Wenn der längste Fluss Italiens auf seiner Reise aus den Cottischen Alpen an der Grenze zu Frankreich bis zur Adria Ostiglia passiert, hat er schon so einiges erlebt. Aber das noch nicht: Dass sich dort im Flussbett des Pos aus Sand und anderen Sedimenten eine Insel formte, lässt sich auf die Mitte des 17. Jahrhunderts zurückdatieren, als sie im Besitz des Bischofs von Mantua stand.

Die Kirche vergab die Isola Boschina als Ehrenlehen an unterschiedliche Adelsfamilien, bevor sie in den 1970er-Jahren in den Besitz des Industriellen Giovanni Battista Meneghini – Ehemann der Opernsängerin Maria Callas – und schließlich 1985 der öffentlichen Hand gelangte.

Naturparadies im Po: Feuchtgebiete, Pappeln und seltene Tiere

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Die stellte das 39 Hektar große Eiland in der Form eines Reiskorns unter Schutz, denn während die Besitzer kamen und gingen, hatte die Natur das Zepter übernommen, Feuchtgebiete und Reste der einstigen Mischwälder der Po-Ebene blieben erhalten, darunter monumentale Exemplare einer Schwarz- und einer Weißpappel.

Auch Steinmarder, Schwarzmilan und Co. goutierten die Abwesenheit menschlicher Bewohner, von denen noch das malerisch verwitternde Gebäudeensemble rund um eine Villa aus dem 19. Jahrhundert erzählt. Heute kommen Besucher, um das naturbelassene Refugium zu genießen – aber nur, wenn die Natur will. Denn der Weg führt über eine Furt im Fluss, die nur begehbar ist, wenn der Po Niedrigwasser führt.