Geliebt, gefeiert – und gedemütigt. Als Stefanie Reinsperger im Sommer 2017 als 29-Jährige den Job der Buhlschaft im „Jedermann“ in Salzburg antrat, war ihre Karriere schon auf dem Höhepunkt. Ihr Schauspiel war bereits mit einem Nestroy geehrt und „Theater heute“ hatte den damaligen Burgtheater-Star 2015 zur besten Schauspielerin und Nachwuchsschauspielerin des Jahres gekürt. In diesem Sommer in Salzburg taten sich neue Abgründe auf. Beschimpft, erniedrigt und bis in die Gästewohnung verfolgt: „Ich habe einen Drohbrief bekommen, in dem stand, dass ich, falls ich es wage, noch mal auf die Bühne zu gehen, mit Konsequenzen rechnen müsste, weil nicht ertragen wird, so einen hässlichen, dicken Körper zu sehen“, schreibt Reinsperger in ihrem ersten Buch „Ganz schön wütend“.
Über die Wut
Stefanie Reinsperger: „Seid noch lauter, noch fordernder!“
Egal, ob auf der Bühne, im Film oder im „Tatort“: Stefanie Reinsperger ist ein schauspielerisches Ereignis. Aus ihrer Wut über diskriminierende Körperbilder hat sie ein Plädoyer für Mut verfasst.
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