Lange hat es gedauert, viel wurde im Vorfeld spekuliert - doch seit 14. Dezember 2025 ist die Koralmbahn auf Schiene und fährt. Deutlich unter einer Stunde fährt man nun die Strecke zwischen Graz und Klagenfurt dank der neuen Verbindung.
Der Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See - eines der politisch umstrittensten Themen dieses Jahres - steht aktuell im Fokus der Diskussionen. Doch was ist von der Ankündigung, dass acht Fernverkehrszüge täglich dort halten werden, geblieben? Haben die ÖBB mehr versprochen, als sie halten können? Diese Frage stellen sich auch unsere Userinnen und User im Kleine-Zeitung-Forum.
Faktencheck
„Ein wertvolles Infrastrukturprojekt für Kärntner und Steirer“
Und obwohl über diese Haltestelle intensiv diskutiert wird und die Koralmbahn herbe Kritik erntet, gibt es zahlreiche Foristen, die Positives berichten, wie „JRSkumautz“: „Die schnelle Koralmbahn-Verbindung zwischen Klagenfurt und Graz ist eine perfekte zeitgemäße Verkehrstechnologie. Ein sehr wertvolles Infrastrukturprojekt für uns Kärntner und Steirer. Die Vollendung der Bahnverbindung nach Wien mit dem neuen Semmering-Tunnel ist dann ab 2030 der krönende Abschluss (...).“
Auch „zumNachdenken“ sieht die Koralmbahn als Schritt in die richtige Richtung: „Der Koralmtunnel ist Teil der Adriatischen-Baltischen Achse, die schnelle Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt sozusagen eine tolle ‚Randerscheinung‘. Mit dem Semmeringbasistunnel wirds dann richtig schnell.“ Und „Schalki“ ist ebenfalls überzeugt, dass die neue Verbindung zahlreiche Vorteile mit sich bringt: „Dank der Koralmbahn gibt es nun auch doppelt so viele Verbindungen nach Wien, was in meinen Augen der derzeit größere Vorteil ist. (...) Die große, wirkliche Veränderung für die Südstrecke wird dann der Semmering-Tunnel werden.“
Auch auf Facebook ist man vom Mehrwert der Koralmbahn überzeugt: „Ich nutze die Koralmbahn vor allem für Freizeitfahrten und bin sehr begeistert. Ich war damit am Adventmarkt in Klagenfurt, zu Silvester in Villach und auch in Velden unterwegs. Die Fahrten waren jedes Mal entspannt, pünktlich und angenehm“, schreibt Peter Lirzer auf Facebook zu unserem Artikel.
„Da hat sich schon viel getan“
Dass man sich wegen der umstrittenen Haltestellen nicht aufregen solle, meint „Amadeus005“: „Vor der Koralm war ja Unterkärnten kaum am Bahnfahrplan. Da hat sich schon viel getan. Man muss nur ehrlich sein und für ein Dorf nicht was fordern, was für eine Großstadt passend ist.“
Man müsse erst überprüfen, wie sehr sich ein Halt in Kühnsdorf lohnen würde, schreibt „Immobilie“ im Forum: „Warten wir, bis die Zahlen kommen, wie viele Menschen bei den Zügen, die in Kühnsdorf halten, ein- und aussteigen, dann wird die Klarheit kommen, ob es überhaupt Sinn macht stehen zu bleiben. Die Region sollte jetzt Angebote schaffen, damit auch Besucher zum Klopeinersee kommen. Wenn sie nichts tun, wird auch kein Zug mehr stehen bleiben und um ca. 10 Min. länger brauchen“
Und auch „blackpanther“ beschwichtigt: „Es gibt z. B. in Frankreich die Strecke von Paris nach Lyon, 391 km, ohne Zwischenstopp, für die der TGV knapp unter zwei Stunden benötigt. Der Sinn von Hochgeschwindigkeitszügen soll ja sein, dass sich die Fahrzeit zwischen zentralen Städten verringert und dadurch den Zug attraktiver macht. Wenn in jedem kleinen Ort ein Halt gemacht werden soll, dann haben wir eine Hochgeschwindigkeits-S-Bahn, die wieder länger für die Gesamtstrecke benötigt als das Auto und es dann auch unattraktiver macht, den Zug zu nutzen.“
Die Koralmbahn kann mir persönlich gestohlen bleiben“
Doch während einige aus dem Schwärmen nicht mehr herauskommen, sind andere Userinnen und User äußerst skeptisch. Die Inbetriebnahme habe auch zahlreiche Nachteile mit sich gebracht, schreibt „qualtinger“: „Seit dem Start der Koralmbahn sind die Busverbindungen von Völkermarkt nach Klagenfurt eine Katastrophe (...).“
Auch „JohannAmbros“ kann der neuen Bahnstrecke nichts abgewinnen: „Wir fahren mit dem Auto aus der Weststeiermark zum Klopeinersee baden! Die Koralmbahn kann mir persönlich gestohlen bleiben. Die Bahnhöfe auf der Strecke wurden auch ins Nirvana und unbesiedelte Gebiet gebaut …“ Und auf Facebook sprechen sich einige Userinnen und User ebenfalls für das Auto aus, wie Johann Riegler: „Von Wolfsberg nach Graz mit dem Auto ist schneller und viel billiger.“
Als „halbe Sache“ bezeichnet „Willi1983“ die Koralmbahn: „Die Koralmbahn ist für mich eine halbe Sache, weil zwischen dem Semmering-Tunnel (wenn er fertig ist) und Graz gibt es keine Hochgeschwindigkeitsstrecke, dieser Ausbau hätte schon längst in Bau sein müssen! Aber wenigstens wird Graz-Bruck eine neue Strecke angedacht!“