Die Depression gilt als Krankheit der „-losigkeiten“: Betroffene fühlen sich antriebslos, lustlos, energielos, freudlos, oft auch schlaflos. In der Konsequenz sind die klassischen Symptome einer Depression Energiemangel, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft nun aber entdeckt, dass es eine Form der Depression gibt, die sich durch andere Auffälligkeiten zeigt: nämlich durch Aggressivität, Gereiztheit, vermehrten Alkoholkonsum und auch riskantem Verhalten. Da diese Form der Depression vor allem Männer betrifft, wird sie auch „Male Depression“, also männliche Depression genannt. „Die männliche Depression ist noch nicht als eigenes Krankheitsbild definiert, es sprechen aber immer mehr Daten dafür, dass es sich dabei um einen speziellen Subtyp der Depression handelt“, erklärt Psychiater und Neurologe Johannes Wancata.