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Nach Aussagen zu Missbrauch Ordensgemeinschaft kritisiert Schönborn: "Hätte differenzierter antworten müssen"

Die Vorarlberger Ordensgemeinschaft "Das Werk" hat Kardinal Christoph Schönborns Aussage in dem TV-Gespräch mit Doris Wagner kritisiert.

Kardinal Christoph Schönborn
Kardinal Christoph Schönborn © APA/ORF
 

"Wir sind sehr betroffen über die pauschale Aussage von Kardinal Christoph Schönborn. Er hätte differenzierter antworten müssen", teilte die Ordensgemeinschaft dem ORF Vorarlberg mit.

Schönborn hatte in einem TV-Gespräch im Bayrischen Rundfunk mit der Theologin und früheren Ordensfrau Doris Wagner, die laut eigenen Angaben selbst Opfer sexuellen Missbrauchs in der Gemeinschaft "Das Werk" geworden ist, gesagt: "Ich glaube Ihnen das". Schönborn sei damit der erste hochrangige Kirchenvertreter, der Wagner Glauben schenkt, berichtete die "ZiB 2" am Freitag.

Die Ordensgemeinschaft habe den Kardinal nun selbst kontaktiert. "Wir wollen wissen, was genau er nun Doris Wagner glaubt und was nicht", hieß es seitens der Ordensgemeinschaft.

In einer Aussendung wies "Das Werk" indes erneut alle Vorwürfe von sich. Wagner sei von 2003 bis 2011 Mitglied der geistlichen Gemeinschaft gewesen. 2008 habe sie eine einvernehmliche sexuelle Beziehung mit einem Pater gehabt. "Von Vergewaltigung konnte nicht die Rede sein und war auch nicht die Rede", teilte die Gemeinschaft mit. Sowohl die Staatsanwaltschaft Erfurt als auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch hätten den Tatbestand der Vergewaltigung nicht als erfüllt angesehen.

Lediglich Wangenberührung

Auch die Anschuldigungen gegenüber dem bis vor kurzem an der Glaubenskongregation beschäftigten Mitglied der Gemeinschaft seinen falsch. "Es ist unwahr, dass es in der Beichte oder auch nur im Kontext der Beichte oder sonst wo zu sexuellen Übergriffen gekommen ist", wurde seitens "Das Werk" betont. Es sei lediglich zu einer Wangenberührung, ohne jede sexuelle Konnotation, gekommen. Der Pater habe sich bereits eine Woche später dafür schriftlich entschuldigt. Die "Kampagne", die die ehemalige Ordensfrau seit 2012 "mit unwahren Behauptungen gegen diese beiden Mitbrüder betreibt, ist ungerecht und hat schweren menschlichen Schaden angerichtet", teilte die Ordensgemeinschaft mit.

Kommentare (17)

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georgXV
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???

die Aussagen des Kardinals zu den Vorgängen in Kärnten und jetzt zum Thema Missbrauch, verschlimmern LEIDER nur die Lage !!!
Es wäre wohl besser, wenn er sich ab sofort mit öffentlichen Aussagen zurückhält, denn er schafft es in einen Fettnapf nach dem anderen zu treten !!!
Da aber die Öffentlichkeit berechtigterweise von einem Kirchenoberhaupt Stellungnahmen zu aktuellen kirchlichen Themen erwartet und er offensichtlich in Kärnten NICHT seiner Aufsichts- und Kontrollpflicht nachgekommen ist, scheint er überfordert zu sein und es wäre besser, wenn auch er seinen Rücktritt einreicht !!!

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KarlZoech
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@ georgXV: Kardinal Schönborn ist zwar Erzbischof von Wien und Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz,

als solcher aber nicht Vorgesetzter seiner Bischofskollegen. Die Diözese Gurk-Klagenfurt ist im Übrigen der Erzdiözese Salzburg zugeordnet, nicht Wien. Vorgesetzt ist die Bischofskongregation in Rom. Schönborn hatte da weder eine Aufsichtspflicht noch eine Kontrollpflicht. Ob er seinem Mitbruder Schwarz diskret ins Gewissen geredet hat, das entzieht sich naturgemäß unserer Kenntnis.

