Der Mann hat resigniert. Einst war er ein ziemlich erfolgreicher Schauspieler an großen Häusern, im Fernsehen und im Radio. Jetzt wäscht er Autos für einen großen Fahrzeugverleiher. Er hat als Künstler aufgegeben – typisch Mensch. So jedenfalls argumentiert das Performanceprojekt „The Great Resignation“, das in einer Koproduktion des Grazer Theaters am Lend mit dem steirischen herbst am 1. Oktober in einer Garage in der Prankergasse uraufgeführt wird. Fritz Fenne, eben jener Schauspieler, auf dessen Leben das Geschehen basiert, vertieft sich dabei in ein Zwiegespräch mit der Künstlichen Intelligenz eines Elektroautos (Musikerin Anna Anderluh). Einen „ziemlich absurden Ritt durch Philosophie, Wissenschaft, Ethik und Moral“, kündigt Regisseur Christian Winkler an. Er hat auch den Text zur Produktion verfasst: „Während künstliche Intelligenz das Aufgeben nur performt, ist aufzugeben für mich die letzte menschliche Bastion des freien Willens, “, sagt er.
Kulturszene Steiermark
Aufgeben ist eine Option
Alles glimpflich ausgegangen? Keineswegs: Rund um die mehrjährigen Förderverträge des Landes kommt die freie Szene vorerst noch nicht zur Ruhe.
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