Für die Jahreszeit ist zuletzt in Österreich ein seltener Anstieg an Grippeerkrankungen verzeichnet worden. In der vorletzten Kalenderwoche 11 wurden aus Stichproben 25 Influenzafälle nachgewiesen. Es sei "sehr ungewöhnlich, dass die Grippe eben jetzt Ende März zu zirkulieren beginnt", habe aber mit dem Wegfall der Corona-Maßnahmen zu tun, sagte die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien am Mittwoch im Ö-1-"Morgenjournal". Eine Grippewelle sei das jedoch nicht.

Nicht nur bei Covid-19: Das können Folgen von Infektionskrankheiten sein

"Wir können die letzten drei Wochen hinweg beobachten, dass sich die Influenzavirus-Nachweise eigentlich wöchentlich verdoppeln und manchmal sogar verdreifachen", berichtete die Medizinerin. Mit dem Wegfallen der Masken "kann sich dieses Virus einfach in der Bevölkerung ausbreiten", betonte sie. Insgesamt gibt es in Österreich jedoch weiterhin nur eine moderate Influenzavirus-Aktivität.

Laut Hochrechnung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) gab es in der KW 11 rund 1260 Grippe- und grippeähnliche Erkrankungen in Österreich. Das liegt auf dem Niveau der gleichen Kalenderwoche der Saison 2019/20 direkt vor Beginn des ersten Lockdowns und am Ende einer damaligen Influenzawelle. Seither und im darauffolgenden Winter war die Grippesaison in Österreich wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus praktisch komplett ausgefallen.

Grippehöhepunkt ist hierzulande normalerweise rund um die Semesterferien. Durch die baldigen Osterferien könnte die Verbreitung des Virus wieder verringert werden, sagte Redlberger-Fritz dem ORF-Radio. Das wäre vor allem wichtig, weil die Grippeimpfung heuer nicht optimal wirke.