Was Kardinal Schönborn mit seinem Gespräch mit Frau Wagner verschlimmert haben sollte, in welches Fettnäpfchen er getreten wäre, da kann ich Ihnen keineswegs folgen. Mir hat dieses Gespräch große Hochachtung für beide, Schönborn und Frau Wagner, abgerungen.

Ich bin einer, der die Amtskirche sicher nicht mit Kritik verschont, doch dies musste ich fairerweise auch feststellen.

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georgXV
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Diözese / Bistum Gurk

die Herren Zurbriggen, Schönborn und Kothgasser hätten zumindest die ihnen zugegangenen Erkenntnisse (Briefe, mails, Telefonate, persönliche Gespräche, usw.) "nach Rom" weiterleiten und das Gespräch mit Alois Schwarz suchen müssen !!!
Es kann schlicht und einfach NICHT sein, daß hier jemand über 17 Jahre nach eigenem Gutdünken schalten und walten konnte, OHNE daß seine "Vorgesetzten" (in Österreich und Rom) eingeschritten sind, obwohl "die Spatzen" die Erkenntnisse "von den Dächern pfiffen" !!!
Allerspätestens seit dem Titelbericht in der NEWS, hätte die Ampel "auf rot / Stop" geschaltet und die ganze Sache aufgearbeitet werden müssen !!!
Es ist auch unverständlich, daß das Kärntner Domkapitel solange diesem Treiben (tatenlos ?) zugesehen hat !!!

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KarlZoech
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@ georgXV: Da stimme ich Ihnen jetzt zu! Allerdings wissen wir nicht,

ob nicht Schönborn ohnehin via Nuntiatur ("Denunziatur" spöttelten wir in jungen Jahren...) oder auch direkt - aber diskret - etwas an Rom gemeldet hat, das entzieht sich wohl Ihrer und meiner Kenntnis.

Die Kärnter Geschichte mit Bischof Alois Schwarz stinkt, sie stinkt gewaltig. Schwarz müsste, wenn schon nicht zurücktreten, zumindest sein Bischofsamt in St. Pölten ruhend stellen bis die Kärnten-Causa aufgeklärt ist!

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georgXV
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genauso ist es !!!

zu hinterfragen ist in jedem Falle das offensichtliche tatenlose Zusehen der kirchlichen Herren in Österreich und "Rom" !!!
Laut Wikipedia gibt es weltweit 4784 Bischöfe, es kann NICHT sein, daß alle direkt "nach Rom" berichten und "von Rom" direkt kontrolliert werden !!!
Eine der Empfehlungen der Visitation muß sein, daß sich die Kirche neu organisiert und Berichts- und Kontrollstrukturen einführt !!!
Natürlich können sich auch die "in Rom" für Österreich zuständigen Herren NICHT einfach der Verantwortung entziehen

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KarlZoech
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@ georgXV: Ich gehe mit Ihnen konform zu dem, was sein sollte.

Es ist aber so, dass die Bischöfe von Rom, also vom Papst, ernannt werden. Jedenfalls unterschreibt der Papst die Ernennungsdekrete, was ihm vorher an Informationen über einen Kandidaten zugeht, das ist eine andere Sache. Und diese vom Papst, von "Rom" ernannten Bischöfe unterstehen direkt "Rom", die Vorgesetzten bzw. der oberste Vorgesetzte (Papst) sitzen in Rom.
Die r.k. Kirche ist eben hierarchisch von oben nach unten durchorganisiert.

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GordonKelz
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HÄTTE DIFFERENZIERTER...

...heißt VERTUSCHENDER antworten müssen ....!!!?
Gordon Kelz

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alsoalso
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Aus Panik....

…...vor dem Untergang reden alle Beteiligten Wirres daher

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KarlZoech
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Gestern habe ich mir zwei Mal das Gespräch zwischen Kardinal Schönborn und Frau Wagner angesehen.

