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Tod nach Impfung49-jährige Pflegerin in Zwettl: Todesursache geklärt

Der Fall hatte für Aufsehen in Österreich gesorgt und eine Debatte über die Sicherheit des Vakzins von AstraZeneca ausgelöst. Werden die seltenen Thrombosen rechtzeitig erkannt, seien diese durch den Einsatz von Gerinnungshemmern gut behandelbar, versichert eine Gerinnungsspezialistin.

Im AKH Wien konnten die Ärzte das Leben der Frau nicht mehr retten © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Im Fall einer Krankenpflegerin des LKH Zwettl, die zehn Tage nach der ersten Corona-Teilimpfung mit dem Vakzin von AstraZeneca verstarb, ist die Todesursache nun geklärt. Laut einem ORF-Bericht ist sie an einer seltenen Immunreaktion nach der Impfung gestorben. Hinweise dazu lagen der Kleinen Zeitung bereits vor einer Woche vor - mehr dazu hier. Konkret hatte es sich um eine Gerinnungsstörung gehandelt.

Im Fall der 49-jährigen Frau dürfte es länger gedauert haben, bis die Reaktion erkannt worden ist. Bei der Gerinnungsstörung handelt es sich um eine von vielen möglichen Impfreaktionen, "wenn auch um eine äußert seltene", zitiert der ORF die Gerinnungsspezialistin Sabine Eichinger von der MedUni Wien: "Dieses Ereignis ist sehr, sehr selten und wird nur bei ganz wenigen Patienten vorkommen. Im konkreten Fall sind wir rasch zu dem Entschluss gekommen, dass es sich um ein bisher unbekanntes immunologisches Krankheitsbild handeln könnte."

Deutsche Forscher halten einen bestimmten Mechanismus für die Ursache. "Wir wissen, um was es sich handelt", hatte Andreas Greinacher, Leiter der Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald (UMG), am Freitag mitgeteilt. Demnach könnten bei den selten auftretenden Hirnvenenthrombosen bestimmte Moleküle des Immunsystems eine Rolle spielen. Die "NÖN" hatten zuerst berichtet, dass die Erkenntnisse auch für den Fall der Krankenpflegerin aus Zwettl gelten würden.

Die Greifswalder Ergebnisse könnten bestätigt werden, sagte Karin Fehringer, Sprecherin des Wiener AKH, am Samstag auf APA-Anfrage. Ein Ergebnis der Obduktion der 49-Jährigen liege noch nicht vor. Es werde einige Wochen dauern, bis alle Untersuchungen abgeschlossen seien.

In Abstimmung mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) seien von seinem Team zusammen mit österreichischen Wissenschaftern Blutproben von Menschen untersucht worden, die nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin schwerwiegende Thrombosen entwickelt hatten, sagte Greinacher am Freitag. Die Proben von vier Betroffenen seien intensiv untersucht worden, drei weitere hätten die Annahmen bestätigt. Weitere Proben würden noch untersucht.

Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schmerzen in den Beinen

Alarmsignale sind starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schmerzen in den Beinen. "Wenn die typischen Beschwerden nach der Impfung wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder vielleicht auch Fieber nicht weggehen, wenn sich diese Beschwerden ändern oder wenn die Beschwerden weggehen und andere dann wieder kommen nach einem Zeitraum von vier bis fünf Tagen, dann müsste man hellhörig werden und gegebenenfalls ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen", heißt es im ORF weiter.

Impfung sei sicher

Trotzdem sei der Corona-Impfstoff sicher, betont die Gerinnungsspezialistin Eichinger. "Er verhindert schwere Komplikationen der Coronavirus-Infektion und deshalb sollte eine Durchimpfung der Bevölkerung rasch erreicht werden." Werden die seltenen Thrombosen rechtzeitig erkannt, seien diese durch den Einsatz von Gerinnungshemmern gut behandelbar.

Eine 35-jährige Kollegin der Verstorbenen war nach ihrer Impfung in stationärer Behandlung auf der internen Abteilung im Landesklinikum Zwettl. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen entwickelte die Frau eine Lungenembolie, sei jedoch wieder genesen.

 

Kommentare (38)
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Arthurd63
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Risiko-Abwägung:

In Österreich gab es in den letzten 24 Stunden 28(!) Corona-Tote, Tendenz steigend.

Im Vergleich dazu erscheint mir das Risiko einer (behandelbaren) Thrombose von 1 : 250.000 (= zB alle Grazer*innen >16J) überschaubar .

