Wer heute von Frieden spricht, macht sich verdächtig. Angesagt sind martialische Gesten, Erlangung der Kriegstüchtigkeit und die Wiederaufrüstung Europas – koste es, was es wolle. Es mag sein, dass die Umstände keine anderen Strategien zulassen. Dennoch ist es erschütternd, wie rasch und mit welcher Inbrunst die Logik des Krieges beschworen wird. Könnte nicht wenigstens die rhetorische Begleitmusik weniger Euphorie versprühen und einen nachdenklicheren Ton anschlagen? Immerhin war der Friede einmal ein hohes Gut gewesen.