Mehr als 20 Jahre nach dem Verkauf der Bundeswohnungen steht nun fest: Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser muss ins Gefängnis. Grasser wurde vom Fünf-Richter-Senat des Obersten Gerichtshofs wegen Untreue und Geschenkannahme zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Strafe seines einstigen Trauzeugen und Mitangeklagten Walter Meischberger wird auf 3,5 Jahre reduziert. Ex-Lobbyist Peter Hochegger erhält drei Jahre teilbedingt.
Ein Teil des Urteils gegen Grasser wird aufgehoben, der Rest der Urteile in der Causa Buwog und Terminal Tower werden bestätigt. Grasser kündigte kurz nach Bekanntgabe des Urteils eine Beschwerde beim EGMR gegen das rechtskräftige Buwog-Urteil an.
„Jetzt glaube ich wieder an die Gerechtigkeit in Österreich“
Der Prozessausgang wurde nicht nur gespannt erwartet, sondern sorgte sogleich für heftige Reaktionen. Im Forum der Kleine Zeitung gab es zahlreiche Wortmeldungen dazu. ma12 ist über das Urteil sichtlich erfreut und sagt: „Endlich! Jetzt glaube ich wieder an die Gerechtigkeit in Österreich. Obwohl die Strafe reduziert wurde.“
Auch pinsel1954 empfindet den Schuldspruch (wenn auch nicht in allen Anklagepunkten) für richtig: „Ja, die Richter wollten ihn verurteilen, weil er große Schuld auf sich geladen hat. Dafür hatten sie genug Beweise. Auch ein so schöner Mann kann korrupt sein … leider! Manchmal können auch drei Staranwälte kein Wunder verbringen und das ist gut so.“ Und sistra rät Grasser zudem: „Ein bisschen Reue und weniger Selbstmitleid würde dem, wegen Untreue und Geschenkannahme, verurteilten, ehemaligen Finanzminister gut anstehen!“
„Der hat schon 20 Jahre Hölle hinter sich“
Während die meisten Foristen sich über den Schuldspruch freuen, finden andere auch mitfühlende Worte, wie beispielsweise Einpendler: „Der hat schon 20 Jahre Hölle hinter sich...“Auch Atlantique meint bedauernd: „Er hatte alle Voraussetzungen für ein traumhaftes Leben! Dumm gelaufen, echt dumm gelaufen.“
Und denktnach hat sogar ein wenig Mitleid mit dem Ex-Finanzminister: „Er war als Finanzminister einfach zu jung und unerfahren. Deshalb tut er mir irgendwie doch ein wenig leid. (...)“