Beide haben meine Hochachtung. Und auch ich glaube Frau Wagner.
Ich hoffe, dass wenn schon der Papst selber und auch Kardinal Schönborn aufräumen wollen, da wirklich schön langsam ein Umdenken kommt.

Was jetzt aber dieser fragwürdige Orden da als Stellungnahme absondert, das ist das, was die längste Zeit schlechter und schandhafter Brauch war:
Mauern, alles leugnen und die Aufdeckerin verleumden!
Man kann gar nicht soviel kotzen, als man möchte.

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KarlZoech
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PS. Und wenn dieser ominöse Orden jetzt behauptet, es wäre "nur" eine Wangenberührung gewesen,

so bleibt festzustellen, dass - selbst wenn das stimmte - auch eine Wangenberührung nicht gegen den Willen einer Person erfolgen darf!
Warum ist das für manche r.k. Priester und für "Das Werk" nicht begreiflich?

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hakre
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!

war das enttäuschte liebe?

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frako
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Ich glaube da keinem mehr etwas,

ich brauche da nur an Groer denken, der war der Big-Boss der österreichischen kath. Kirche.

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KarlZoech
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@ frako: Groer war für jeden, der es wissen wollte, ein sagen wir einmal zumindest wunderlicher Typ.....

Drei meiner Jugendfreunde waren damals im E.B. Knabenseminar in Hollabrunn, wo Groer Lehrer und Studienpräfekt war. Alle Drei verließen das Internat des E.B. Knabenseminars. Zwei nahmen ein Privatzimmer und maturierten in Hollabrunn, einer ging an ein anderes Gymnasium und maturierte dort.
Und ich frese einen Besen, wenn da nicht der Groer die Ursache war. Es wollte halt nicht jeder von ihm "betäschelt" werden.

Und dass dieser gestörte Typ - aber bigotte Marienverehrer - dann vom polnischen Marienverehrer auf dem Papstthron als Nachfolger des großen Kardinal König zum Erzbischof von Wien bestellt wurde und sogar die Kardninalswürde erhielt, das ist für mich heute noch unfassbar! Der Vatikan erhielt auch entsprechende Warnungen, die wurden offenbar in den Wind geschlagen. Und dann war da noch der damalige stockkonservative ÖVP-Bundesrat Schambeck aus Baden, welcher stark für Groer intervenierte. Letztlich reichte es damals schon, bigotter Marienverehrer zu sein....

Der Lohn für die Kirche war ein handfester Skandal.

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pinsel1954
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Groer war der größte Schandfleck der kath. Kirche......

.......und nichts wird mehr so nach Groer sein in der kath. Kirche wie es vor ihm war......
Der wohl größte Fehler des damaligen Papstes!
Ich habe damals diesen Verein der Sünde und Lüge verlassen und mir persönlich geht dieser Verein bis heute nicht ab.
Und ganz sicher war der Grund des Austrittes nicht der Kirchenbeitrag wie wahrscheinlich auch bei den vielen anderen die, die Kirche verlassen haben....

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KarlZoech
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Sorry, es sollte natürlich

"fresse" heißen und nicht "frese"!

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helmutmayr
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Die Geweihten

packen Schwestern und Ministranten. Die Kirche hat über Jahunderte alles unter den Teppich gekehrt. Zivilrechtlich bis dato immun und sich dann aufregen wenn der Bischof tief betroffen ist. Diese Heuchelei stinkt zum Himmel.

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pinsel1954
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Priester sind von Kopf bis Fuß geweiht.....

.....und das betrifft anscheinend auch jenen Körperteil den man Geschlechtsteil nennt......
Das dürfte der Grund sein, dass es für die abgehobene Priesterkaste kein irdisches Gericht, keine Strafe unserer Gerichtsbarkeit gibt. Dafür hat man ja wahrscheinlich die Verjährungsfirst eingeführt um die Täter zu schützen und
die Opfer weiter zu demütigen.
Und sie dürften felsenfest daran glauben, dass es kein himmlisches Gericht gibt......

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