Lauradesstimmt
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Blutbildkontrolle vor Impfung

Es ist eine Schande, dass noch nie gefordert wurde, vor einer Impfung die Trombozythen zu messen. Ist beim Hausarzt möglich und dauert eine Viertelstunde.
Der Normalwert sollte bei 130-350 liegen. Es gibt aber Menschen die eine Trombozythopenie entwickeln (Trombozythenwert darunter) und dies zum Impfzeitpunkt gar nicht wissen. Ja dann wird es bei der Impfung gefährlich. Auch wenn es heißt dies ist äusserst selten. Jeder einzelne ist zu viel, und noch dazu wäre es womöglich zu vermeiden wenn vor der Impfung das Blutbild kontrolliert würde.

krautundrüben
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Selten?

Demnach verstarb die Pflegerin aus Zwettl an den Folgen der AZ Impfung und gleichzeitig wurde eine Pflegerin ebenfalls aus Zwettl ebenfalls als Folge der AZ Impfung wegen einer Thrombose im LKH behandelt. Das würde ich jetzt nicht als "selten" bezeichnen. Selten wäre für mich, wenn sich ein anderer Zwischenfall auf der gegenüberliegenden Erdhalbkugel ereignet hätte.
Vielleicht ist es ja ganz gut, dass die Impfdosen nur kleinweise eindrudeln, damit das noch ein wenig beobachtet werden kann, woran das wirklich liegt.

feringo
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@krautundrüben : Selten? ... gar nicht

krautundrüben, ein anderer Zwischenfall ereignete sich eh auch auf der gegenüberliegenden Erdhalbkugel und einer von dort 90° gedreht liegend und ein weiterer von dort 180° spiegelbildlich usw. Genau so ist das mit dem Gegenteil, das sich nicht ereignet, nur 100.000 mal öfter. 🤔 Und, dass ein Impfstoff die Ursache war, wurde noch nirgends bewiesen. Nur berichtet wurde, als ob das der Fall wäre.

lilith73
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Sicherheit

Abgesehen von alle Spekulationen ob jetzt die Impfungen sicher sind oder nicht, ob sie wirksam sind,....

würde ich mich erst dann impfen lassen, wenn das richtig zugelassen ist, und nicht mit einer Notzulassung bei der es keine Haftung für Schäden seitens der Pharma gibt.

Wer würde ein neues Auto ohne Garantie kaufen. Hier würde ein rein finanzieller Schaden für den Käufer entstehen, doch bei einem Medikament verhält sich das halt anders. In dem Fall wird niemand für einen eventuellen Schaden am Patienten aufkommen. Was ist wenn dieser erst etwas später auftritt? Contergan lässt grüßen,.....

Arthurd63
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Was soll ich tun?

Corona bringt mich mit 15% Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus, zu 2% sterbe ich daran.

Bei der Astra Impfung bekomme ich zu 0,00025% (=1:250.000) eine schwere Thrombose.

Hmmm...

erstdenkendannsprechen
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rein logisch betrachtet haben sie recht.

aber dann gibt es halt doch drei, vier fünf oder mehr tote in europa - und das kommt einem dann (gefühlsmäßig) halt doch als möglich für einen selber vor. natürlich bei millionen geimpften bisher - aber trotzdem.
ev. ist es nun besser, da man weiß, worauf man nach einer impfung achten sollte, keine ahnung. faktum ist aber auch, dass bei der menge an täglich neu geimpften noch ein paar tote mehr dazu kommen werden.

Lauradesstimmt
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Nacher kann es zu spät sein

Wichtig schon vor der Impfung das Blutbild anschauen lassen

Ichweissetwas
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Wer will schon sterben nach der Impfung??

Es gehört abgewartet, beobachtet u weiter getestet! Was ist mit denen Menschen, die gegen fast jedes Mittelchen, Glucose, Histamine usw allergisch sind..?

erstdenkendannsprechen
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die wissen das in der regel

und denen wird eh von der impfung abgeraten, soviel ich weiß. die haben dasselbe problem aber auch bei anderen impfungen und anderen medikationen.
eine allergische reaktion kann aber auch "aus dem nichts" kommen - ohne das man davor allergisch war (irgendwann muss die allergie ja beginnen bzw. kommt man drauf, dass man sie hat). war bei mir so bei einem antibiotikum.

styrianprawda
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@ichweissetwas

In den Impfstoffen sind aber weder Glucose oder Histamine enthalten.
Und um "abzuwarten, beobachten und testen" zu können, muss man zuvor impfen.

petera
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3 schwere Fälle (bei einer gestorbenen Person) bei ca. 150.000 Impfungen

in der Altersgruppe 30-50 (wo Corona Todesfälle auch sehr selten sind), halte ich jetzt aber nicht für so selten.

Man hat jetzt eh endlich Schlüsse gezogen und zugegeben, dass die Fälle von der Impfung kommen, ausserdem gibt jetzt eine zusätzliche Aufklärung. Wichtig ist, dass auch gut selbst auf mögliche Symptome geachtet wird um noch rechtzeitig mit Blutverdünnern einzugreifen.

styrianprawda
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@petera

"in der Altersgruppe 30-50 (wo Corona Todesfälle auch sehr selten sind), ..."

