In Bezug auf Mode sind meine Kinder ziemliche Mädchen. Sie durchschwammen begeistert die rosa Welle, genossen ausgiebig ihre Minnie Mouse- und Glitzerphasen und sind irgendwann dem rezeptpflichtigen Bauchfrei-Trend erlegen. Momentan soll das Gewand aber vor allem eines sein: gruselig. Auf ihren Pullis müssen Gespenster, fauchende Katzen oder Skelettknochen kleben ­– andernfalls helfen sie ganz unbürokratisch mit ein paar Ketchup-Flecken nach.

Richtig entsetzen kann die Halloween-Garderobe aber niemanden mehr, sie geht in der Masse unter. Dagegen sorgt ein anderes Stück Stoff für deutlich mehr Aufregung: Das Kopftuch für muslimische Mädchen. Läuft es nach den Plänen der Integrationsministerin, soll das Tragen des Kinderkopftuchs Schülerinnen unter 14 Jahren verboten werden. Die Sichtbarkeit und Freiheit von Mädchen würde damit eingeschränkt, es sei ein klares „Zeichen von Unterdrückung“, begründet Claudia Plakolm den Gesetzesentwurf, der bis Donnerstagabend zur Begutachtung stand.