Für wahre Musestunden ist das auf einem Hügel thronende, mittelalterliche Dorf Stanjel inmitten des slowenischen Karsts eine ganz ausgezeichnete Adresse. Neben seinem Schloss und den verlassenen, autofreien Gassen mit uralten, originalen, steinernen Karsthäusern offenbart der Ort ein ganz besonderes Juwel: den Ferrarigarten.

Der berühmte, heimische Architekt Max Fabiani, Schüler Otto Wagners, schuf hier im Auftrag des Triestiner Arztes Enrico Ferrari in den 1920er-Jahren einen verspielten, romantischen Park. Besucher können sich bis heute dieses besonderen Gartenensembles der Zierde und zugleich ausgeklügelter Funktionalität erfreuen. Ein künstlicher See mit Wasserspielen, der anno dazumal der Wasserversorgung diente, sowie ein orientalischer Aussichtspavillon als Schattenspender über einer als Eiskeller fungierenden Grotte harmonieren mit Gemüse- und Obstbeeten, einer Kirschbaumallee und vielen weiteren fantastischen Gartenelementen.

Besonders reizvoll für Verliebte ist das venezianische Brücklein, wo sie ihre Liebe testen können. Ein magisch schöner Ort zum Verweilen - sehr wohl auch für Nichtverliebte, besser als in jedem Ferrari.

Regina Rauch-Krainer ist Leiterin des Kulturreiseveranstalters TLS Reisekultur.

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