„Die Meistersinger von Nürnberg“ tragen viel historischen Ballast mit sich, seit das NS-Regime das Werk als Propagandaoper missbraucht hat. Immer wieder arbeiteten sich Regieteams seither am Zusammenhang zwischen den kulturchauvinistischen Ausfällen des Hans Sachs im Finale und deren politischer Wirkungsgeschichte ab. Peter Konwitschny ließ in Hamburg den letzten Akt sogar unterbrechen, um die Meister etwas steif über den Text diskutieren zu lassen. In Bayreuth hatte zuletzt Barrie Koskys Meistersinger-Interpretation Wagners Antisemitismus ganz unmittelbar auf die Bühne gebracht.