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AchtungFake News zu Ibuprofen verunsichern via WhatsApp

Eine vermeintliche "Warnung", die über soziale Medien verbreitet wird, bringt Todesfälle durch Covid-19 in Verbindung mit Ibuprofen - als Quelle wird Med Uni Wien genannt. Diese versichert: "Das sind Fake News".

Achtung: Fake News zu Ibuprofen verunsichern via WhatsApp
Achtung: Fake News zu Ibuprofen verunsichern via WhatsApp © APA/LUKAS HUTER
 

Eine Sprachnachricht, die über WhatsApp verbreitet wird, verunsichert momentan das Netz: Darin behauptet eine Frau, sie habe von einer Freundin, die an der "Uniklinik Wien" arbeitet, erfahren, dass die Einnahme von Ibuprofen Schuld daran sei, dass es in Italien zu so vielen Toten durch Covid-19 gekommen ist.

In der Nachricht wird dargelegt, dass die in Italien so schwer Betroffenen Ibuprofen eingenommen hätte und dadurch die Erkrankung so schwer verlaufen sei. An der Uniklinik Wien habe man jetzt "ein bisschen Forschung", so der O-Ton gemacht und gesehen, dass Ibuprofen die Vermehrung des Virus' beschleunige.

"Das sind Fake News!", unterstreicht die Med Uni Wien auf Anfrage. Diese WhatsApp-Nachricht verbreite sich vor allem in Deutschland. Es gibt keine faktische Grundlage für diese Behauptung, sie sei völlig aus der Luft gegriffen.

Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz für eine negative Auswirkung der Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika oder von ACE-Hemmern bzw. Sartanen bei Covid-19-Patienten oder Infizierten. Das erklärten Samstagabend MedUni-Wien-Rektor Markus Müller und Pharmakologe Michael Freissmuth gegenüber der APA.

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Das nichtsteroidale Antirheumatikum Ibuprofen sowie die sogenannten ACE-Hemmer bzw. Angiotesin-II-Rezeptorblocker (Sartane) waren in diesem Zusammenhang genannt worden. "Da ist nichts dran. Die Sache mit Ibuprofen ist das Problem einer Subgruppenanalyse (in einer Studie; Anm.)", sagte MedUni Wien-Rektor Müller, von seiner medizinischen Laufbahn her klinischer Pharmakologe. Es sei wohl klar, dass Menschen, die Kopfweh oder grippeähnliche Symptome bekämen, vermehrt zu Kopfwehmitteln bzw. solchen nichtsteroidalen Antirheumatika griffen. Daraus einen Zusammenhang mit Covid-19 zu konstruieren, sei falsch.

"Bei den Blutdruckmitteln kann man überhaupt keine Aussage treffen, ob sie einen Effekt bei Covid-19 haben", sagte Freissmuth. Es gebe sowohl Meinungen, wonach sie schützen können als auch das Gegenteil. Wissenschaftliche Daten lägen überhaupt keine vor.

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat bereits eine eindeutige Stellungnahme abgegeben: "Diese Spekulationen über die Sicherheit von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorblockern haben keine solide wissenschaftliche Basis. In Wirklichkeit gibt es Evidenz aus Tierstudien, die darauf hindeuten, dass diese Medikamente eher einen schützenden Effekt vor schweren Lungenkomplikationen haben könnten. Es gibt aber bisher keine Daten (über den Effekt; Anm.) beim Menschen."

Müller und Freissmuth erklärten gegegenüber der APA praktisch unisono, dass man mit solchen Meldungen Menschen nicht in die Hysterie treiben dürfe. "Wir brauchen das überhaupt nicht", sagte der MedUni Wien-Rektor. "Mich ärgert das so, dass ich die Contenance verliere", fügte Freissmuth hinzu.

Mittlerweile hat auch das Gesundheitsministerium reagiert und warnt vor Fake News im Zusammenhang mit Ibuprofen via Twitter:

Seriöse Informationen zum Thema Coronavirus finden Sie hier:

 

Kommentare (2)

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ratschi146
2
23
Lesenswert?

.... Fazebuke, Wotsepp uvm.

... die neuen Wahrheitsspender bei solchen Themen...

Sorry, wer auf diesen Plattformen die Wahrheit sucht bzw. die News dort ernst nimmt, der sollte sich selbst hinterfragen ob er in einer Parallelwelt lebt.

Alle behaupten ja von sich sie sind mündige Bürger - darum habe ich kein Mitleid für die Diejenigen die solchen Fakenews aufsitzen.

brosinor
2
65
Lesenswert?

Die Idioten die sowas verbreiten kann man doch ausfindig machen.

Sehr hohe Geldstrafen sofort und gleich ist der Spuk vorbei.
Aber wegen der Sch.......Datenschutzsache wird halt nix unternommen