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SimulationsexperteNiki Popper: ,,Starren auf Infektionszahlen bringt nichts''

Popper plädiert dafür, nicht nur die nackten Zahlen zu bewerten, sondern Zusammenhänge zu erkennen und daraus Schlüsse für die Bekämpfung der Pandemie zu ziehen.

Niki Popper, Coronavirus
Die Vernunft muss regieren, wir können nicht sagen, wir sperren jetzt auf, weil wir keinen Bock mehr haben", sagt Niki Popper © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Menschen, die auf Daten starren. Nach einem Jahr Pandemie ist der tägliche Blick auf die Neuinfektionszahlen ähnlich routiniert, wie jener auf den täglichen Wetterbericht. Doch die Zahlen und Daten alleine, reichen nicht aus, um ein fundiertes Bild der epidemischen Lage im Land zu zeichnen. Das sagte Simulationsexperte Niki Popper von der TU Wien am Dienstag im Ö1-Morgenjournal. "Das Starren auf Infektionszahlen bringt nichts."

Nun gehe es vor allem darum, Schlüsse aus den Daten zu ziehen und diesen Schlüssen, klare Entscheidungen folgen zu lassen. "Wir müssen die Zusammenhänge verstehen, wir müssen uns überlegen, was bedeuten diese Zahlen und Daten und wir müssen beginnen, diese Zusammenhänge darzustellen." Vor allem im Hinblick auf die Öffnung der Gastronomie meinte er: "Wir können Fakten nicht negieren, das Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Es ist hier, die Intensivstationen sind voll. Die Vernunft muss regieren, wir können nicht sagen, wir sperren jetzt auf, weil wir keinen Bock mehr haben."

Zusammenhänge erkennen, klare Entscheidungen treffen

Viel mehr müsse man Lösungen für ein sicheres Aufsperren finden. Eine Möglichkeit sei, die richtigen Menschen zu impfen. "Die Menschen, die zwischen 60 und 80 sind und nicht die Jungen. Das sind diese Aspekte, die wir uns jetzt anschauen müssen."

Eine klare, einheitliche Aussage solle auch in der Diskussion, rund um die Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffes, fallen: "Es wäre wichtig, dass hier nicht nur national, sondern auch EU-weit ganz klare Aussagen getroffen werden. Wir sehen bei solchen Interventionen, dass hier oft überreagiert wird."

Die aktuelle Situation

Aktuelle liegt die Siebentagesinzidenz bei 210, der Reproduktionswert deutlich über eins. Popper sieht für die kommenden Wochen zwei Szenarien

  1. Das Wachstum ist aktuell zwar stetig, aber nicht so schnell wie im Herbst. Man könne versuchen, dieses moderate Wachstum im Griff zu behalten. Dazu müsse aber die Bundesregierung klar kommunizieren, wie hoch die Auslastung der Intensivstationen sein dürfe. Zusätzlich sei es essenziell zu "screenen, testen und zu isolieren".
  2. Strategie Nummer zwei schildert Popper wie folgt: "Wir sagen, ok, die Zahlen sind zu hoch und wir müssen uns überlegen, wie wir sie vor April noch einmal absenken können." Was übersetzt wohl einen weiteren Lockdown bedeuten würde.  

Darüber hinaus mache es Sinn, so Popper, regionale Unterscheidungen vorzunehmen. "Das ist ein Schritt, den wir in manchen Gebieten erfolgreich gegangen sind. In manchen Gebieten waren wir schlicht zu langsam. Hier müssen wir schneller werden. Weil sich die lokalen Ereignisse sonst rasch ausbreiten."