Von den aktuellen Zahlen haben Sie offensichtlich noch nicht gehört.

Miraculix11
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Falsch gedacht

Aus dem Kurier, 9.10.2018 (!)
In Österreich sterben jährlich mehr als 4.000 Menschen an Lungenembolien. Etwa 8.000 Personen werden mit dieser potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung pro Jahr ins Spital aufgenommen. Darauf verwiesen am Dienstag Experten in Wien aus Anlass des bevorstehenden Welt-Thrombose-Tages (13. Oktober).

"Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Bei den Beinvenenthrombosen rechnet man mit 150 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern und Jahr, bei den Lungenembolien mit 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern. Lungenembolien sind die dritthäufigste Todesursache infolge von kardio-vaskulären Erkrankungen", sagte Peter Marschang, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie (ÖGIA).

regiro
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Petera Matheverständnis Nicht Genügend

Bitte werfen Sie nicht mit Zahlen um sich, wenn Sie sich dabei um 1 Kommastelle vertun...
In Österreich wurden bis dato ca 1.100.000 sprich 1.1 Mio Impfdosen verabreicht.

MMK2014
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Der Großteil aber an ältere Semester

Die 150.000 kann schon stimmen: Petera schreibst ja von 150.000 mit AZ geimpfte im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.

Da ca 64 Prozent aller aktuell mit Pfizer, 9 % mit Moderna und 27 % mit AZ geimpft wurden und aktuell ca 1.24 Mio die erste Dosis erhalten haben wegen das 334.000 mit AZ. Ungefähr die Hälfte davon wären also die von Petera genannten 150.000 zwischen 30 und 50 Jahren. Hört sich für mich plausibel an.

feringo
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@MMK2014 : Der Großteil ... rechnerisch, ja

Hört sich plausibel an, ja und rechnerisch sogar richtig, aber mathematisch falsch. Ausgangspunkt für einen Vergleich muss immer der Fakt sein: 1:100.000 und nichts anderes. Entsprechend diesem Verhältnis sind die Thrombosefälle bei ALLEN Geimpften zu betrachten. Jetzt können Sie ausrechnen, wie viele Fälle es bei den einzelnen Impfgruppen (BionTech, Modeerna, Astra) sowieso gibt. ...

griesbocha
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In Dänemark werden aktuell 10 Fälle unter 110 000 Geimpften untersucht.

1 Todesfall.

kukuksei
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...und wenn man dann mit diesen Erscheinungsbildern...

...zum nächstgelegenen Arzt oder KH geht dann kann man nur hoffen dass man SOFORT ernst genommen wird !

griesbocha
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Wie kann eine Impfung sicher sein, wenn offenbar Leute daran sterben

und im gleichen Atemzug schwere Thrombosen und Komplikationen genannt werden?

erstdenkendannsprechen
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wenn ich die gleiche anzahl von menschen mit einem medikament

behandle, ist die chance auch so groß, dass es ebensoviele todesfälle gibt (je nach medikament). in 0,000001 prozent der fälle diese und diese tödliche nebenwirkung möglicht.
finde ich aber auch nicht soooo selten, da geb ich recht.

heri13
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Wie kann das Leben sicher sein,

wenn Menschen trotzdem daran sterben.

9956ebjo
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griesbocha

Ist immer Ansichtssache. Keine Impfung und kein Medikament ist sicher.

Im Vergleich zu den bekannten und üblichen Impfungen sind scheinbar AZ und P und Co nicht unsicherer.

Sollte man die anderen Impfungen auch einstellen?

griesbocha
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"Keine Impfung und kein Medikament ist sicher."

Aha, aber du findest es gleichzeitig in Ordnung AZ Sicherheit zu attestieren. Das ist widersinnig.

MMK2014
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Griesbocha: Wissen nicht vorhanden

Haben Sie irgendeine Ahnung von Impfungen?

Selbst bei „normalen“ Impfungen wie zB FSME gibt es Todesfälle (glücklicherweise sehr selten, aber doch).

Keine Impfung, genauso wie kein Medikament, ist zu 100 % sicher.

petera
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Es geht ja auch darum Nutzen und Risiko abzuwiegen

Aus dieser Sicht ist auch AZ sicher. Wie oben geschrieben muss aber die Gesellschaft und auch die Medizin sensibilisiert sein, dass es gefährliche Risiken geben kann und wie man damit umgeht. D. h. schnelle Med. Versorgung bzw. gewisse Gruppen nicht bzw. mit anderen Impfstoffen impfen.

 
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