Ja, die Welt wankt. Aber dieser „Wir sind gute Menschen“-Zinnober ist dann doch etwas zu viel. Bereits zwei Stunden vor Konzertbeginn müssen 200 Freiwillige – die sich offenbar schnell gefunden haben – eine Tanzparty veranstalten. Und weil es sich um ein Coldplay-Konzert handelt, ist es natürlich eine „kinetische Tanzparty“. Will heißen, durch das begeisterte Hopsen wird Energie erzeugt, und dann schnellen die „Joules“ gleich so nach oben. 4000, 7000, 12.000. Tanzfläche links konkurriert mit Tanzfläche rechts, wer wird Wiener Joules-Weltmeister? Auf den Video-Leinwänden tauchen dann noch zahlreiche Botschaften und Anweisungen auf. Die 3D-Brille darf man erst aufsetzen, wenn „Angel Moon“ – wer auch immer das genau ist – es sagt; das Armband, das später bei jedem Song in einer anderen Farbe blinken wird, bitte nach der Show abzugeben – es wird natürlich recycelt. Recycle-Rate Kopenhagen: 96 Prozent, Helsinki: 97 Prozent, bei Wien steht noch ein Fragezeichen. Dann gibt es noch ausführliche Videos über Artenschutz, Bodensanierung, grüne Technologie, Reinigung der Meere, und als Coldplay dann endlich um 21 Uhr die gigantische Bühne betreten, ist man ziemlich froh, dass es endlich losgeht mit der Musik.