 

 

Kommentare (22)
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55plus
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Der Herr Popper ist Simulationserxperte

Er hat weder Soziologie, noch Politwissenschaften geschweige denn Medizin studiert.
Mathematik. Wieso gibt er immer seinen Senf zu irgendwelchen Lockdowns oder Öffnungen ?
Ist das der einzige Experte ? Und entschuldigung, wenn heute 100 Infiziert sind morgen 300 und ich das dann mit einer Simulation ausrechne wiewiele Menschen in 2 Monaten infiziert sein werden und das dann als Horrormeldung von den Zeitungen übernommen wird frag ich mich schon ob das irgendwas mit dem eben nicht berechenbaren Leben zu tun hat und wieso seine Zahlen keiner in Frage stellt bzw als das was sie sind hernimmt - als Simultion mit viel zu wenigen Faktoren.
Es stellt nämlich wirklich keiner in Frage. Er rechnet und die Leute sagen oh das müssen wir verhindern dass es wirklich so kommt als hätte er sicher Recht mit seinen Zukunftsprognosen.
Also rechnen kann er ja ;-) aber Schlüsse über die weitere Vorgehensweise kann er sich eigentlich sparen bzw zumindest auf jeden Fall dann, wenn er sich nicht bewusst ist das er von Worst Case Szenarien ausgeht. Das Leben kann mal schlimm sein aber ständig mit dem schlechtesten rechnen kann nicht zielführend sein.

frogschi
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Das ist aber eine schöne Wende von Popper.

Doch man kann durchaus auf Zahlen schauen. Seht euch einmal Texas an (Infektion und Tote). Dort gibt's seit 2 Wochen keine Massnahmen mehr und es ist keine Insel.

hfg
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Immer wieder sagen

Es alle Experten-ich zitiere: man muss die richtigen Personen ab 60 Jahre impfen. Warum das speziell in der Steiermark nicht so gemacht wird ist einfach unverständlich.

hfg
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Im Extremfall

Wenn die Risikogruppen geimpft und geschützt sind, könnte man wesentlich höhere Infektionszahlen in Kauf nehmen und trotzdem mehr öffnen. Für den Großteil der Bevölkerung ist die Infektion ohnehin relativ ungefährlich. Anders wird man mit der Pandemie wahrscheinlich nicht umgehen können.

Irgendeiner
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Ja,Hfg und ich hab dir schon mal gesagt,daß auch Kinder nicht mehr außen vor sind

und schwere Verläufe haben durch die britische Variante und daß sie Kinderstationen für schwere Covidverläufe haben,in Israel, England und Schweden schon dasselbe Problem,weißt das mit den Risikogruppen war immer nur relativ,aber recht stark gewichtet auf Ältere,das ist Geschichte und auch wenn du immer dasselbe erzählst und dich nicht kundig machst,wir haben schon so einen Kanzlerimitator, streng dich nicht an,zwei brauchma von der Sorte nicht,genau genommen nichtmal einen.

hfg
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Und wieviel in % im Vergleich zu den Risikogruppen

Und warum sagen praktisch alle Experten das man unbedingt die älteren und kranken Personen impfen muss.

Irgendeiner
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Ja,hfg, das Immunsystem läßt im Alter ganz natürlich nach,ist so,

die Zahl der Vorschädigungen steigt statistisch auch mit den Jahren und die alte Variante war nicht so angriffig,also hast zuerst die versorgen müssen,da konntest von Risikogruppen sprechen,was auch da schon nur relativ war,jetzt ist die Situation anders,der Durchschnitt auf den Intensivstationen ,denk na,das sind keine Alkten mehr.ch was das hei´ßt,auf den intensivstationen liegt bei 55 Jahren,die Hälfte ist drunter,das die Alten auch sterben wird und sollte dich nicht trösten.Alte sind gefährdeter wenn sie bei Rot über eine Kreuzung gehen,weils in der Regel schon langsamer sind,aber quer über die Autobahn sollte niemand.

Irgendeiner
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Sorry schlecht zu lesen,

da ist was durcheinandergekkommen.

