EU-Kommissar Thierry Breton hat einen Brief geschrieben. Wobei, um keine Fake News zu verbreiten – Breton hat eigentlich drei Briefe geschrieben. Das mag in Zeiten einer digitalisierten Welt auf den ersten Blick wie ein Witz klingen, aber die Angelegenheit ist durchaus ernst. Die Empfänger sind die Chefs der Social-Media-Plattformen X (vormals Twitter), Facebook und TikTok, die nach der Terrorattacke der Hamas auf Israel zuletzt so etwas wie Nebenschauplätze des Konfliktes geworden sind. Das Publikum? Die ganze Welt.
Einerseits hat die Hamas ihre Gräueltaten – zum Teil trugen die Terroristen GoPros, also Helmkameras – gefilmt und via Social-Media-Plattformen weiterverbreitet, anderseits werden seit dem 7. Oktober die Plattformen mit Fake News geflutet. Rund 500.000 Videos hat die Social-Media-Plattform TikTok seit dem Terrorangriff gelöscht, rund 8000 Liveübertragungen gestoppt. Dass die Plattform des chinesischen Unternehmens ByteDance diese Zahlen überhaupt in einem Statement auf deren Webseite öffentlich gemacht hat, das ist dem besagten Brief des EU-Digitalkommissars zu verdanken.
X, TikTok und Co.
Fake News und Gräueltaten: Die unbändige Gier von Social Media nach Emotionen
Videos der Gräueltaten und Fake News fluten seit dem Terrorangriff der Hamas vor allem Social Media. Warum die EU jetzt den Plattformen ihre Grenzen aufzeigt und vor allem X und TikTok im Visier stehen.
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