TV-KritikNeuer Landkrimi aus Salzburg: Wenn es brennt, ist es zu spät

Zum packenden Salzburger Landkrimi „Flammenmädchen“ in ORF 1 um 20.15 Uhr mit Manuel Rubey und Stefanie Reinsperger.

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Flammenm�dchen
Szene aus dem ORF-Landkrimi "Flammenmädchen" © ORF/Petro Domenigg
 

Kann es eineinhalb Stunden spannend bleiben, wenn schon in den Eröffnungsszenen des nunmehr dritten ORF-Landkrimis aus Salzburg mit Stefanie Reinsperger und Manuel Rubey – nach "Drachenjungfrau" (2016) und "Das dunkle Paradies" (2019) – der Feuerteufel bzw. das Flammenmädchen dem Zuschauer offenbart wird? Es kann. Und wie!
Denn die brillante Regie-Arbeit von Catalina Molina mit der fantastischen Kamera von Klemens Hufnagl und einem fesselnden Cast sowie inklusive atmosphärischem Soundtrack ist mehr als ein Krimi – fast ein Psycho-Thriller, der sich zum lodernden Gesellschaftsdrama in einer schauerlichen Dorf(un)gemeinschaft ausweitet.

Die Angst geht um: Erst brennen mehrere Scheunen, dann geht auch ein altes (eigentlich leer stehendes) Haus in Flammen auf, in dessen ausgebrannten Trümmern aber doch eine verkohlte Leiche gefunden wird. Der Sohn vom Chef der freiwilligen Feuerwehr. Gruselig inszeniert.
Ein Landkrimi muss nicht als Whodunit-Fall ausgerollt werden (auch wenn es zum Schluss noch eine Überraschung gibt), um das Publikum bis zur letzten Minute in Atem zu halten.

Fazit: Die klassischen Erzählstränge des Genres wurden mutig verlassen, um mit Lokalkolorit die Enge einer „Heimat“ darzustellen (gedreht wurde im Pongau), in die das Flammenmädchen hineingeboren wurde. Wenn es einmal brennt, ist es zu spät.

Zum Landkrimi

Neben Reinsperger und Rubey standen in weiteren Rollen des von ORF und ZDF finanzierten Landkrimis u. a. Annika Wonner, Nils Arztmann, Simon Schwarz, Bettina Ratschew, Julia Rajsp, Christine Ostermayer, Christina Trefny, Peter Strauss, Thomas Mraz und Gerhard Greiner vor der Kamera.
Regie führte zum dritten Mal bei einem Salzburger Landkrimi Catalina Molina. Für das Drehbuch zeichnet nach „Das dunkle Paradies“ erneut Sarah Wassermair verantwortlich (unter Mitarbeit von Catalina Molina und nach Motiven und Figuren von Manfred Baumann).
Gedreht wurde von Februar bis März 2021; produziert von epo-Film.


Abrufbar auch auf www.flimmit.at

Kommentare (1)
DieGrazerFamilie
0
3
Lesenswert?

Sehr spannend bis zum Schluss!

Danke für den gelungenen Heimkino-Abend!