Irgendeiner
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Ach da fehlt eine Anmerkung,wie seltsam,

nun es ist so,wenn ich mit fiktiven Personen spreche wo niemand dieses Namens oder Nicks ist,red ich vielleicht in die Seite aber was ich mit meinem Freund Harvy zu besprechen wünsche kann aus Logik und empirischer Nichtexistenz heraus nicht forenregelwidrig sein,weil sich diese auf den Austausch und die Bewertung realer Personen beziehen, was hier nicht gegeben ist.Und mehr Phantasie zu haben als andere kann auch nicht forenregelwidrig sein,in nuce,hit and run geht nicht mehr, duck and cover laß ich auch nicht zu aber das Feld steht weit offen und ich will es wissen,das liegt wohl an all meinen verbrieften Psychopathologien.

hausverstand58
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Die Berechnungsmethode müßte geändert werden

Wenn die Herrschaften die Zahlen prozentuell auf die Bevölkerung umrechnen würde, wüßten sie, dass es keinen Grund zur Panik gibt.

Irgendeiner
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Hausverstand,man lacht, ein Nick als Selbstpersiflage,

weißt das Probemerl ist nicht,daß ein paar Prozent der Bevölkerung Covid haben,das Problemerl ist wieviel wir von denen wir bei schwerem Verlauf auf den Intensivstationen versorgen können und das ist verschwindend und dann sterben auch Leute ohne Covid,weißt, die Krankenhäuser sind nicht dafür gebaut Euch alle gleichzeitig zu beatmen,das ist das bottleneck daß man nach einem Jahr vielleicht schon verstehen könnte, das hat selbst Basti geschafft, spät aber doch.

hewinkle10
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Faktum ist, dass die Infektionszahlen ohnehin kaum noch jemanden interessieren

Die Zahlen steigen, die Krankenhäuser füllen sich, die Intensivpatienten werden mehr...kratzt aber offenbar niemanden. Man weiß, dass das Hauptinfektionsgeschehen neben den privaten Coronapartys in den Schulen liegt! Neuerliche Schulschließungen sind aber nicht opportun, da riskiert man lieber steigende Infektionszahlen. Lieber Herr Popper, welcher Schlüsse wollen Sie denn aus diesen „Fakten“ noch ziehen? Bier, Schnitzel und Kaffee im Schanigarten haben Priorität...der Rest ist lästige Nebensache. Bin gespannt in welches Schlamassel wir mit der Haltung schlittern werden...

Irgendeiner
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Naja,er hat recht, die Ansteckungszahlen allein sinds nicht,das ist differenzierter,schon wegen der Mutationen und in Wien sinds bei den Intensivstationen schon am Weg in den Crash,der Rest ist nur ein bißchen langsamer und schön find ich daß auch wer anderer darauf hinweist daß man mit einem Virus nicht verhandeln kann, wie oft hatte ich das hier gesagt.Und während Bastis Impfbazar der EU natürlich wieder ein Schmarrn zum eigenen Nutzen war läuft sein eigener Bazar des Eigenlobs auf ununterbrochenen und unträglichen Hochtouren,

nur eins hat der Schwafelbruder von Anfang an nie getan,den iterativen Blödsinn zähl ich jetzt nicht auf,die Menschen aufklären, er faselt lieber vom Licht am Ende des Tunnels und von der Pandemie in den letzten Zügen, während er Mutationen reinläßt und die Zahlen steigen,denn bei Basti muß die Realität immer der Stimmungsmache weichen.Nun mit Nachdruck gesagt,keiner von Euch kennt seine Gefährdung ganz, eure Blutgruppe kennts vielleicht noch aber euer Genom habts nicht kartieren lassen und den detaillierten Zustand eures Immunsystems kennen auch die wenigsten und die Mutationen greifen alterstechnisch noch weiter runter,nicht wissen ob man gefährdet ist ist was anderes als nur gering gefährdet zu sein,ich würd damit nicht rumkasperln.Und die Impfungen so wir sie kriegen schützen alle drei vor einem schweren Verlauf,was auch nicht heißt daß ein leichter ein Spaziergang ist,was sie aber offenbar nicht tun ist das streuen verhindern,also schminkt Euch den Gedanken gleich ab daß ihr wenn ihr geimpft seid maskenlos frei tanzen habt,ihr gefährdet immer noch andere und das ist ein Delikt.,der Studienabbrecher sagt Euch das wieder nicht wie bei den Schmierinfektionen und bastelt an Bastimärchen,ist nicht die neue Normalität, ist die neue Dummheit.Also nochmal für die Kleinsten,jeder von Euch kann gefährdet sein und das Ende ist ziemlich unangenehm,und jeder von Euch ist auch mit Impfung eine Gefahr,internalisiert es diesmal rechtzeitig und laßt den Schmeichelfasler blabbern.

