Titel „EU-Vorhaben Rauchverbot im Freien“ und „Ich empfinde das als Schikane“, 9. 10.
Die gerade seitens der EU diskutierten neuen Rauchverbote halte ich zum Großteil für richtig und sinnvoll. Auf Liegewiesen von Schwimmbädern kann es eine Zumutung für Nichtraucher sein, wenn der Liegenachbar raucht und die Zigarettenreste womöglich auf der Wiese liegen lässt. Daher wäre ein Rauchverbot in Freibädern meiner Ansicht nach wünschenswert. Was Gastgärten betrifft, stimme ich ebenfalls weitgehend zu. Wenn man in einem Gastgarten sein Essen genießen möchte, kann es sehr störend sein, wenn der Kettenraucher am Nebentisch eine Zigarette nach der anderen raucht.
Ich denke aber, es sollte für Raucher ausgewiesene Lokale geben, in denen das Rauchen erlaubt ist. Generell wäre mehr Nikotinprävention und Aufklärung wichtig, denn wenn jemand mit dem Rauchen einmal angefangen hat, kommt er nur mehr sehr mühevoll davon los, mit all den gesundheitlichen Folgen.
Dr. med. Bernd Sommer, Graz
Bevormundung
War ja klar, dass solche Ansinnen der EU-Bürokratie erst nach der Wahl an die Öffentlichkeit gelangen. Die FPÖ hätte sonst sicher noch viel mehr Stimmen dazubekommen. Die Bürger sind es leid. Noch mehr Bevormundung, noch mehr Entmündigung, noch mehr Gastro-Sterben. Dafür steigende Schulden, vermehrte Konkurse, erschwerte medizinische Versorgung, drohender Bankrott von Städten und Gemeinden. Diese neuerlichen Versuche, die persönliche Freiheit der Bürger einzuschränken, sind weder sinnvoll noch klug. Nur ein „Beschäftigungs-Alibi“ für die EU-Kommissare.
Eva Promberger, Villach
Etwas übertrieben
Ich finde ein Rauchverbot im Freien wohl etwas übertrieben; natürlich soll man Mitmenschen, und vor allem Kindern, den Rauch nicht direkt ins Gesicht blasen, aber so etwas tut doch wohl eh kein normal denkender Mensch. Sehr wohl sollte man aber darüber nachdenken, wie man die gedankenlose Unsitte des Wegwerfens der Zigarettenstummel verhindern kann. Die Umwelt würde es uns danken! Ich selbst bin erklärter Nichtraucher.
DI (FH) Robert Eisentopf, Allerheiligen im Mürztal
Zukunftsaussichten
Herzlichen Dank für Ihre interessanten Artikel das Gastgewerbe betreffend. Zuerst die Meldung über Erwerbstätige in Österreich, die ihr Mittagessen nicht mehr in einem traditionellen Gasthaus, sondern in einem Großkaufhaus zu sich nehmen, und jetzt das Neueste von der EU, ein Rauchverbot auch im Freien. Da fällt mir sofort ein, wie Wirtinnen und Wirte vor nicht so langer Zeit mit der Schaffung von Raucher- und Nichtraucherbereichen gepflanzt wurden. Das hat die einzelnen Unternehmen eine schöne Stange Geld gekostet. Insgesamt also keine positiven Zukunftsaussichten für die Branche.
Unlängst war ich im Klinikum, da fragten mich zwei Frauen, wo man da raucht. Ich konnte die Frage nicht beantworten, und flugs, da hatten sie auch schon einen Seitenausgang genommen und jede hatte sofort eine Zigarette im Mund! Ja, klar im Krankenhaus geht das, aber im Wirtshaus bald nicht mehr!
Fritz Holzer, Klagenfurt
Die großen Baustellen
Die EU schlägt ein Rauchverbot im Außenbereich vor. Hat die EU keine anderen Probleme? Wir warten schon jahrelang auf die Entscheidung über die Reform der Zeitumstellung in Europa (Ende des jährlichen Wechsels von Sommer- und Normalzeit). Auch sind die aktuellen Probleme der Zuwanderung, Migration und Zuständigkeiten bei der Aufnahme von Asylsuchenden noch nicht restlos geklärt. Das Schwergewicht der parlamentarischen Arbeit sollte daher in der Bearbeitung der großen Baustellen der EU liegen.
Anton Roll, Graz
Keine anderen Sorgen?
Ein Kaffee, ein Bier, ein Getränk und eine Zigarette – oder auch nicht! Ein Relaxen im Freien, wie jeder gerne mag mit allgemeiner Rücksichtnahme! So schön, dass wir das hier in Österreich noch haben! Hat man keine anderen Sorgen? Zum Beispiel: Bombenalarm in Schulen, überall Stadtschulden, Hochwasserschäden, das Gesundheitssystem kränkelt – nein, bereits Not-OP fällig, Insolvenzen heimischer Firmen, Regierungsbildung, fragwürdige ORF-Gebühr, fragwürdige Sozialleistungen, Teuerung, Fake-Nachrichten im Internet, Kriege in Nahost! Ob Raucher oder Nichtraucher im Freien – sorgt ihr euch nicht um wichtigere Dinge?
Ich bin keine Gastronomin, aber wollen wir wirklich die österreichische Gastronomie fertigmachen? Weltweit sind wir hier in Österreich bekannt für die gute Qualität unserer Gastronomie. Hier wird Politik gemacht!
Evelyn Resch, Preding
Freiheiten
Als Erstes habe ich das vor acht Jahren in Krakau erlebt: Wer bei einer Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel rauchen wollte, musste aus dem Stationsbereich hinausgehen, mindestens 15 Meter, wenn ich mich richtig erinnere; ein Jahr später sah ich es in Singapur. Beides sehr angenehm. In den Wiener Bädern haben wir durchgesetzt, dass im Bereich für Kleinkinder nicht geraucht wird.
Ich war selbst bis 1996 Raucher und habe diese Freiheit sukzessive eingeschränkt. Erst in der Wohnung, dann im Büro, im Auto, auf dem Gang. Das war machbar. Und dann habe ich es aufgegeben, das Rauchen. Und bereue das nicht. Ich weiß, früher war das ganz anders. Aber da sind wir auch noch zwischen den Hundstrümmerln auf dem Gehsteig im Slalom gegangen. Gewisse Dinge haben in der Öffentlichkeit nichts verloren. Weil sie stören und möglicherweise die Gesundheit beeinträchtigen. Und die persönliche Freiheit? Die hat man, und das weiß ich aus mehr als zwanzig Jahren Erfahrung, eh schon aufgegeben, wenn man raucht.
Johannes Dornhofer, Wien
Schikane – für wen?
„Ich empfinde das als Schikane“ – eine passende Überschrift. Aber für welche Seite gilt sie wirklich? Sind es wirklich die Raucher, die sich schikaniert und eingeschränkt fühlen müssen? Tritt das Gesetz in Kraft, würde für Raucher die eigene Bequemlichkeit und persönliche Freiheit angegriffen. Das ist unangenehm.
Bisweilen dürfen sich dafür Nicht-Raucher Sätze anhören wie „Wenn es dir nicht passt, geh halt weg“, oder sie dürfen in der Gastronomie die letzten schönen Sonnentage im Innenbereich verbringen, um den Dämpfen nicht ausgesetzt zu werden. Rauchen ist eine Entscheidung, die man nur für sich selbst trifft. Vielmehr ist es eine fahrlässige Art der Körperverletzung, die die Freiheit und Lebensqualität gesunder Menschen einschränkt.
Valerian Staudinger, Graz