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MedizinrechtBehandlungsfehler & Co.: Wann werden Ärzte geklagt?

Behandlungsfehler, mangelnde Aufklärung über etwaige Folgen einer Behandlung und das Fehlen einer einfachen Entschuldigung: Die Rechtsanwältin und Expertin für Medizinrecht, Karin Prutsch, im Gespräch über Patienten, die vor Gericht ziehen, Erfolgschancen und die Frage: Lohnt sich das alles überhaupt?

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Eines gleich vorweg: Mediziner in Österreich leisten eine großartige Arbeit, das hat sich während der Pandemie nur bestätigt. Aber Fehler sind menschlich und in diesem Bereich leider schnell fatal. Und schwarze Schafe gibt es in jeder Branche. Aber was bewegt Patienten wirklich, ihren Arzt zu verklagen? Was sind die klassischen Fälle, Frau Dr. Prutsch?

KARIN PRUTSCH:  Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sind Behandlungsfehler passiert, die Behandlung wurde also nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechend durchgeführt - oder die Aufklärung war mangelhaft.  Ich höre oft: „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass das eintreten könnte, auch nur mit geringer Wahrscheinlichkeit, hätte ich dieser Behandlung nie zugestimmt.“  Klassische OP-Fehler sind aus meiner Sicht eher selten, viel häufiger handelt es sich um Schnittstellen-Fehler. Ein Beispiel: Der Chirurg im Krankenhaus hat seinen Job erledigt und übergibt den Patienten seinen Kollegen. Der Patient klagt schließlich über Schmerzen, im Krankenhaus wird durch verschiedene  Dienstwechsel oft erst verspätet darauf reagiert, die Schmerzen des Patienten werden nicht richtig gewürdigt, man geht von postoperativen Schmerzen aus. Dabei nehmen die Beschwerden dann zu, oft verschlechtert sich der gesamte gesundheitliche Zustand. Der Chirurg hat bei der OP keinen Fehler gemacht, er hat seinen Patienten aber nicht darüber aufgeklärt, was bei dem Eingriff alles passieren kann und welche Komplikationen sich daraus ergeben können.

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