Eigentlich hatte er sich längst verabschiedet. Doch jetzt kehrt einer der letzten großen Rock’n’Roll-Pioniere im deutschsprachigen Raum noch einmal auf die Bühne zurück: Peter Kraus, der gestern (Mittwoch) seinen 87. Geburtstag hatte, feiert ein spektakuläres Comeback – und geht erneut auf Abschiedstournee. Dann wird er bereits 88 Jahre alt sein.

Die „achte letzte Tour“

Es ist ein Rekord, der fast schon ironisch wirkt: Bereits sieben Mal hat sich Kraus von seinem Publikum verabschiedet. 2027 folgt nun Abschiedstour Nummer acht. Damit dürfte der Musiker so oft „Lebewohl“ gesagt haben wie kein anderer Künstler zuvor. Geplant sind fünf Konzerte im Mai 2027, darunter auch Auftritte in Wien. Dass es überhaupt zu diesem Comeback kommt, ist vor allem einer Person zu verdanken: seinem Sohn Mike.

Sohn bringt den Vater zurück auf die Bühne

Von ihm stammt die Idee zu dieser Tour. Vater und Sohn Mike, der selbst als Musiker tätig ist, haben gemeinsam ein neues Konzept entwickelt, das den Rock’n’Roll-Star letztlich überzeugte, noch einmal ins Rampenlicht zurückzukehren. 

Ursprünglich hatte sich der Sänger bereits 2024 endgültig von der Bühne verabschiedet und wollte seinen Ruhestand genießen. Doch die Leidenschaft für Musik blieb - und war stärker als das Ruhebedürfnis.. „Die Bühne lässt einen nicht los“, heißt es sinngemäß aus seinem Umfeld. 

Mit 88 Jahren zurück ins Rampenlicht

Wenn die Tour startet, wird Kraus bereits 88 Jahre alt sein – ein Alter, in dem andere längst nicht mehr an große Bühnen denken. Er selbst sieht das gelassen: Er fühle sich fit, habe keine gesundheitlichen Probleme und lebe bewusst ohne Stress. 

Privat pendelt der Sänger zwischen seinem Wohnsitz im Tessin und der Steiermark – und scheint genau dort die Energie zu schöpfen, die ihn noch einmal antreibt. 

Mehr als Nostalgie

Kraus, oft als „deutscher Elvis“ bezeichnet, prägte den Rock’n’Roll im deutschsprachigen Raum wie kaum ein anderer. Sein Comeback ist daher mehr als nur eine weitere Tournee: Es ist ein Stück Musikgeschichte. Dass er gemeinsam mit seinem Sohn auftritt, verleiht der Tour zudem eine persönliche Note – und macht sie zu einer Art musikalischem Generationendialog.

Mike Kraus sieht die Pläne durchwegs positiv: „Ich bin sehr dankbar für die harmonische Beziehung, die ich mit meinem Vater habe. Unsere gemeinsame Tour wird ein emotionales Herzensprojekt, das die Frage stellt: Warum reden wir erst über Liebe, Versöhnung und Abschied, wenn keine Zeit mehr bleibt? Das ist ein Thema, das viele Menschen betrifft und dennoch selten offen besprochen wird“, erklärte er der „Bild“-Zeitung.

Abschied – diesmal wirklich?

Ob es tatsächlich die letzte Tournee sein wird, bleibt offen. Die Erfahrung lehrt: Bei Peter Kraus sollte man sich nie ganz sicher sein. Für seine Fans zählt ohnehin vor allem eines: Noch einmal die Gelegenheit zu bekommen, eine lebende Legende live zu erleben.