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Pankreas- und LungenkarzinomFortschritte bei bisher unheilbaren Krebserkrankungen

Neue Behandlungen ermöglichen wesentlich längere Kontrolle des Pankreaskarzinoms, 20 Prozent von Patienten mit fortgeschrittenen Lungenkarzinom profitieren anhaltend von Immuntherapie.

In Österreich gibt es pro Jahr 1500 bis 1600 Neudiagnosen, wenn es um Pankreaskarzinome geht © crevis/stock.adobe.com
 

Es gibt Fortschritte in der Behandlung schwerster Krebserkrankungen. Beim weltweit wichtigsten wissenschaftlichen Kongress der American Society of Clinical Oncology in Chicago wurden am Wochenende neue Studiendaten präsentiert. Das gilt auch für bisher unheilbare Erkrankungen wie das fortgeschrittene Lungenkarzinom oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Seit Jahren wird nach besseren Therapiemöglichkeiten beim Pankreaskarzinom geforscht. Das ist dringend notwendig. In Österreich gibt es pro Jahr 1500 bis 1600 Neudiagnosen. Für das Jahr 2030 werden etwa 3000 Neudiagnosen diagnostiziert. Pankreaskarzinome machen nur vier Prozent der Karzinomerkrankungen aus, sind aber schon die dritthäufigste Krebs-Todesursache. Bei derzeit fast gleich vielen Neudiagnosen wie Todesfällen pro Jahr ist die Situation für die Betroffenen bisher wenig hoffnungsvoll.

Einen Fortschritt in der längerfristigen onkologischen Therapie des Pankreaskarzinoms könnte der sogenannte PARP-Inhibitor Olaparib sein. PARP-Enzyminhibitoren verhindern die Reparatur von Erbgutschäden in den Krebszellen nach Chemotherapie. In einer internationalen Studie haben Hedy Kindler (Universität von Chicago) und ihre Co-Autoren bei 154 Patienten mit einem Pankreaskarzinom mit sogenannten BRCA-Mutationen und nach einer Chemotherapie mit Cisplatin oder ähnlichen Medikamenten den PARP-Inhibitor eingesetzt. Ein Drittel der Studienteilnehmer erhielt ein Placebo.

Von einer Immuntherapie profitieren

Insgesamt erhöhte sich das mittlere progressionsfreie Überleben (PFS; kein Krankheitsfortschritt und Überleben) von 3,8 auf 7,4 Monate, was fast einer Verdoppelung entspricht. Nach zwei Jahren, was für Patienten mit einem Pankreaskarzinom bereits eine lange Überlebenszeit bedeutet, waren noch 22,1 Prozent in der aktiven Behandlungsgruppe am Leben und ohne Krankheitsfortschritt. In der Placebogruppe waren es nur 9,6 Prozent.

In der Langezeitbeobachtung stellt sich heraus, dass etwa 20 Prozent Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom von einer Immuntherapie auch jahrelang profitieren. Die neuen Immuntherapien mit monoklonalen Antikörper gegen Zell-Oberflächenmerkmale wie PD-1 oder PD-L1 sollen als Checkpoint-Inhibitoren die körpereigenen Immunzellen wieder gegen den Tumor scharf machen. Anfänglich war von Ansprechraten von 40 bis 60 Prozent oder sogar darüber die Rede. Mittlerweile gibt es diese Therapien bereits mehrere Jahre. Das erlaubt eine realistischere Betrachtung.

"Die bisher generelle negativen Aussichten bei der Diagnose eines fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms treffen nicht mehr zu", sagte Eward Garon (UCLA/Los Angeles) in Chicago. Der Grund liegt in von ihm präsentierten Daten zum Fünf-Jahres-Überleben von Patienten mit einer solchen Erkrankung unter Therapie mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab.

Nach fünf Jahren medikamentöser Therapie leben noch 23,2 Prozent der Behandelten. In historischen Vergleichsgruppen - und das galt jahrzehntelang - betrug die Rate nur 5,5 Prozent. "Der Umstand, dass wir Patienten in dieser Studie haben, die auch noch nach sieben Jahren leben, ist bemerkenswert. Die meisten Behandelten, die nach zwei Jahren noch in einem guten Zustand sind, leben mit der Therapie auch noch nach fünf Jahren." Das spricht für ein "Plateau" bei den Überlebensraten, welches einen wesentlichen Fortschritt bedeutet.

Mit einer ähnlichen Therapie (Atezolizumab), in Kombination mit einem Blutgefäßwachstums-hemmenden Medikament und einer Chemotherapie lässt sich auch die Lebenserwartung von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom mit Lebermetastasen erhöhen. Es stieg im Mittel von 9,4 auf 13,3 Monate, wenn das Immuntherapeutikum hinzugefügt wurde. Das bedeutete eine Reduktion der Mortalität im Beobachtungszeitraum um rund 50 Prozent. Ohne Therapie würden solche Patienten binnen kürzester Zeit sterben.

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