Im April 2018 führte Großbritannien eine Steuer auf Zucker in Softdrinks bzw. Erfrischungsgetränke ein. Diese zeigte rasch Ergebnisse, wie wir hier berichtet haben. Demnach haben speziell Mädchen aus benachteiligten Regionen im Hinblick auf Adipositas von der neuen Steuer profitiert. Eingeführt wurde die „Industrieabgabe für Erfrischungsgetränke“, da es nachweislich einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von stark gezuckerten Getränken und starkem Übergewicht gibt. Das Ziel lautete: Durch die erhöhte Steuer sollen Hersteller motiviert werden, den Zuckergehalt in ihren Getränken zu reduzieren.

Die Steuer dürfte auf dieses Ziel einzahlen, wie nun neue Daten, die im Fachmagazin „Journal of Epidemiology and Community Health“ nahe legen, über die auch der britische Guardian berichtete. Es zeigte sich, dass die tägliche Zuckeraufnahme bei Kindern im Jahr nach Einführung der Steuer um etwa 4,8 Gramm und bei Erwachsenen um 10,9 Gramm zurückging. Die gesamte Zuckermenge, die Kinder durch Nahrungsmitteln und Getränken vor Einführung der Steuer konsumierten, lag bei etwa 70 Gramm pro Tag, am Ende sank dieser Wert jedoch auf etwa 45 Gramm. Auch bei Erwachsenen war eine Reduktion des Zuckerkonsums zu erkennen, nämlich pro Tag von 60 Gramm auf etwa 45 Gramm pro Tag.

Steuer sollte auf andere Lebensmittel ausgeweitet werden

Die Studie ergab, dass im Vergleich zum Zeitraum vor der Einführung der Zuckersteuer, der in Softdrinks konsumierte Zucker nach Einführung bei Kindern um etwa die Hälfte und bei Erwachsenen um ein Drittel zurückging. Zwar sei der Zuckerkonsum immer noch zu hoch – bei Kindern wie auch bei Erwachsenen –, die Studie habe aber „greifbare Resultate“ geliefert, sagte etwa Eddie Crouch, der Vorsitzende der britischen Zahnärztevereinigung. Er wünsche sich nun, dass die Abgabe auch auf andere Produkte ausgeweitet würde, etwa Frühstücksflocken.

Neben Großbritannien gibt es weitere Länder, etwa Norwegen, die auf eine ähnliche Steuer setzen, um Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Typ-2-Diabetes zu bekämpfen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO plädiert für Abgaben auf zuckergesüßte Getränke. In Österreich allerdings steht das aktuell nicht auf dem politischen Vorhabensplan. Gegenüber orf.at teilte das Gesundheitsministerium mit, dass „eine richtig implementierte Zuckersteuer“ zwar einen konkreten Beitrag zu einer gesunden Ernährung und Prävention von Adipositas leisten könne, zuständig sei aber das Finanzministerium.