lucie24
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Wo bitte sind die Intensivstationen voll?

Bei uns jedenfalls nicht.

DannyHanny
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Lucie

Graz LKH West z.B.

lieschenmueller
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Der Betriff "haarsträubend" hat ein Bild bekommen :-)

Ein blitzgescheiter Mensch. Aber wenn es um ihn geht, fühle ich mich nach dem Lesen noch ratloser als vorher.

Hapi67
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Meine nüchternen Erkenntnisse und Rückschlüsse

nach einem Jahr.
Kein einziges Untergangsstenario der Corona Jünger, Sektenanhänger und Verschwörungstheoretiker ist und wird bei diesem Virus jemals eintreffen.

Vielen Dank

checker43
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Weil

man die Szenarien durch die Maßnahmen auch verhindert. Auch wenn sich die Covidioten noch so dagegen bemühen.

Stony8762
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checker

Auch die herbeifantasierte Diktatur wird es nicht geben!

fans61
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Jetzt auf einmal ..... einmal so einmal so....

das sind Wissenschafter zum fremdschämen.

SagServus
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...

Popper hat seit jeher nix anderes gesagt.

Also das man die Zahlen entsprechend interpretieren muss und dahingehend handeln und nicht Stur auf eine Zahl sich fixiert.

Im Grunde macht die Regierung genau das zweitere wo sich mittlerweile keiner mehr auskennt und es somit nicht verwunderlich ist, wieso kaum mehr jemand hinter den Coronamaßnahmen der Regierung steht.

Schon vergessen? Lt. Regierung wurde der Weihnachtslockdown verlängert weil von der angepeilte Inzidenz zu weit weg war. 2 Wochen später dann wieder Lockdown light und Öffnung des Handels obwohl man die Inzidenz nicht geschafft hat. Mittlerweile ist man wieder bei einer Inzidenz von 200, wo die Gastroöffnung noch immer in Schwebe ist.
Keiner von der Regierung konnte bis dato nachvollziehbar erklären, wieso die Zahlen jetzt plötzlich doch nicht mehr so schlimm sind oder was genau der Unterschied ist.

XStoneX
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Du hast es eh gesagt...

... die Meisten wollen sich nicht mehr an die Maßnahmen halten. Viele der grotesken Vorgaben der Regierung waren das letzte Indiz für die Planlosigkeit der „Experten“ und unserer Politiker.
Die Bürger lassen sich nicht mehr einsperren und jede nochso schwachsinnige Maßnahme werden die Viren nicht mehr bremsen können. Daher auf mit der Gastro mit Abstandsregeln zwischen den Tischen, Öffnung aller anderen Bereiche wie Hotels und co.
Entscheidende Zahlen sind einzig und alleine die Belgung der Intensivstationen, alle anderen Zahlen sind schlicht untelevant, wenn über 80% aller Infizierten ohne oder mit geringem Symptomen „erkranken“. Die Wirtschaft und der Mittelstand werden wieder mal die Leidtragenden sein. Die Psyche sehr vieler Menschen und Kinder sowieso.