Die Steiermark und Kärnten sind vor gerade einmal einer Woche in die Sommerferien gestartet. Die Stimmung unter den jungen Österreicherinnen und Österreichern ist aufgrund der neuen Maßnahmen jedoch gemischt.
Alexander Andritsch aus Klagenfurt hat heute, Freitag, die zweite Impfung bekommen. Die Verschärfungen hält der 19-Jährige für gerechtfertigt. „Ich finde, das ist eine gute Entscheidung, weil so viele neue Fälle dadurch entstanden sind, man kann halt leider die Heim-Tests so schnell faken oder noch einmal benutzen. Deswegen finde ich das gerechtfertigt.“
Anders sieht das Ramona Weiß: „Ich finde es eigentlich unfair. Ich sage immer, es sollte jeder selbst entscheiden, ob man jetzt impfen geht oder nur testen oder ob man schon Corona gehabt hat.“ Ansporn sich impfen zu lassen, sind die Verschärfungen für die Steirerin nicht.
Jonila Gjoci und ihre Familie hatten bereits Corona. Sie hat selbst miterlebt, wie es ist, an dem Virus zu erkranken. Sie versteht die Verschärfungen: „Das ist ein Virus, das ist ein großes Problem. Und viele Leute sind gestorben. Die Maßnahmen sind jetzt auch nicht sehr schlimm. Damit sollte man klarkommen und Verständnis haben. Und ja natürlich, ich verstehe, wenn Leute sich nicht impfen lassen wollen und dass es besser wird.“ Anfangs war sie skeptisch, mittlerweile würde sie sich auch impfen lassen.
Birgit Kühtreiber, 19, ist durch die Impfung bereits vollimunisiert. „Ich finde es natürlich komisch, dass das komplett verschärft wird und dann Leute, die sich vielleicht gar nicht impfen lassen können. Die haben dann keine Chance mehr, hinein zu kommen, außer sie machen einen PCR-Test, der zurzeit noch sehr kompliziert zu machen ist.“
Der 20-jährige Alexander Schörkhofer findet die Verschärfungen gerechtfertigt, da man somit einem Lockdown im Herbst entgegensteuern könnte. „Ich finde, wir sollten jetzt noch verschärfen, weil wenn man sich die Zahlen ansieht, sie steigen wieder und sonst sitzen wir im Oktober wieder alle daheim und nichts geht.“ Trotzdem werden sie sich auch oft draußen treffen, oder im Garten zusammensitzen und nicht in Clubs gehen: „Weil wenn einer nicht mitkann, ist es auch fad.“
"Ich hoffe, dass sich keine Cluster mehr bilden"
Die Grazer Studentenszene steht den Verschärfungen durchwegs positiv gegenüber. Die 21-jährige Nadine Hollegger ist bereits geimpft und fühlt sich von der Nachtgastronomie gut kontrolliert, dennoch findet sie weitere Verschärfungen gut: „Ich hoffe, dass die Verschärfungen jetzt dazu beitragen, dass sich da keine Cluster mehr bilden, so wie es jetzt gerade erst passiert ist.“
Alle Studentinnen und Studenten, mit denen wir gesprochen haben, haben bereits die erste Covid-19-Impfung erhalten und fühlen sich durch die Verschärfungen nicht beeinträchtigt. Genauso wenig gaben diese jetzt auch einen Anreiz sich impfen zulassen. Die 22-jährige Katharine Lugger hat aber Personen in ihrem Freundeskreis, für die diese Maßnahmen ausschlaggebend waren, sich impfen zu lassen: „Für mich war von Anfang an klar, dass ich mich zu meinem Schutz und dem der anderen impfen lasse, Verschärfung hin oder her. Ich kenne aber viele junge Menschen, die sich nur wegen der Verschärfungen impfen lassen.“