Bange Stunden liegen hinter Tausenden Eltern in Österreich. Als bekannt wurde, dass Erpresser Hipp-Gläschen mit Rattengift manipuliert hatten, haben wohl viele ihre Vorräte nach dem Brei „Karotten mit Kartoffeln“ abgesucht. Welche Sorgen und Ängste jene Mütter und Väter ausgestanden haben, die zuvor ihrem Baby oder Kleinkind diese Mahlzeit verabreicht haben, kann man nur erahnen.
Das war es, was die Erpresser bezweckten. Sie nützten zwei wunde Punkte unserer Gesellschaft aus: die Sicherheit unserer Nahrung und die Gesundheit unserer vulnerabelsten Mitglieder. Bei allem Verständnis für nötiges Stillschweigen bei kriminalpolizeilichen Ermittlungen: In diesem Fall hätte das Gesundheitsministerium früher Informationen über Art des Giftes und etwaige Symptome bekanntgeben müssen. So ist wertvolle Zeit verstrichen, ohne dass Eltern auch nur im Ansatz erahnen konnten, dass selbst ein blauer Fleck ein Warnsignal sein könnte, aber ein vakuumverschlossenes Glas unbedenklich ist.