KPÖ-SiegWahl-Debakel: Der Rücktritt des Bürgermeisters war unausweichlich

Die ÖVP ist der große Wahlverlierer in Graz. Es war ein Protest gegen Langzeit-Bürgermeister Siegfried Nagl und eine Wahl für unaufgeregte Politik.

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Mit diesem Debakel für die ÖVP hat keiner gerechnet, obwohl die Volkspartei die letzten Wochen immer intensiver vor einer links-linken Mehrheit im Gemeinderat gewarnt hatte. Zurecht, denn ein Bündnis aus KPÖ, Grünen und SPÖ käme laut den Hochrechnungen auf über 50 Prozent. Doch die eigene Klientel mit dem Schreckgespenst einer KP-Bürgermeisterin zu mobilisieren ist der VP letztlich nicht gelungen. Mehr noch: Dass die KPÖ tatsächlich am ersten Platz landet und Langzeit-Bürgermeister Siegfried Nagl vom Thron stößt, sorgt nicht nur für Staunen in der Landeshauptstadt, sondern bis in die Bundespolitik nach Wien und weit über die österreichischen Grenzen hinaus.

Kommentare (6)
hansi01
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1000000 Wahlkampfkosten ist zu wenig

Türkis muss noch mehr ausgeben um gewinnen zu können

HannesK
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Unerwartet aber verdienter Abgang von Nagl!

Diese Sätze von Herrn Kloiber sind tausendfach zu wiederholen:
"Dabei hat Nagl den Erfolg der Kommunisten wohl selbst befeuert. Seinen Luftschlössern wie Gondel-Projekten, automatisierten Innenstadt-Garagen oder zuletzt der U-Bahn erteilte Elke Kahr stets eine Absage. Stattdessen orientiere sich die KPÖ jahrzehntelang an den Sorgen der Bürger, hielt Sprechstunden ab und kämpfte sowohl medienwirksam gegen Großprojekte wie das Murkraftwerk, aber auch im Stillen um Einzelschicksale.."

stprei
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Kampagne

Wenigstens hat die Kampagne der Kleinen Zeitung gefruchtet.
Ich bin gespannt, was Kahr jetzt liefert oder ob sie überhaupt Verantwortung übernehmen kann.

rb0319
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Sie sind

genau so ein schlechter Verlierer wie der Ex-Bürgermeister Nagl.

neuernickname
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Die Frage wird halt sein, ob die Kommunisten das auch begreifen werden

dass nicht der Kommunismus gewonnen hat, sondern eine spezielle Fähigkeit der Frau Kahr.
Nämlich - die Menschen GERN zu haben.

Vor ein paar Wochen hat Otto Schenk das bei einer Sendung mir der Frau Stöckl und dem Alt-Kommunisten Eberhartinger gesagt - Die Politiker müssen die Menschen wieder gern haben. Und Frau Kahr tut das einfach.
Und das hat die Karriere des Herrn Nagl beendet.

Und das sollte ein heilsamer Schock sein, für die Politik des offenen Schlapfns. Weniger plappern, mehr tun. An die Menschen denken und nicht an "Interessen", Posten, Geld, Einfluss, "Siege" oder "Macht".
Nicht abstrakt und taktisch denken, sondern menschlich.

So gesehen ein gutes Ergebnis heute. Auch wenns mir, als altem Schwarzen, a bisserl einen Stich gegeben hat.

MuskeTiere4
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Gut, dass Graz gewählt hat!!

Es gibt verschiedene politische Lager, mehr links, mittiger, mehr rechts und immer wechselnde Wählergruppen. Warum sollte die linke Seite neben der Mitte so viel schrecklicher, katastrophaler sein als die(ewige) rechte Seite?
Da rutscht den erfolgsverwöhnten rechten, das am rechten Rand extrem ewig gleiche Herz in die Hose. Den Grazer WählerInnen aber nicht, angesichts einer gewünschten Veränderung. Mutig (genug)!
Dagegen ist OÖ sowas von immer schon von vornherein ausgemacht. Gar kein Meilenstein.