Flughafen-Halt bleibt auf dem Abstellgleis“, 21. 2.

Das Jahrhundertprojekt Koralmbahn würde durch einen Zusatzhalt wesentlich entwertet. Ein Halt am Flughafen Graz würde die Fahrzeit Klagenfurt–Graz für alle (täglich viele!) wesentlich (um mindestens 12 Prozent – 5 Minuten) verlängern, was absolut nicht gerechtfertigt ist für die paar Leute aus Klagenfurt, die zum Thalerhof wollen. Der Flughafen ist super in ein paar Minuten mit der Schnellbahn von Graz aus zu erreichen, auch vom Süden her (Leibnitz, Spielfeld, ...) – aus Kärnten einfach mit Umsteigen in Graz in die Bahn zum Thalerhof. Wann hört diese absurde Diskussion endlich auf? Eine Posse ist, dass gegen Vernunft und das eigene Wissen die ÖBB und das Verkehrsministerium angeschwärzt werden.
Dr. Alex Dampfhofer-Trojovsky, Graz

Expertenwissen

Wie kann es sein, dass Politiker aus ihrer Profilierungsneurose heraus glauben, besser im Fachgebiet zu sein als Experten? Die Diskussion um die Haltestelle am Flughafen ist mehr als 20 Jahre alt. Selbst damals wurde immer wieder erklärt, dass die zusätzliche Unterflurtrasse den Verkehr zwischen Graz und dem Meer schneller machen soll. Eine Haltestelle an dieser Position würde die Leistungsfähigkeit dieser Strecke maximal reduzieren und ad absurdum führen.

Noch dazu würde eine Haltestelle im Bereich des Flughafens zu einer Fußstrecke von rund 100 Metern führen, die dann auch nicht überdacht oder unterirdisch und schon gar nicht direkt im Flughafengebäude wäre. Die Südbahnstrecke ist 200 Meter vom Eingang entfernt, ein überdachter Gehweg ist zur Hälfte vorhanden.

Warum überlegt sich die Politik nicht andere Varianten der Anbindung, wie zum Beispiel ein autonom fahrendes Vehikel bis zur Südbahn? Die Südbahn ist für den Nahverkehr ausgelegt und würde mehr Akzeptanz bringen als diese nicht umsetzbare Variante. Abschließend darf ich meine Anmerkung mit „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ abschließen ... weniger Politik und mehr Expertenwissen würden uns heutzutage guttun.
Markus Schmid, Graz

Ja, aber!

Wenn unsere neue Koralm-Bahn von Graz nach Klagenfurt ab Dezember auch am Flughafen Graz vorbeifährt, dann glaube ich, es sollte dort sehr wohl eine Haltestelle geben, in dieser sollten aber nicht grundsätzlich alle Züge halten, denn Railjets, die bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h mit durchschnittlich über 170 km/h von Graz nach Klagenfurt durchfahren, brauchen dafür nur noch 45 Minuten und sind damit gegenüber dem Auto absolut konkurrenzfähig! Sinnvoll erscheint mir, dass dort nur Regionalexpress- und Regionalzüge halten, alle höherwertigen Züge jedoch durchfahren.

Wenn eine Haltestelle Flughafen Graz so wichtig erscheint, dann wäre es wohl „absolut logisch“, dass die dafür nötigen Bau- und Betriebskosten nicht die ÖBB, sondern die (selbstverständlich private) Flughafen Graz Betriebs GmbH übernimmt. Ich glaube, nur auf dieser Basis könnte und sollte man über eine Haltestelle Flughafen Graz wirklich vernünftig weiterreden.
Dr. Kurt Stoschitzky, Gleisdorf

Verbindung aufrüsten

Ich kann den Worten Klaus Schneiders nur vollinhaltlich zustimmen, die geringe Verkehrswirksamkeit dieser Maßnahme ist für mich ebenso erwiesen. Übrigens habe ich auch bereits mehrfach empfohlen, alternativ dazu den circa 400 Meter langen Verbindungsweg des Flughafens mit der bestehenden Haltestelle Flughafen Graz-Feldkirchen technisch aufzurüsten. Eine derartige Anbindung eines Flughafens an eine etwa gleich weit entfernte Bahnstrecke ist am Flughafen Leipzig-Halle zu sehen.
Dipl.-Ing. Dr. Helmut Adelsberger, Wien

Wozu Vorbereitung?

Nach den Aussagen von Klaus Schneider von der ÖBB-Infrastruktur AG lässt sich ein zusätzlicher Halt am Flughafen Graz Thalerhof nicht „eintakten“, weil dies der Idee eines Fernverkehrs widerspricht. Wenn die Zahl der Zwischenhalte streng begrenzt ist, wie von Schneider erklärt wird, dann hätte man doch nicht die Errichtung eines unterirdischen Bahnsteigs berücksichtigen und „vorausschauend“ Bereiche entsprechend statisch ausstatten müssen. Dies ist doch ein klares Indiz dafür, dass eine Bahn-Haltestelle unterhalb des Flughafens Graz Thalerhof vorgesehen ist. Oder wurde hier nur unnötig Steuergeld begraben?
Dipl.-Ing. Dr. H. Michael Richter, Graz

Nachhaltigkeit?

Die neue Verkehrslandesrätin hat schon mit der Absage des Radfahrstreifens in der Grazer Heinrichstraße bewiesen, dass ihr nicht an nachhaltiger Verkehrspolitik gelegen ist. Das bestätigt auch das fast schon trotzige Beharren auf der Flughafenhaltestelle der Koralmbahn. Welche Züge sollen denn dort halten? Der Fernverkehr sicher nicht! Welches Potenzial gibt es dort überhaupt? Und für einen hochwertigen Regionalverkehr aus Kärnten reicht die bestehende Haltestelle. Aber dieses Angebot muss bestellt werden.

Viel wichtiger wäre beispielsweise die Umsetzung eines Nahverkehrsknotens in Gösting oder des geplanten S-Bahn-Tunnels in Graz. Davon hätten zehntausende Pendler täglich etwas, nicht nur ein paar hundert Fluggäste am Thalerhof. Interessanterweise hört man davon nichts von der Landesregierung, dafür wird populistisch die Forderung für einen sinnlosen Geisterbahnhof beim Flughafen medial wiederholt, der sowieso erst in vielen Jahren umsetzbar wäre.
Hubert Maier, Graz