Das Geheimnis für eine funktionierende Beziehung als Gastropaar? „Getrennte Küchen“, lacht Stefan Eder laut auf und führt uns ins Patisserie-Reich seiner Verlobten Eveline Wild im „Hotel & Restaurant Der Wilde Eder“. Für all jene, die es noch nicht auf dem Schirm haben: der Valentinstag naht. Das Fest der Liebenden – und des Blumenhandels. Alljährlich scheiden sich vorab die Geister: Die einen sehen den 14. Februar als willkommenen Anlass für Liebesbekundungen und Geschenke, die anderen lehnen es strikt ab, sich am Wirbel zu beteiligen. 

Video – Schritt für Schritt zum Valentinstagsmenü

Uns zuliebe hat sich eines der bekanntesten heimischen Gastropaare ein Menü für den liebevollsten Tag des Jahres ausgedacht. Denn: Liebe geht durch den Magen. Und wenn man am Valentinstag nicht selbst den Kochlöffel schwingt, geht sie vielleicht auch direkt wieder zur Tür raus. Hinein durch die Tür des Hotels von Stefan Eder kam Eveline Wild. „Als gebürtige Tirolerin in der Steiermark sesshaft zu werden, zeugt aber wirklich auch von großer Liebe“, grinst sie und widmet sich wieder ihrer Leidenschaft.

Die einstige Weltmeisterin der Patisserie ist heute TV-Gesicht und kreiert Desserts und Pralinen. Beim Küchenchef wiederum herrscht weltoffener Entdeckergeist und somit eine „regioglobale“ Küche zwischen der bodenständigen Wirtshauskultur und den Einflüssen aller Welt. 

Fad wird es dem umtriebigen Gastropaar nicht. Soeben wurde das Restaurant „Zeitraum“ vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet. Im Alltag gilt es, den Spagat zwischen Küche, Fern­sehen und Kinderzimmer zu meistern. „Natürlich ist das alles viel Arbeit, aber man kann Menschen in der Sekunde glücklich machen“, sind sich beide über ihre Berufung einig. „Das ist doch wunderschön.“

Damit bringen die beiden das heutige Thema auch schon wunderbar auf den Punkt. Kochen ohne Liebe ist wie eine Lasagne ohne Käse – technisch möglich, aber eine traurige Angelegenheit. Wer schon einmal ein Fertiggericht in die Mikrowelle befördert hat, weiß, dass es nie dasselbe ist wie Mamas mit Herz gekochtes Erdäpfelpüree. Warum? Weil Liebe sich auf magische Weise überträgt. Sie steckt im sanften Umrühren der Sauce, im hingebungsvollen Abschmecken und im geduldigen Warten, bis der Braten perfekt ist. Wer mit Frust kocht, würzt unbewusst mit schlechter Laune – und das schmeckt man. Die Pasta wird zu weich, das Fleisch zu trocken, und am Ende isst man mit einem Gesichtsausdruck, als hätte man gerade stundenlang Steuerformulare ausgefüllt.

Ganz anders, wenn Liebe im Spiel ist: Der Duft erfüllt den Raum, das Essen hat die perfekte Würze, und selbst das einfache Butterbrot schmeckt nach „Ich hab mich um dich gekümmert“. Liebe ist also nicht nur die geheime Zutat – sie ist das Rezept für echtes Soulfood.

Susi und Strolch lassen grüßen: Eveline Wild und Stefan Eder beim Pastagenuss
Susi und Strolch lassen grüßen: Eveline Wild und Stefan Eder beim Pastagenuss © Georg Obetzhofer

Genau deshalb darf man sich am Tag der Liebe auch einmal ins Zeug legen und in der Küche den Versuch starten, über sich selbst hinauszuwachsen. Ein selbstgemachtes Menü ist der romantische Beweis dafür, dass man bereit ist, sich für seinen Schatz in den Kampf mit spritzendem Öl, scharfen Zwiebeln und widerspenstigem Teig zu stürzen. Und sollte es am Ende eher nach „verbrannter Hoffnung“ als nach Sterneküche schmecken – keine Sorge: Liebe ist bekanntlich auch ein Gewürz.