Nicolas SarkozyEx-Präsident mit Fußfessel - starker Tobak für die "Grande Nation"

Machtmenschen, die sich alles rausnahmen, das gehörte irgendwie zum französischen Lokalkolorit dazu - das aktuelle Urteil gegen Frankreichs Ex-Präsidenten Sarkozy räumt erneut damit auf.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© (c) AP (Philippe Wojazer)
 

Auf den ersten Blick wirkt das Urteil gegen Frankreichs Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy streng, aber gerecht: schuldig wegen illegaler Finanzierung des Wahlkampfes von 2012. Ein Jahr Haft ohne Bewährung, mit Fußfessel im Hausarrest. Das Urteil suggeriert dem Wähler, dass die Republik mustergültig und die Justiz blind ist. Es vermittelt den oft wütenden Franzosen das Gefühl, dass die Regierenden keine Privilegien mehr haben. Lange Zeit wurden bei kleinen Affären und sogar großen Skandalen beide Augen zugedrückt. Machtmenschen, die sich alles rausnahmen, das gehörte irgendwie zum französischen Lokalkolorit dazu. Es sorgte für lustige Anekdoten, nährte die Politikverdrossenheit und stärkte die Populisten. Dass Frankreich bei der Korruptionsbekämpfung im internationalen Vergleich lange Zeit einen der hintersten Plätze einnahm, schien man in Kauf zu nehmen. Die höfische Kultur lebte weiter in den goldverzierten Palästen der Republik.  

Kommentare (3)
hbratschi
1
9
Lesenswert?

wow...

...da würden vermutlich bei uns auch viele fußgefesselt zu hause sitzen. auch wenn sie sich an nichts erinnern können und ihr laptop im kinderwagerl spazierengefahren wird...😉

fersler
1
7
Lesenswert?

sehe

ich auch so. Fußfesseln in Parteifarben sind schon in Vorbereitung.

HRGallist
0
11
Lesenswert?

Nicolas Sarkozy

Schade, dass es in Österreich kein entsprechendes Gesetz gibt. Das haben sämtliche Regierungen und Parteien bis heute aus Eigennutz erfolgreich verhindert und werden es auch weiter tun