„Erste Schäden nach wochenlanger Dürre“, 8. 7.
Unsere Bäuerinnen und Bauern sind Ungewissheit gewohnt, mit dem Risiko, ein, zwei schlechte Jahre zu haben und trotzdem über die Runden kommen zu müssen, haben sie schon immer gelebt. Aber jedes Jahr Trockenheit, Unwetter, Überschwemmungen, das wird nicht nur den Bauernstand ruinieren, auch die „Städter“ trifft der Klimawandel über das Erleben ungewöhnlicher Temperaturen oder feuchter Keller hinaus.
Fakt ist: Die österreichische Landwirtschaft leidet unter den steigenden bürokratischen Auflagen, unter dem Druck der Billigimporte und den Auswirkungen des Klimawandels. Trotzdem sollen und müssen unsere bäuerlichen Klein- und Mittelbetriebe weiterhin Nahrungsmittel mit höchster Qualität erzeugen! Anstatt hunderte Millionen an dubiose NGOs und ominöse Vereine zu verschenken, wäre die EU sowie unsere Regierung aufgefordert, wirkungsvolle Sofortmaßnahmen zu ergreifen, damit unseren tüchtigen Landwirten nicht der Lebensnerv abgeschnitten wird! Aber wir alle haben genug Möglichkeiten, unsere Landwirte zu unterstützen: indem wir Fleisch, Obst, Gemüse usw. gezielt aussuchen, Produkte der heimischen Landwirtschaft kaufen. Das Schnitzel im Supermarkt - 100 Gramm für 0.49 Euro – diese Einstellung, diesen Preis, das darf es nicht geben, das hat niemand verdient, weder das Tier, noch der Landwirt, noch der Konsument!
Eine funktionierende Landwirtschaft macht unser Land, etwa durch „Ernährungssouveränität“, krisensicher und ermöglicht uns ein gesundes Leben. Auf der Basis von Familienbetrieben sind unsere engagierten Bäuerinnen und Bauern nicht nur Garant für die Erhaltung von Traditionen und Bräuchen, sie sind verantwortlich für höchsten Umweltstandard und die Erhaltung unserer einmaligen Kulturlandschaft. Jeder Einzelne kann durch den vermehrten Kauf bäuerlicher, heimischer Produkte die Umwelt sowie das Klima schonen und die Gesamtwirtschaft positiv beeinflussen.
Ing. Hans Peter Jank, Villach
Bewässerung
Wieder - wie fast jedes Jahr, so auch heuer - hört man die Nachrichten, dass in Kärnten in bestimmten Gebieten die Felder, insbesondere die Maisfelder, zu wenig Wasser bekommen, weil es nicht genug geregnet hat, und die Ernte deshalb gefährdet ist. Dieses alljährliche Gejammer erscheint verwunderlich und ist wegen seiner Beharrlichkeit verstörend. Wieso werden in unseren Breiten die Felder nicht bewässert, zumal massenhaft Wasser die Flüsse abwärts fließt? Ein Blick über die Grenze nach Friaul Julisch Venetien genügt, um zu sehen, dass man sich dort nicht allein auf „Gottes Hilfe“ verlässt, sondern mit Bewässerung Ernteeinbußen verhindert. Seit tausenden Jahren ist der Menschheit das Problem bekannt und wird mittels Bewässerungsanlagen bestens bewältigt.
Die Ausrede, Bewässerungsanlagen seien zu teuer, kann wohl nicht gelten, zumal in anderen Ländern der finanzielle Aufwand auch getragen werden muss.
Robert Huber, Klagenfurt
Teufelskreis
Wenn im Juni in Teilen der Steiermark und Kärntens bis zu 90 Prozent (!) weniger Regen fiel als im langjährigen Durchschnitt, dann ist es wohl wenig überraschend, dass unsere Landwirtschaft echte Probleme hat, weil große Teile ihrer Ernte vertrocknen. Wenn man sich dazu dann anschaut, um wie viel wärmer es in diesem Jahr bisher schon war, weil wir vor allem mit Verbrennungsmotoren und vielem anderen selbst viel zu viel an Wärme „produzieren“, dann stellt sich doch die Frage: Ist wirklich jemand so naiv, zu glauben, das sei alles nur Zufall?
Wenn es in Zukunft in unserem Land immer öfter zu echten Trockenheiten so wie im heurigen Juni kommt, dann ist für unsere Landwirtschaft auch das Bewässern der Felder wohl keine echte Lösung, denn gerade dafür braucht man bekanntlich auch sehr viel Wasser – und wo soll so viel Wasser herkommen, wenn es viel zu wenig regnet?
Dr. Kurt Stoschitzky, Gleisdorf