Auf einem Hundeabrichteplatz im Bezirk Vöcklabruck sollen in der Vorwoche zwei Schäferhunde in einem Transportanhänger qualvoll in der Hitze verendet sein, wie mehrere Medien berichten. Die Bezirkshauptmannschaft (BH) Vöcklabruck bestätigte der APA am Mittwoch, dass man am Donnerstag der Vorwoche durch einen anonymen Anruf verständigt worden sei. Die Ermittlungen laufen. Ob ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet wird bzw. gegen wen, war zunächst noch offen.
Auf dem Platz startete gerade ein Camp für 10- bis 18-jährige Teilnehmer, veranstaltet vom Österreichischen Verein für Deutsche Schäferhunde (SVÖ), als die Teilnehmer mitbekamen, dass zwei Hunde einer Bekannten der Ortsgruppenleiterin unter unfassbaren Umständen in einem Anhänger für Hundetransporte in der brütenden Hitze elendiglich verendeten.
Bei 30 Grad Außentemperatur hatte es in ihrer Zelle, in dem sie eine unbekannte Zeit einfach zurückgelassen wurden, zwischen 40 und 60 Grad, die Luft wurde immer dünner, die beiden Schäferhunde starben.
Das SVÖ-Jugendlager wurde abgebrochen, die Begründung laut „tips.at“ erst nachgereicht: „Bedauerlicherweise hat es einen tragischen Zwischenfall mit Hunden gegeben. Die Umstände dieses Vorfalls sind Gegenstand laufender Untersuchungen. Es wird unter Hochdruck mit allen Verantwortlichen an der lückenlosen Aufklärung gearbeitet. Sobald dies abgeschlossen ist, werden alle Erkenntnisse veröffentlicht und notwendige Maßnahmen gesetzt“, hieß es im Schreiben der SVÖ-Bundesleitung an die Teilnehmer.
„Verein hätte sich kümmern müssen“
Die Bundesleitung informierte die Teilnehmer im selben Schreiben weiter, dass die Schau für jugendliche Hundeführer sowie die Jugendmeisterschaft, die hätte stattfinden sollen, aufgrund der aktuellen Situation nicht durchgeführt werden können. Beide Veranstaltungen wurden abgesagt. Die Hundebesitzerin selbst sagt jetzt zur „Krone“: „Der Verein hätte sich um meine Hunde kümmern müssen!“ Die Vereinsleitung ist laut „Krone“ erschüttert über den Vorfall und hat gegenüber den Behörden volle Kooperation zugesichert.
Aufgedeckt wurde der Fall durch einen anonymen Anruf beim veterinärmedizinischen Dienst der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, berichtet „oe24“ weiter. Bei den Befragungen durch die Behörde soll die Halterin bereits zugegeben haben, dass zwei ihrer Hunde tot sind. Die Kadaver sind allerdings entsorgt worden, weshalb keine weiteren Untersuchungen mehr möglich sind. Ein Ermittlungsverfahren wurde trotzdem eingeleitet.
Kadaver waren bereits entsorgt
Nach dem Anruf, in dem der Behörde auch nahegelegt worden war, sich auch die allgemeinen Zustände auf dem Platz anzusehen, seien Vertreter der BH zu dem Platz hingefahren, auch ein Amtstierarzt sei dabei gewesen, informierte die Behörde. Die Hundekadaver waren zu diesem Zeitpunkt bereits entsorgt worden, die Tiere sollen laut dem Anruf bereits am Montag, dem 15. Juli, verendet sein. Man könne aber auch ohne Obduktion der Tiere ermitteln, hieß es bei der BH, etwa mithilfe von Zeugenaussagen, Fotos etc. Der Amtstierarzt soll nun ein Gutachten erstellen, dieses wird aber noch einige Tage in Anspruch nehmen.
Danach wird entschieden, ob ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet wird - bzw. gegen wen - und ob gegebenenfalls auch Strafanzeige erstattet wird. Eine konkrete Beschuldigte oder einen Beschuldigten gibt es noch nicht. Laut Medienberichten gab die Hundehalterin an, der Verein hätte sich am Tag des Vorfalls um die Tiere kümmern sollen, der Verein stehe hingegen auf dem Standpunkt, dass die Halterin verantwortlich gewesen wäre. Bei der Staatsanwaltschaft Wels ist bisher noch nichts zu dem Fall eingegangen.