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Mehr Handy und TV, weniger SportSchlafstörungen von Kindern und Jugendlichen stark gestiegen

Eine Umfrage der Universität Salzburg zeigt, dass rund jeder dritte Sechs- bis 14-Jährige und fast jeder zweite 15- bis 18-Jährige Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen hat.

Rund jeder dritte Sechs- bis 14-Jährige und fast jeder zweite 15- bis 18-Jährige hat Schlafstörungen © (c) Andrey Popov - stock.adobe.com (Andrey Popov)
 

Die Schlafstörungen von Kindern und Jugendlichen haben in der Corona-Pandemie stark zugenommen. Wie eine Umfrage von Psychologen der Uni Salzburg zeigt, kämpft rund jeder dritte 6- bis 14-Jährige und fast jeder zweite 15- bis 18-Jährige mit Ein- und Durchschlafstörungen. Viele Kinder gehen deutlich später zu Bett und stehen später auf. Zudem ist ein Großteil der Befragten körperlich viel weniger aktiv als vor Corona und nutzt Smartphone, TV, Spielkonsole und Co viel häufiger. Im Rahmen der Online-Umfrage "Jetzt sprichst du" haben Manuel Schabus und sein Team vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften der Universität Salzburg Kinder und Jugendliche über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihr Leben und Wohlbefinden befragt.

Schlafstörung

Schlafforscher der Meduni Wien, Stefan Seidel erklärt: "Eine gesundheitlich relevante Schlafstörung liegt vor, wenn man tagsüber beeinträchtigt ist, und das über einen längeren Zeitraum hinweg – drei Monate und aufwärts. Tagesbeeinträchtigung heißt, dass man anhaltend in seinem Funktionsniveau beeinträchtigt ist. Man kann sich nicht konzentrieren, ist gereizt und macht mehr Fehler als sonst. Wenn man nur ab und zu nicht gut einschlafen oder durchschlafen kann, liegt nicht zwingend eine Schlafstörung vor."

Von den etwa 4500 Teilnehmern haben sich rund 1450 an einer zusätzlichen Umfrage zum Thema "Schlaf" beteiligt (davon rund 270 Sechs- bis 10-Jährige, 520 11- bis 14-Jährige und 660 15- bis 18-Jährige).

Schlafenszeiten nach hinten verschoben

Dabei zeigte sich, dass sich der Schlaf von Kindern und Jugendlichen vor allem an Wochentagen deutlich nach hinten verschoben hat: sie gehen später schlafen und stehen später auf. Drei von vier 15- bis 18-Jährige (77 Prozent) geben an, dass sich ihre Schlafenszeiten unter der Woche geändert haben, die Hälfte davon (54 Prozent) geht zwei und mehr Stunden später schlafen. Dementsprechend verschieben sich auch die Aufstehzeiten nach hinten.

Weniger Aktivität, mehr Medienkonsum

Insgesamt verbringen die Kinder- und Jugendlichen während der Pandemie mehr Zeit im Bett. Bei den 6- bis 10-Jährigen hat sich bei zwölf Prozent die Zeit im Bett stark bis sehr stark verlängert, bei den 11- bis 14- Jährigen bei 21 Prozent und bei den 15- bis 18- Jährigen ist das bei 34 Prozent der Fall. "Das könnte auch mit dem niedrigeren Ausmaß an körperlicher Aktivität, dem erhöhten Medienkonsum, mehr Nickerchen während des Tages sowie Ein- und Durchschlafproblemen, also der geringeren Schlafqualität zusammenhängen, die wir in der Umfrage festgestellt haben", erklärte Kerstin Hödlmoser, die gemeinsam mit Kathrin Bothe die Studie durchgeführt hat.

So gaben 75 Prozent der Sechs- bis 10-Jährigen an, dass sich ihre körperliche Aktivität während der Pandemie verändert hat, bei den beiden älteren Gruppen sind es rund 80 Prozent. Von diesen mit Veränderung sagten 86 Prozent der Sechs- bis 10-Jährigen und 80 Prozent der 11- bis 14- Jährigen, sich weniger bis sehr viel weniger zu bewegen.

78 Prozent der Sechs- bis 10-Jährigen und rund 90 Prozent der älteren Teilnehmer berichten über einen veränderten Medienkonsum. Von diesen gaben über alle Altersgruppen hinweg jeweils praktisch alle (99 Prozent) der Befragten an, dass sie mehr bis sehr viel mehr Zeit vor Smartphone, TV, Spielkonsole und Co verbringen.

Da scheint es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Schlafstörungen zunehmen. Diese gab es laut Umfrage schon vor der Pandemie bei durchschnittlich jedem fünften Kind und Jugendlichen - ein Wert, der sich auch mit anderen Umfragen und Angaben in der wissenschaftlichen Literatur deckt. Diese Schlafprobleme sind während der Corona-Pandemie bei allen Altersgruppen stark angestiegen: Bei den Sechs- bis 10-Jährigen berichten mehr als doppelt so viele Kinder über Schlafstörungen (Anstieg von 14 auf 33 Prozent), bei den älteren Kindern und Jugendlichen rund 1,5 mal so viele (11- bis 14-Jährige: von 22 auf 36 Prozent; 15- bis 18-Jährige: von 28 auf 46 Prozent).

Jedes dritte Kind, jeder zweite Jugendliche

Das heißt, dass rund jeder dritte Sechs- bis 14-Jährige und fast jeder zweite 15- bis 18-Jährige Schlafstörungen hat. Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen werden dabei am häufigsten genannt. Bei den Jüngsten waren auch Albträume und daran anschließende Schwierigkeiten wieder einzuschlafen ein häufig genanntes Problem. Die Ältesten haben auch Probleme, zur gewünschten Zeit aufzustehen, und klagen über Tagesmüdigkeit. Über alle Altersgruppen hinweg bestehen die Schlafprobleme während der Pandemie bei rund der Hälfte (48 Prozent) bereits seit mehr als sechs Monaten.

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