dort genau so agieren.
PS: Fahre selber mehr Rad als Auto - kenne aber berufsbedingt die gesetzlichen Regelungen beider Seiten...

HansWurst
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Mastermind!

Männlich?
Etwas ergraut?
SUV- Fahrer?

HSterbenz
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@Mastermind helfen Sie mir bitte...

... welches meiner Argumente verleitet Ihr "Mastemind" zu diesem Kommentar, der lediglich eine haltlose Unterstellung darstellt und warum?

nasowasaberauch
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Weil's nix bringt.

Und falls wieder wer mit der Schweiz kommt...

Dort wurden Kennzeichen führ Räder schon vor Jahren wieder abgeschafft.