Nach PaxlovidMit Molnupiravir kommt zweites Covid-Medikament in Tablettenform

Mit Molnupiravir hat das zweite Covid-19-Medikament in den USA eine Notfallzulassung bekommen. Allerdings dürfte die Schutzwirkung nicht sehr hoch sein.

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Molnupiravir, das Covid-19-Medikament von MSD © AP
 

In den USA ist das Covid-19-Medikament Molnupiravir von Merck Sharp & Dohme (MSD) zugelassen worden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte eine Notfallzulassung für das antivirale Medikament in Pillenform für Risikopatienten ab 18 Jahren. Das in Europa unter dem Namen Lagevrio bekannte Medikament ist zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen mit leichten bis mittelschweren Symptomen gedacht und soll einen schweren Krankheitsverlauf verhindern.

Erst am Mittwoch hatte die FDA eine Notfallzulassung für das Pfizer-Medikament Paxlovid für Risikopatienten ab einem Alter von zwölf Jahren erteilt. Molnupiravir ist dagegen nur für Erwachsene zugelassen, weil das Medikament das Wachstum von Knochen und Knorpel behindern kann.

Die Resultate aus der klinischen Studie zu Molnupiravir schwankten deutlich zwischen einer frühen Zwischenauswertung und der Analyse der gesamten Studienpopulation: In der Zwischenauswertung mussten 28 von 385 behandelten Probanden wegen eines schweren Krankheitsverlaufs ins Spital aufgenommen werden (7,3 Prozent) oder verstarben, in der Placebo-Gruppe waren es 53 von 377 Patienten (14,1 Prozent). Daraus ergab sich eine zunächst publizierte Wirksamkeit von rund 50 Prozent.

Als aber die Informationen von allen aufgenommenen Patienten untersucht wurden, schrumpfte die Schutzrate auf nur noch rund 30 Prozent. Unter den Behandelten waren 48 von 709 Patienten ins Spital gekommen oder verstorben (6,8 Prozent), in der Placebogruppe 68 von 699 (9,7 Prozent).

So wirkt Molnupiravir

Molnupiravir fügt Kopierfehler bei der Replikation der RNA von SARS-CoV-2 während der Virusvermehrung ein. Das verhindere die Entstehung von neuen Viren. Entwickelt wurde Molnupiravir ursprünglich als Influenzamedikament. Das Arzneimittel muss zweimal täglich (je 400 Milligramm) eingenommen werden.

FDA-Vertreterin Patrizia Cavazzoni erklärte am Donnerstag aber, Molnupiravir sei eine "zusätzliche Behandlungsoption", etwa wenn andere Medikamente nicht verfügbar oder aus medizinischen Gründen nicht angebracht seien.

Der MSD-Wirkstoff ist bereits in Großbritannien und Dänemark zugelassen, bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) läuft derzeit der Zulassungsprozess. Die Medikamente haben den Vorteil, dass Patienten sie einfach bei sich zu Hause einnehmen können. Andere Mittel wie das antivirale Medikament Remdesivir müssen dagegen intravenös verabreicht werden.

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